Roland Dürre
Samstag, der 28. März 2009

Enteignung in Deutschland !?

Ein „Schreckgespenst“ geht durch Deutschland – es droht die Enteignung von Aktionären, wie z.B. bei der Hypo Real Estate.

In Wikipedia finden wir über den Begriff Enteignung einen exzellenten Artikel. Auch Karl Marx, den ich immer mit Enteignung assoziere, ist in Wikipedia ausgezeichnet vertreten. Es lohnt sich immer wieder, die Wikipedia-Artikel zu solchen Themen mal zu lesen, bevor man blind mit dem Diskutieren los legt.

In Wikipedia finden wir auch das von mir genutzte Bild und die schöne Unterschrift von Karl Marx.

Die konkret angedachte Enteignung in Deutschland ist ein komplexes Thema. Da sollte man nicht zu schnell schießen.

Ich verstehe, dass die Regierung den Gang von großen Banken in die Insolvenz vermeiden will, weil sie diese Institute für „systemrelevant“ hält und annimmt, dass bei der Insolvenz einer großen Bank alles zusammen bricht. Auch haben sich die Eigentümer nicht immer sehr kooperativ verhalten, sie waren nicht bereit ihre Anteile zum aktuellen (Niedrig-)Kurs zu verkaufen und auch nicht, notwendiges Kapital nach zu schießen.

Unser „gesundes“ Rechtsempfinden empfindet es als richtig, etwas wertloses, das eine Gefahr da stellt und unserer Sozialgemeinschaft Staat nur noch Kosten macht, zu enteignen. Besonders dann, wenn die Eigentümer keine Anstrengungen unternehmen, ihr Eigentum wieder in Ordnung zu bringen.

Aber eine Lanze möchte ich für die „bösen Aktionäre“ z.B. der Hypo Real Estate doch brechen. Wahrscheinlich haben sie die Investition in diese Bank auch deshalb für gut gehalten und durchgeführt, weil sie der Meinung waren, dass dieses Unternehmen aufgrund seiner „Systemrelevanz“ unverletzbar ist. Gab es denn vor sagen wir mal 5 Jahren eine Investition mit höherer Sicherheit als die in eine Deutsche oder Bayerische Hypothekenbank, die zu dem noch ihr Hauptgeschäft mit der vermeintlich sichersten Anlageform der Welt, den öffentlichen Pfandbriefen, gemacht hat?

Vielleicht haben sie deshalb auch mehr für das Investment bezahlt, als sie für ein normales, nicht „systemrelevantes“ Unternehmen ausgegeben hätten. Dann wären die jetzt zu enteignenden Aktionäre auch ein wenig die „Ausgeschmierten“, und der Glaube an „sichere Anlagen“ würde bei allen Investoren weiter schwinden.

Aber wahrscheinlich gibt es sichere Anlagen ja eh nicht.

RMD

P.S.
Für mich ist „Systemrelevanz“ ein Unwort und ich glaube nicht, dass die Banken so „systemrelevant“ sind, wie von der Mehrheit der Politiker dogmatisch angenommen (siehe auch meinen Artikel: Banken, eine systemrelevante Industrie …).

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