Roland Dürre
Montag, der 11. April 2011

Diesel

Nach der Nuklear-, Lybien- und EURO-Katastrophe stand am Wochenende die Diesel-Katastophe in der Süddeutschen.

Was ist passiert: Die EU hat diesmal etwas Richtiges erkannt: Sie weiß jetzt auch, dass ein Liter Diesel ein höheres energetisches Potential hat als ein Liter Benzin. Völlig folgerichtig hat sie geschlossen, dass es eigentlich falsch ist, die Energiesteuer auf die Einheit Liter zu beziehen (Gas und Strom kann man ja auch nur schlecht in Litern messen).

Gleichzeitig hat die EU erkannt, dass Benzin und Diesel artverwandt sind und für denselben Zweck genutzt werden. Also möchte die EU ganz folgerichtig Benzin und Diesel vergleichbar besteuern (das sollte sie mit dem Kerosin für die Flieger übrigens auch tun).

Als Folge würde beim Diesel der Preis für einen Liter  im Jahre 2020 um 28 Cent steigen, wie EU und Autoindustrie kalkulieren. Wenn Kerosin übrigens analog besteuert werden würde, ginge es um ganz andere Zahlen!

Und natürlich waren die Lobbyisten und Politiker (Ramsauer hat es ausgeschlossen) sofort wieder zur Stelle und beschwören, welche Katastrophe eine Erhöhung des Dieselpreises mit sich bringen würden. Nicht zuletzt würde die Herstellung von Pkws mit Selbstzündern drastisch einbrechen! Oh schreck!

Dass das Dieselauto aber als vernünftiges Fahrzeug nur 2 – 3 Liter anstelle von 5 – 10 Liter brauchen könnte und dass dann das PKW-Fahren dann (nicht nur) die Treibstoffkosten betreffend trotz der Preissteigerung eher billiger werden würde, das verschweigt sie.

Nur – wie die SZ schreibt:

„Aber wer – zu Recht – nach der Energiewende ruft, darf hinterher nicht über die Rechnung klagen“.

Und die Energiewende ist wirklich notwendig. So kann es ja nicht weitergehen.

Aber das ist ja alles Schnee von gestern. Denn heute am Montag wird die Van-Gaal-Katastrophe in der SZ stehen, und über die wird man das mit dem Diesel ganz schnell wieder vergessen. Bis die nächste „Katastrophe“ dann die Van-Gaal-Katastrophe verdrängt. Und wenn der Dieselpreis im Jahr 2020 an der Tankstelle von angenommenen 3,00 EURO auf 3,30 steigt, wird das auch ganz schnell wieder vergessen sein.

RMD

P.S.
Auch in der SZ vom Samstag gleich ganz vorne wird beschrieben, wie trefflich Russland seine Umwelt zerstört und dass da sogar die normalerweise so etwas total ignorierende russische Regierung nervös wird.

Wenn es 2020 die EU in der heutigen Form überhaupt noch gibt, ist auch nicht sicher. Hat nicht Berlusconi erst gestern gedroht, dass er die EU verlassen würde (Lampedusa). Und Italien geht ja aller Wahrscheinlichkeit als übernächstes Land pleite … (GIPSI)

 

 

 

 

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