🙂 Ich habe ja versprochen, mehr ĂŒber Sex und elektrische FahrrĂ€der zu schreiben. Deshalb erzĂ€hle ich heute meine Erfahrungen mit meinem eWMe 627 von CONWAY.

Von unserem eCargo habe ich ja schon berichtet. Nicht nur, dass beim Einkaufen das Auto plötzlich aber auch gar keine Alternative mehr ist, auch fĂŒr die Enkel und Freizeit-AktivitĂ€ten ist das Cargo zum beliebtesten Fahrzeug der ganzen Familie geworden. Und mich hat unser eCargo auf den „elektrischen Geschmack“ gebracht.

Mein E-Enduro mit 160-mm-Fahrwerk, das Conway eWME 627 als zweites E-Bike in der Familie.

FrĂŒher war ich oft mit dem Mountain Bike in den Bergen. Bergauf war ich nie der Schnellste. Die letzten Jahre bin ich natĂŒrlich auch nicht schneller geworden.

Insofern wurde das doch sehr geliebte Radeln in den Bergen zu zweit oder in kleinen Gruppen schwieriger. Meine jĂŒngeren und sportlicheren Begleiter mussten immer ziemlich lange auf den Gipfeln warten, bis ich dann auch angeschoben kam. Das ging nicht nur mir auf die Nerven.

Dann stand der Sommer vor der TĂŒr – und damit das jĂ€hrliche Radeln in den Bergen des Peloponnes (in der Gegend von Gythio und Mani). So entschloss ich mich bei unserem Stamm-HĂ€ndler (Dully’s BIKESTATION) ein elektrisches Mountain-Bike Probe zu fahren.

Um es kurz zu machen: Ich war begeistert. So habe ich mir eins gekauft und jetzt macht mir das Mountain-Biken wieder so richtig Spaß. 2017 in Griechenland bin ich dann gleich das Doppelte an Kilometern (und auch Höhenmetern) geradelt wie in den Jahren davor.

Zum Rad und zur Technik:
Mein eCargo hat ja einen Heckmotor (GoSwissDrive), eine einfache Kettenschaltung und im Vorderrad einen Nabendynamo. Heckantrieb finde ich fĂŒr ein Cargo ideal, die Kette wird nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig belastet und dank des Nabendynamos ist es auch nachts uneingeschrĂ€nkt gebrauchstĂŒchtig, auch wenn die Batterie leer oder nicht dabei ist.

Bei meinem Mountain-Bike ist es anderes. Es hat einen Mittelmotor von Shimano an der Kurbel.  SHIMANO STEPS MTB ist ein System von E-Bike-Komponenten (Motor, Batterie, Steuerung, Reichweitenrechner …), das extra fĂŒrs Mountain-Biking entwickelt worden. Die selben RĂ€der gibt es auch mit Bosch-Technologie, bei der Probefahrt gefiel mir aber das Shimano-System wegen einer verzögerungsfreien UnterstĂŒtzung und der Abstimmung besser.

Das Herz des Steps-System ist genau wie bei Bosch der Mittelmotor. Er wie 2,8 kg und ist wo wohl einer der leichtesten Motoren auf dem Markt. Der Mittelmotor sitzt in Kurbel, im Gegensatz zum Hinter- oder Vorderradantrieb ist es kein „direct-drive“ sondern verfĂŒgt ĂŒber ein Getriebe. Man kann auch gut „ohne Strom“ fahren, der Motor bremst nicht, man hat nur das höhere Gewicht aufgrund von Motor und der Elektrik.

Das dĂŒrfte auch der Grund sein, dass Mittelmotoren immer ein leicht „schabendes GerĂ€usch machen. Relativ leise sind da wohl nur der Motor von Impulse und Brose, alle anderen Motoren (neben Bosch gibt es mittlerweile viele Anbieter, besonders aus Asien) sind wesentlich lauter als „direct-drive“-Antriebe, die man wirklich nicht hört. Man hat auch immer ein leichtes „Ruckeln“, wenn der Motor sich zur UnterstĂŒtzung einschaltet, ganz im Gegensatz zu den „direct-drives“ im Hinter- oder Vorderrad.

Trotzdem meine ich, dass der Mittelmotor der richtige Antrieb fĂŒr Mountain-Bikes ist. Das Gewicht von Motor und Batterie sitzt sehr nahe an der Kurbel. Das ist in steilem GelĂ€nde bergab wie bergauf durchaus ein Vorteil.

Die meisten elektrischen Mountain-Bikes verfĂŒgen ĂŒber eine einfache Kettenschaltung (ein Zahnrad vorne und ziemlich viele Ritzel hinten), bei meinem Conway ist es die mechanische Shimano XT.  Ein Nachteil könnte sein, dass beim Mittelmotor die gesamte Kraft (Mensch und Motor) auf die Kette und die Schaltung gehen, beim Mountain-Bike ist das nach meiner Meinung aber auch zu vernachlĂ€ssigen, da muss man eh Kette und Ritzel öfters austauschen.

Reichweite

Immer wieder werde ich gefragt: „Wie weit fĂ€hrst Du mit einer Akkuladung?“. Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. NatĂŒrlich hĂ€ngt die Reichweite von Parametern ab wie der Steigung, die die Strecke fĂŒr den Radler vorhĂ€lt. Lange Aufstiege am StĂŒck brauchen mehr Strom als wenn es hoch und runter geht. Wichtig ist die Trittfrequenz des Radlers (wenn ich mich richtig erinnere sollte man da deutlich ĂŒber 60  je Minute fahren). Und natĂŒrlich den Modus, den man wĂ€hlt.

Bei STEPS gibt es drei FahrstĂ€rken: ECO, TRAIL und BOOST. Wenn man Strom spart und ECO fĂ€hrt und bei Abfahrten den Motor ausstellt (STEP kann ja aufgrund des Pinzips „Mittelmotor“ nicht rekuperieren, also macht es den Antrieb abzuschalten und wenn man nicht tritt gibt es natĂŒrlich auch NULL motorenbedingten Widerstand) dann ist die Reichweite in der Regel ĂŒber 100 km, also dreistellig.

Im Modus TRAIL wĂŒrde ich sagen, dass dann um die 70 km mit 700 Höhenmetern eigentlich immer gut gehen. Wenn ich dagegen auf BOOST gehe und das Fahrrad den Berg so richtig raufpeitsche, dann könnte ich mir schon vorstellen, dass nach 20 km der Saft zu Ende sein kann. Das ist mir noch nie passiert, wahrscheinlich wĂ€re das dann auch mehr so eine Gaudi-Fahrt.

Bei ReiserĂ€dern wĂŒrde ich den Mittelmotor nicht empfehlen, aber dazu dann mehr bei der Beschreibung meines Utopia Londons.

Mir bereitet mein e-Mountain-Bike viel Freude. Bergab muss ich nicht mehr so rasen wie frĂŒher (ich wollte immer ein wenig der Zeit bergab reinholen, die ich bergauf verloren hatte). Und vor allem, die „elektrischen“ Tages-Touren sind (zeitlich) kĂŒrzer geworden – so muss ich nicht mehr so frĂŒh aufstehen und komme auch nicht so spĂ€t heim wie frĂŒher. Wenn frĂŒher immer „der ganze Sonntag“ weg war, so bleibt jetzt noch Zeit ĂŒber fĂŒr andere Interessen.

Auf den Touren mit Barbara musste jetzt ich lange am Berg aus sie warten. Auch in Griechenland. Ich mit Strom, die Barbara ohne Strom. Die VerhÀltnisse hatten sich umgekehrt.

Barbaras elektrischer Bergesel, der 327 von Conway.

Dann hat sie sich auch ein 327 von Conway gekauft und jetzt haben wir gemeinsam einen großen Spaß! Die TagesausflĂŒge in die bayerischen Alpen zeitlich ĂŒberschaubar und nicht mehr durch so lange Aufstiegszeiten belastet wie frĂŒher. Und ich freue mich schon so richtig auf den FrĂŒhling und bin mir sicher, dass wir in 2018 ziemlich viel in den Alpen unterwegs sein werden. Und freue mich schon so richtig auf die zwei Rad- / Schwimm-Wochen Ende August / Anfang September auf dem Peloponnes!

Beim nĂ€chsten Mal berichte ich dann ĂŒber mein Utopia London mit Frontantrieb, das fĂŒr mich das absolut perfekte Reise- und Alltagsrad ist. Wenn ich das eCargo mit einem VW-Transporter vergleiche, dann entspricht das eBike eher einem Jeep und mein London wĂ€re dann so etwas wie die Mercedes-Limousine der S-Klasse.

Über „meinen Mercedes“ (von Utopia) berichte ich dann in meinem nĂ€chsten Artikel zu eBikes.

RMD

P.S.
Die beiden Bilder sind von der „Conway-Website“, auf die ich öfters verlinkt habe.

1 Kommentar zu “Elektrisch unterwegs – in den Alpen und auf dem Peloponnes – mit eBike.”

  1. Stephan (Dienstag, der 9. Januar 2018)

    Hallo! Vielen Dank fĂŒr deine Interessanten BeitrĂ€ge zum Thema bizyklischer E-MobilitĂ€t! Ich spiele auch schon eine Weile mit dem Gedanken, mir ein Rad mit elektrischer UnterstĂŒtzung zu holen. Mein Haupt-Gegenargument ist jedoch, das viele Komponenten aus Fernost kommen und wohl teilweise aus menschenunwĂŒrdiger Produktion und Ausbeutung der Umwelt. Mich wĂŒrde interessieren, ob du dir beim Kauf auch Gedanken ĂŒber solcherlei Belange gemacht hast, und falls ja, was dein Erkenntnisse waren.
    Liebe GrĂŒĂŸe aus Jena

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