Roland Dürre
Donnerstag, der 7. Juli 2011

Eisprinzessin im Tränenmeer

Genauer: „Eisprinzessin in einem Meer von Tränen“ – so war die Bild-Unterschrift in der Münchner Abendzeitung von heute Morgen auf der dritten Seite. Die Eisprinzessin ist Katarina Witt, ihre Website so steril wie die Person.

Katarina Witt war das Gesicht der Münchner Olympiabewerbung. Und sie war so zuversichtlich, dass München gewinnt. Ich war da ein wenig skeptisch. Katarina Witt ist halt kein Müncher Kindl, sondern ein Kind des Ostens. Und in meiner Wahrnehmung ein höchst egoistisches Ostkind, zumindest wenn ich mich richtig an Aussagen erinnere, mit denen sie mal ihre Kinderlosigkeit begründet hat.

Und spätestens nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (auch ein kinderloses Kind des Ostens) die Bewerbung Münchens um die Olympische Winterspiele 2018 unterstützt hat („Es handelt sich hierbei um ein nationales Anliegen!„), war ziemlich klar, dass München nur der zweite Sieger werden wird. Warum sollte die Welt den Deutschen, die gerade wieder dabei sind, sich in dieser Welt so richtig unbeliebt zu machen, eine Olympiade schenken?

Aufgrund des Misserfolges hat die kühle Ostunternehmerin Witt Emotionen gezeigt. Waren die Tränen echt – oder nur Selbstinszenierung? Wenn ich bei jeder verlorenen Ausschreibung weinen würde … Tränenbäche …

Wir sollten die ja nicht unerwartete Niederlage als faire Sportler akzeptieren und uns an unsere Hausaufgaben hier in Deutschland machen. Und in Zukunft uns nicht immer vorschnell irgendwelchen Illusionen hingeben. Und wenn wir dann verlieren, beleidigt sein und den Gewinner angreifen.

Angesagt wäre vielmehr ein bescheideneres Auftreten. Wir dürfen unser Handeln nicht an Wachstum und Shareholder Value ausrichten sondern sollten uns an Werten und Tugenden orientieren. Die gut 30 Millionen, die uns der Spaß gekostet hat, sollten wir ganz schnell abschreiben. Es sind ja nur Euros und davon scheinen wir ja zurzeit mehr als genug zu haben.

Und den Aufbau einer vernünftigen Infrastruktur schaffen wir auch ohne olympisches panem et circenses. Wir müssen es nur wollen!

RMD

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2 Kommentare zu “Eisprinzessin im Tränenmeer”

  1. Chris Wood (Donnerstag, der 7. Juli 2011)

    „den Deutschen, die gerade wieder dabei sind, sich in dieser Welt so richtig unbeliebt zu machen“? Ich sehe es nicht so! Natürlich kann man nicht alle glücklich machen..

  2. JUS (Donnerstag, der 7. Juli 2011)

    Das Frau Witt kein Münchender Kindl ist ist richtig und das war auch gut so, denn die Winterspiele sollten wohl in Deutschland und nicht in Bayern ausgetragen werden. Da gibt’s nur den meisten Schnee und das ist praktisch für Winterspiele.
    Wo wir gerade dabei sind – die Leute in GAP haben sich ja auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, indem sie sich um Grundstücke gehauen haben – war auch eine tolle Werbung für den Austragungsort.

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