Roland Dürre
Freitag, der 27. Mai 2011

Die neuen Grundrechte …

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffer soll gesagt haben, dass das erste Grundrecht eines Bürgers sei, nicht in die Luft gesprengt zu werden. Heute morgen in Bayern 2 gehört. Er leitet daraus wohl das „Grundrecht“ auf weitere Einschränkungen der Freiheit aus Angst vor dem Terrorismus ab.

Da würde ich sagen, dass wir in Deutschland doch besser vor dem in die Luft gesprengt werden als vor dem Abschaffen der Freiheit geschützt sind. Und zitiere wieder einmal Benjamin Franklin (1706-1790):

» Jene, die grundlegende Freiheit aufgeben würden, um eine geringe vorübergehende Sicherheit zu erwerben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit. «

» Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. «

(Laut wikiquote stammt dieses Zitat tatsächlich von Benjamin Franklin).

Wenn ich solche „Rhetorik“ vom Grundrecht nicht in die Luft gesprengt zu werden ernst nehme, dann fällt mir ein, dass ein genauso wichtiges Grundrecht eines Bürgers sein könnte, nicht in einem Verkehrsunfall – ob schuldig oder unschuldig – zu Tode zu kommen.

Wenn ich mir dann überlege, dass in diesem Jahr wohl nur ganz wenig deutsche Menschen in die Luft gesprengt worden sind – und davon die meisten wohl nicht von Terroristen sondern bei der Ausübung ihres Berufes – im Straßenverkehr aber immer noch die Anzahl der Verkehrstoten in Tausend pro Jahr gemessen wird (von der Anzahl der Verletzten und Schwerverletzten gar nicht zu reden), dann frage ich mich doch, warum der Terrorismus dogmatisch als die ultimative Gefahr für Leib und Leben zelebriert wird, aber die Politik nicht mal in der Lage ist, ein Tempolimit einzuführen.

Also, bitte keine so blödsinnige „Rhetorik“ mehr! Besonders nicht, wenn man vorgibt, ein verantwortungsbewusster Politiker zu sein.

RMD

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2 Kommentare zu “Die neuen Grundrechte …”

  1. Chris Wood (Freitag, der 27. Mai 2011)

    Good stuff Roland! Why is there no right to have a job? Why are not food and drink included in the human rights? Perhaps the Jewish approach is better, concentrating on duties rather than rights. But it has had limited success.

  2. E2E (Samstag, der 28. Mai 2011)

    Ich hab das auch gehört – und mir dasselbe gedacht. Mit übler Angstmache (wer wird schon gerne in die Luft gesprengt) sollen die Bürger jeden Unsinn schlucken.

    Ich möchte auch ein Grundrecht haben, mir nicht jeden Blödsinn von Politikern anhören zu müssen und fordere Redeverbot für alle, die Unsinn reden!

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