Roland Dürre
Sonntag, der 2. Dezember 2012

ESM und EFSF und der Baron Münchhausen

Ja die lieben Nachrichten. Steht doch gestern in der SZ:


Moody’s stuft ESM und EFSF herab
Ratingagentur entzieht Rettungsschirm Spitzenrating
Erst wurde Frankreich abgewertet, jetzt trifft es folgerichtig den europäischen Rettungsschirm. Die Agentur Moody’s senkt die Bonitätsnoten von ESM und EFSF um eine Stufe. Damit könnte die Rettung des Euros noch teurer werden.

Soweit der Auszug aus der Meldung der SZ.

Zuerst ein paar Zahlen:

Wichtigstes Land für ESM und EFSF ist Deutschland, das mit bisher 29,07 % + haftet. Das „plus“ entsteht durch Sonderregelungen wie für die Slowakei, da geht es aber nur um ein bis zwei 100 Millionen €.

Weitere Anteile tragen natürlich auch Frankreich (20,4 %), Italien (17,9 ) und Spanien (11,9).  Das glückliche Österreich ist zum Beispiel auch dabei und zwar mit 2,8 %. Auch zum Bunde (oder zur Bande?) gehören Belgien (3,5 %), Finnland (1,8 %), Griechenland (mit 2,8 % wie Österreich!), Holland (5,7 %), Irland (1,6 %) und Portugal (2,5 %). Da tröstet es nur schwach, dass so finanzstarke Länder wie Malta und Zypern mit nur 0,4 und 0,9 % haften.
(Quelle: SMP, EFSF und ESM – Allianz Global Investors) [PDF] )
Hoffe, dass die Zahlen stimmen, wer weiß das heute schon noch so genau.

Dies bedeutet, dass weit mehr als die Hälfte der Länder, die den Schirm stabilisieren sollen, schon jetzt unter dem Schirm stehen. Alleine Frankreich, Italien und Spanien halten zusammen 50,4 %!

Und für die Dummen erklärt es Moody’s auch noch. Kurz gefasst sagen die:

Die Bonität eines „Schirmes“ könne nicht besser sein als die Bonität derer, die diesen halten.

Das ist doch eine ganz einfache und gut nachvollziehbare Folgerung. Und wie regiert die deutsche Politik? Sie meint, Moody’s hätte vergessen, die starke politische Einigkeit von €-Land bei der Bewertung mit einzubeziehen. So habe ich es gestern im Fernsehen gesehen.

Mir fällt dazu nur noch der geniale Baron ein, der tief im Sumpf gefangen die absolut überzeugende Idee hatte, sich einfach am Schopfe zu packen und so wieder aus seiner Bredouille heraus zu ziehen. Schade, dass man Münchhausen auch den Lügenbaron nennt.

😉 Und weil bald Weihnachten ist könnte man rufen: Heißa – das wird lustig werden, das kann eine schöne Bescherung geben!

RMD

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2 Kommentare zu “ESM und EFSF und der Baron Münchhausen”

  1. Chris Wood (Sonntag, der 2. Dezember 2012)

    I hear that experts say that the finance crisis will continue for some years! But things are worse than that. The finance crisis is just a symptom of the effects of overpopulation, exhaustion of resources, and the climate change. Civilisation can be saved only by changing humanity’s lifestyle, (although nuclear-fusion power may help too). Who can expect such salvation in a world dominated by ignorance and foolishness? Merry Xmas!

  2. rd (Sonntag, der 2. Dezember 2012)

    Ich gebe dem Chris recht (bis auf seine Hoffnung auf Kernfusion).
    Nur, die Frage, wie lange die Finanzkrise sich in Deutschland/Europa fortsetzen wird, die ist ganz einfach zu beantworten: So lange, bis der der € fällt. Und was dann kommt, weiss man nicht. Aber nach einem kurzen Erdbeben (oder auch nicht) wird das Leben weitergehen, vielleicht anders – auch im Sinn von Chris – oder auch nicht. Keiner weiß es 🙂

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