Roland Dürre
Sonntag, der 28. Juni 2009

Die Überwindung von Zeit und Raum!

bild0537Vor gar nicht langer Zeit habe ich an einer Diskussion teilgenommen. Thema war: Über Sinn und Nutzen von WEB-Seiten für Rundfunk- und Fernsehanstalten?

Da waren auch kompetente und prominente Zweifler dabei. Ein anderer, der für einen amerikanischen Weltkonzern fast immer rund um den Globus auf Achse ist, freute sich:

„Ich höre überall auf der Welt Bayern 3!“

Heute im Stadion“ (Bundesliga-Reportage, Samstag ab 15:00) wird weltweit „live“ gehört. Deutsche Fußball-Fans lauschen den Reportagen aus den Fußballstadien der Bundesliga: Morgens beim Frühstück, Vormittags beim Wäsche waschen, beim Mittag- oder Abendessen oder auch nachts auf der Schicht. Ganz gleich auf welchem Erdteil sie sich gerade befinden.

Ich bin gerade auf einem Schiff vor Norwegen. Selbst hier könnte ich über das Internet aktuelle Beiträge von Bayern 2 (und theoretisch allen anderen Radiosendern der Welt) hören.

Die Antwort nach dem Sinn vom Web für Rundfunkanstalten ist ganz einfach:

Information beginnt die Schwelle von Raum und Zeit zu überwinden!

Das finde ich sensationell. Unabhängig vom Ort kann man jeden Sender hören, der sein Programm im Internet anbietet! Es gibt schon seit längerem eigene Internet-Radios, die im WLAN wie ganz normale Radios funktionieren, aber „unendlich“ viele Sender empfangen können.

Und selbst wenn die Aussendung in der Vergangenheit liegt, kann ich mir den Beitrag als Podcast anhören. Wann und wo es mir beliebt. Das ist ein bisschen wie bei den Sternen, die im Weltall aus langer Vorzeit zu uns leuchten.

Zu den Zeiten von Kurz-, Mittel-, Langwelle und UKW war das unvorstellbar. Was haben wir Sendungen aufgenommen und Cassetten beschriftet. Wie viele Fehlschläge gab es! Wie oft haben uns defekte Bänder und Kassetten in den Wahnsinn getrieben? Bandsalat! Oder wir haben uns geärgert, weil der Kassettenrecorder sich doch nicht automatisch zur eingestellten Zeit eingeschaltet hatte.

Ich habe mal versucht, mir ein paar Sendungen aus meiner Vergangenheit noch mal anzuschauen. Ich hatte keine Chance, nicht einmal mehr in den Archiven der großen deutschen Fernsehanstalten waren sie mehr auffindbar.

Heute wird alles für die Ewigkeit aufbewahrt. Die zeitgenössischen Archive werden späteren Generationen einen exzellenten Einblick in unsere Zeit geben werden. Und alles ist zentral verfügbar und immer abrufbar! Bin gespannt, welchen Einfluss das auf die Geschichtswissenschaft haben wird.

Ich selbst ziehe jedoch die aktuellen Sendungen vor. Das Moment der inhaltlichen Überraschung und das Gefühl, dass ich in einer Live-Sendung Menschen höre, die zeitgleich in den Äther sprechen, sind mir wichtig.

So habe ich auch als einziger in meiner Familie keinen MP-3-Player. Dafür begleitet mich fast immer ein ganz normaler kleiner UKW-Empfänger, den ich ganz selektiv nutze. Dauerberieselung ist mir ein Graus.

Podcast habe ich noch keinen einzigen runtergeladen Wenn ich dazu Lust bekomme, dann lasse ich es schnell wieder sein. Weiß ich doch, dass ich eh nicht dazu kommen werde, ihn mir anzuhören.

🙂 Und ich möchte auch lieber Jäger als Sammler sein.

Ja, und wenn ich mal meine Meinung ändere oder mehr Zeit habe, dann war das auch kein Schaden. Es ist ja alles zentral gespeichert und immer und überall verfügbar.

RMD

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