Roland Dürre
Sonntag, der 31. Oktober 2010

Ein Tag in meinem Leben ♫

Sonntag, der 31. Oktober, sehr herbstlich. Ich sitze im ICE von Fulda in Richtung München, noch ohne Frühstück. In München soll ich um 10:42 ankommen.

Ich komme von einem wundervollen Seminar zum Thema Ethik/Philosophie veranstaltet vom Ronneburger Kreis im Grashof (Mittelkalbach, Fulda). Die heißen Punkte waren Feindseligkeit, Strafe und Angst. Klaus-Jürgen Grün hat es wunderbar gemacht.

Vom Balkon meines schönen Zimmers im Grashof habe ich einen wunderbaren Ausblick. Mit ein wenig Morgenrot.

Ich muss das Seminar vorzeitig verlassen. Um 7:00 wartet mein Freund Bernd auf mich. Er wird mich mit seinem Porsche++ (er fährt immer das Spitzenmodell) nach Neuhof (Kreis Fulda) zum Zug bringen (RE 4508 nach Fulda, Abfahrt 7:39).

Bernd ist ziemlich schnell unterwegs und zeigt mir, wie so ein Porsche beschleunigen kann.

In Neuhof hat man einen schönen Fußweg vom Parkplatz zum Bahnhof. Er führt in großem Bogen über die Neubaustrecke, die kurz vor der Fertigstellung steht.

Zwischen Neubaustrecke und alten Gleisen eingeklemmt hat man einen schönen Blick auf den Bahnhof von Neuhof.

Da der Porsche so schnell war, habe ich noch genug Zeit und mache ein paar Fotos.

Vor dem Bahnhof finde ich eine liebevolle hergerichtete Gedenkstelle, die an ein junges Mädchen erinnert. Soffie war ihr Kosename.

Ich sehe und fühle, wie der Abschied von Soffie den Menschen weh getan hat. Sie war wohl ein sehr lebensfrohes Mädchen. Alle haben sie sehr gemocht.

Mit einem Mal schmerzt der Tag. Das Leben kann so grausam sein. Ich liebe es so sehr – und jetzt tut es so weh.

Heute Abend werde ich in Cardiff (Wales) meine Tochter Sophie wiedersehen. Das ist auch der Grund, warum ich das Seminar ein wenig vorzeitig verlassen habe. Ich muss an meine Freunde im Seminar denken und an das, was ich gelernt habe. Und freue mich auf das Wiedersehen mit Sophie.

Im Bahnhof von Neuhof gibt es einen Wartesaal. Noch 5 Minuten. Ich will auf den Bahnsteig. Geht aber nicht. Die Tür öffnet sich erst, wenn der Zug eingefahren ist.

Und ich muss an meine letzte Fahrt von Nürnberg nach München denken. Da hatte der ICE fast eine Stunde Verspätung. Er kam auch von Kassel.

Die Begründung für die Verspätung war „Personenschaden bei Fulda“. Und es tut nochmal weh.

Der Regionalexpress fährt pünktlich ein. In Fulda schaffe ich den knappen Anschluss zum ICE.

Es geht weiter. Und ich gehe jetzt erst mal in den Speisewagen zum Frühstücken und werde die Herbstlandschaft in bunter Sonne genießen. Und werde ein wenig über Feindseligkeit, Angst und Strafe nach denken.

RMD

P.S.
Das Gegenteil von Feindseligkeit ist Menschenfreundlichkeit.

The Beatles: A Day In The Life

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