Roland Dürre
Donnerstag, der 31. Juli 2014

„Emma“ und „Der kleine Prinz“!

Diese Woche habe ich mir Mittwoch und Donnerstag eine Auszeit genommen. Also bin ich am Mittwoch mit Fahrrad und liebem Anhang per Bayern Ticket nach Würzburg gefahren.

torturmstartEin Grund für die Reise war, dass ich am Abend im „Torturmtheater Veit Relin“ in Sommerhausen die „Emma“ anschauen wollte. Die „Emma“ ist eine zärtliche Liebesgeschichte und wird bis zum 9. August gegeben. Das Stück war toll und hat mich außerordentlich berührt.

Sommerhausen ist ein ganz kleiner Ort am Main, am Ufer gegenüber liegt Winterhausen, das auch über einen Bahnhof verfügt, an dem noch regelmäßig Züge halten. Sommerhausen wirkt wie ein Dorf aus einem Märchen, so gar nicht von dieser Welt. Viel ist nicht los in Sommerhausen, ein paar Hotels und ein paar Restaurants. Und ein paar besondere Geschäfte.

In Sommerhausen steige ich immer im Sonnenhöfle ab. Von dort sind es nur ein paar hundert Meter zum Torturmtheater. Auf dem Weg zum Theater komme ich immer an so einer Art Freiluft-Antiquitariat vorbei. Dort kann man sich gegen eine freiwillige Gabe aussuchen und mitnehmen

Gestern lag da der „Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Ich habe ihn zwar noch daheim, kauf ihn mir als Lektüre für die Heimfahrt, es ist die Neuauflage von 1979, das Original ist ja unglaublicher Weise schon 1946 erschienen.

Nach der Emma bin ich in der Stimmung, noch mal den kleinen Prinzen reden zu hören und schaue ins Buch rein. Und finde auf der ersten Seite eine erstaunliche Widmung. Da steht in sauberer Handschrift:

So wie der kleine wollte ich immer sein – etwas dumm, nicht ganz realitätsbewußt, ein kleiner Träumer; nicht von „hier“ mehr von „dort“; einer der Elefanten gerne gemalt hat und nur diese zeichnen konnte – Vielleicht verstehst Du mich jetzt ein wenig mehr.
In Gedanken bei Dir – Dein P, im August 1979″

Die Widmung berührt mich wie die gerade erlebte „Emma“. Im August 1979 hatte ich gerade ein Haus gekauft, aber noch keine Kinder. Das erste sollte erst im September 1980 zu uns kommen.

Und ich musste diesen Abend noch lange nach denken, wie es damals war – und welchen Weg das kleine Büchlein wohl bis ins Antiquariat in Sommerhausen gegangen ist.

Mit einer Träne im Auge sende ich heute die besten Grüße aus Feuchtwangen in der Nähe von Ansbach, so 90 km von Sommerhausen entfernt. Morgen geht es dann soweit wie möglich in Richtung München, ich tippe auf Nördlingen oder Donauwörth. Schau mer mal.

RMD

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