Roland Dürre
Freitag, der 3. Februar 2012

Dreck am Wecken

In Bayern ist Müller-Brot im Gerede. Und die SZ textet so schön „Dreck am Wecken“. Ist ein Reim auf das beliebte „Dreck am Stecken“. Was meint, dass man irgendwo Schmutz dran hat, sprich etwas verbergen will.

Und ich habe schon eine ganze Reihe von Kommentaren dazu gelesen und gehört. Da ging es immer darum, dass der Unternehmer und die Behörden versagt haben. Oder dass die Strukturen beim Verbraucherschutz falsch angelegt wären, weil die Landkreise ihre Unternehmen kontrollieren würden und die natürlich keine Arbeitsplätze im Landkreis gefährden wollen.

Ich habe zwei Sorgen.

  1. War es wirklich so schlimm? Oder kann es sein, dass wir völlig überzogene Anforderungen haben? Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, die kleinen Käfer aus dem biologischen Getreide fürs Müsli raus zu halten. Und Mehl- und Mehlwürmer gehören ja auch gelegentlich zusammen. Mann muss sie halt in Grenzen halten und immer gegen sie kämpfen.
    Weiß auch, dass die Veganer in Europa fast zwangsläufig krank werden, wogegen diese in Asien immer die gesündeste Gruppe der Bevölkerung waren. Wohl deshalb, weil die paar Käfer dort im Brot genau die ideale Ernährungsergänzung waren.
  2. Falls die Zustände aber wirklich so schlimm waren, wie es aus seriöser  und Regenbogenpresse so rüberkommt, dann frage ich mich, warum in keinem Kommentar die Menschen erwähnt werden, die dort arbeiten? Die sollten doch als erste die „skandalösen Zustände“ bemerken. Und sich mit konstruktivem Ungehorsam und Zivilcourage dagegen wehren.
    Wenn die Mitarbeiter bei so einem Unternehmen keine Bereitschaft und Verantwortung haben, an der Qualität der Produkte und Produktionsbedingungen mit zu wirken oder das Unternehmen eine Angstsituation aufgebaut, in der diese sich nicht trauen, gegen solche Missstände vorzugehen, dann ist das für mich noch ein viel schlimmerer Skandal als die paar Käfer und Würmer.

Ich meine nämlich, dass nicht nur der Gesetzgeber und das Management eine Verantwortung übernehmen müssen, sondern auch alle Mitarbeiter.

RMD

P.S.
Man könnte natürlich auch auf den bösen Gedanken kommen, dass Müller-Brot besser getan hätte, seine Produktion in ein östliches Nachbarland zu verlagern. Da könnten sie dann billiger produzieren und hätte solche Probleme auch nicht.

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