Roland Dürre
Freitag, der 1. Juli 2011

„Elektronische Bücher“ oder „vom Saulus zum Paulus“

Unser IF-Blog-Autor Klaus Hnilica hat mir gestattet, seinen noch nicht veröffentlichen Thriller „Das Zittern der Libelle“ vorab zu lesen. Da ich das Buch als PDF auf dem Rechner hatte und nicht auf viel Papier ausdrucken und mitschleppen wollte, habe ich den Roman in Finnland auf meinem kleinen MacBook Air gelesen.

Ich war begeistert und habe mich in einem Stück durch gefressen – für ein paar Stunden unansprechbar für den Rest der Welt. Und dies am Rechner! Bisher habe ich mich als Gegner des „elektronischen Lesens“ gesehen und wollte dem guten alten Buch die Treue halten. Es war das erste mal, dass ich einen doch ziemlich langen Roman auf einem Bildschirm gelesen habe. Für mich ein Kulturschock.

Elektronisch lesen macht richtig Spaß! Es gibt kein Blättern und man hat immer eine tolle Übersicht. Langweilige Stellen kann man eleganter überspringen als in einem Buch und findet blitzschnell die Stellen, die man nachlesen will. Die Größe der Schrift kann ich so einstellen, wie sie mir passt. Und ich kann auch im Dunkeln lesen – so geht ein Traum meiner Kindheit in Erfüllung. Und wenn das schon auf einem einfachen Mac so gut geht, dann dürfte es ja auf den Spezialgeräten noch besser gehen.

Und wenn ich mit einem Buch eines Autors fertig bin und mir dann gleich ein anderes von ihm laden kann, klingt das auch nicht schlecht. „Elektronisch lesen“ muss ja auch für Fachbücher traumhaft sein, da lese ich ja meistens nicht das ganze Buch sondern selektiere Kapitel oder interessante Absätze.

Es gibt ja noch mehr Vorteile von e-Books: Auch kleine Auflagen sowie Übersetzungen in nicht so verbreitete Sprachen machen Sinn. Der Verleger erspart sich das „Out-of-Print“-Problem wie die Vernichtung der zu viel gedruckten Bücher.

So werde ich vom „Saulus“ zum „Paulus“. Dachte doch noch bis vor kurzem, dass die elektronischen Bücher keine Chance haben werden – und jetzt bin ich überzeugt, dass sich das elektronische Lesen von Lektüre aller Art massiv durchsetzen wird. Innovation ist nun mal auch Zerstörung.

Und muss mir jetzt meine persönliche Lesestrategie überlegen. Wer hilft mir bei meiner „e-Book-Strategie“?

RMD

P.S.
Natürlich habe ich immer noch ein paar Einschränkungen. Finde dass elektronische Bücher deutlich billiger als das entsprechende Paperback sein sollten. Und am Flohmarkt wird man sich weiter nur über Papierbücher freuen.

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1 Kommentar zu “„Elektronische Bücher“ oder „vom Saulus zum Paulus“”

  1. E2E (Freitag, der 1. Juli 2011)

    Kann ich nachvollziehen – habe meinem Sohn aus USA einen Kindle mitgebracht (dort viel billiger) und bin auch bekehrt! Beim nächsten trip hole ich mir meinen….Ist echt faszinierend praktisch und macht Spaß.

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