Roland Dürre
Freitag, der 8. Juli 2011

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4 Kommentare zu “Die Zehn Gebote”

  1. Chris Wood (Freitag, der 8. Juli 2011)

    Can somebody give a reference where to find the 10 commandments in the Bible? It is not as easy as I thought. They must be in one of the five books of Moses. The first reference that I have found is in Exodus 34, where Moses wrote them. But they are not listed. The first commandment then mentioned (Exodus 35) is not to work, or light a fire on each seventh day, (under penalty of death). (I read that some early refugees from England wanted to impose this death penalty in USA; they were fleeing religious tolerance)! There are lots of other commandments in the Bible, for instance regarding animal sacrifices. So „do not kill“ must be understood in this context. I have read that the most often repeated commandment is that one should not cook a kid in its mother’s milk, („kid“ meaning young goat).
    Dawkins wrote that the Old Testament God is the most unpleasant of all fictional characters.

    Philosophically there is hardly a difference between telling people what to do or what not to do. For instance, one could say „avoid killing“ or „try not to kill“. So „Gebote“ is OK, but the English „Commandments“ is perhaps better.

    Two or three mighty religions are based on the Ten Commandments; the two are Judaism and Islam. Christ distanced himself from them, but made things even harder. One should love God, and also love one’s neighbours as much as oneself.

  2. rd (Freitag, der 8. Juli 2011)

    @Chris zu „Philosophically there is hardly a difference between telling people what to do or what not to do„.

    Der Unterschied ist ganz einfach. Ich mache Dir ein Beispiel:

    Denke an einen schönen englischen Rasen in einem Park in Deutschland. Da steht dann wahrscheinlich ein Schild mit einem typisch deutschem Verbot: „Rasen betreten verboten!

    Dem folgend kannst Du mit und auf dem Rasen einiges Unerwünschtes machen (z.B. Dich am Wegrand hinsetzen und auf den Rasen sch…..!). Du darfst ihn ja nur nicht betreten.

    Ein Gebotsschild „Bitte den Rasen pfleglich behandeln!“ würde natürlich vieles an Missbrauch ausschließen, aber auch ein vorsichtiges und den Wetterverhältnissen angepasstes Betreten erlauben.

    Ich gebe gerne zu, dass ein konstruktives Gebot an Stelle eines präzisen Verbotes besser funktioniert, wenn die Nutzer des Verbotes/Gebotes willens und in der Lage sind, sozial zusammen zu leben. Das allerdings habe ich ja bei Christen, die freiwillig den Zehn Geboten folgen, implizit vorausgesetzt.

    Will aber mit dem Beispiel nur zeigen, dass in der Tat ein wesentlicher (philosophischer) Unterschied zwischen einem Verbot und einem Gebot gibt. Um aus einem Verbot ein Gebot (oder andersherum) zu entwickeln, genügt es eben nicht nur ein \neg (Negation, not) vor die Aussage zu setzen. Mach das mal im Beispiel: Du darfst den Rasen \neg nicht betreten 🙂 .

  3. Enno (Samstag, der 9. Juli 2011)

    Roland, das war keine Glanzleistung. Du schreibst, dass du die zehn Gebote nicht verstehst, lässt es dir aber trotzdem nicht nehmen, eine vernichtende Meinung zu ihnen zu haben.

    @Chris: „Durchgezählt“ finden sich die Gebote gar nicht in der Bibel, und sie stehen zumindest in den Büchern Moses nicht so exponiert, dass man sie als abgeschlossene Liste verstehen müsste.
    Finden kannst du sie in 2 Mose 20 und 5 Mose 21.
    http://www.bibleserver.com

    Das Verständnis wird tatsächlich nur im Zusammenhang möglich (wie Chris auch schreibt, ist teilweise sehr detailliert genannt, WIE der Sabbat zu heiligen ist), am besten noch mit dem Römerbrief zusammen… Dort versucht Paulus mit „Liebe deinen nächsten wie dich selbst“ als Essenz der Zehn Gebote diese mit Jesus Forderung in Einklang zu bringen.

    Keine Religion leitet ihre Existenzberechtigung aus den 10 Geboten her.

  4. six (Montag, der 11. Juli 2011)

    @Enno: Die Existenzberechtigung einer Religion leitet sich ganz sicher nicht von den 10 Geboten ab – das wäre kein machtvoller Gründungsmythos, mit einer Verbotsliste daherzukommen. Aber die Wirkung auf unser heutiges Rechtssystem geht weit über eine rein theologische Ethik hinaus. Beispiel: Selbstmord. Im Tanach (der hebräischen Bibel) lautet das Gebot „Du sollst nicht morden“, das später in die römisch-katholischen 10 Gebote übersetzt wurde, in „Du sollst nicht töten“. Luther hat dann die ursprüngliche Bedeutung „morden“ bei seiner Verdammung des „Selbstmordes“ wieder eingeführt – und so hat sie (die ursprüngliche Bedeutung) Eingang in die Rechtssprechung gefunden. Wenn sich heute also jemand selbst tötet, heißt es nicht Selbsttötung, sondern Selbstmord und hat das Stigma von Verbrechen. Es kann nicht sein, im christlichen Glauben, dass jemand sein Schicksal selbst in die Hand nimmt und nicht Gott entscheiden läßt. Wenn es darum geht, an religiösen Grundlagen der modernen Rechtssprechung festzuhalten, dann sagt das auch etwas über die Existenzberechtigung von Religionen aus. Die Scharia ist nicht ganz so exotisch, wie wir immer tun.

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