Roland Dürre
Mittwoch, der 23. Mai 2012

Facebook geht an die Börse …

Wie Mark Zuckerberg mit Facebook an die Börse ging, gab es ein Erdbeben. Nicht nur in Italien und Bulgarien sondern auch in den Medien.

Und die medialen Nachbeben wollen nicht enden. Die Schlagzeilen sind meistens Blödsinn wie „Zuckerberg um eine Milliarde“ ärmer. Die Bild hat auch fleißig berichtet (gestern und vor sechs Tagen). Und auch heute in der Münchner AZ war heute wieder eine Meldung zum Börsenkurs von Facebook auf der ersten Seite.

Und was ist wirklich passiert?

Marc Zuckerberg hat es geschafft, einen Teil seiner Aktien sehr gut an der Börse zu platzieren. Und richtig viel Geld eingesammelt.

Jetzt gibt es eine Reihe von Gewinnern:

  • Die Ausgabebanken – sie haben an diesem Big Deal so richtig profitiert.
  • Mark – weil er kräftig Kasse gemacht hat.
  • Das US-Finanzamt, weil es gut mitverdient.
  • Das Unternehmen Facebook, weil es jetzt wohl über eine gute Kriegskasse verfügt.

Verlierer könnte es auch geben. Das könnten die Anleger sein. Denen geschieht es aber zu Recht. Sie haben noch an die Mechanismen vor der Jahrtausendwende geglaubt. Da wusste man, dass man mit größter Wahrscheinlichkeit die Aktien der meisten „IPO“s kurz nach der Ausgabe für wesentlich mehr verkaufen konnte.

Das hat damals auch meistens geklappt. Ich selbst habe öfters „Family&Friends“ – Aktien von solchen IPO’s angeboten bekommen, aus Prinzip aber nie mitgemacht und mich im Nachhinein geärgert, weil man den Einsatz am Tag darauf schon wieder doppelt zurück bekam.

Bei Facebook könnte ich mir vorstellen, dass vielleicht die Hälfte der Aktienkäufer sich solch einen schnellen Gewinn erhofft hatten. Der Rest waren wohl „institutionelle Anlieger“, die zumindest kurz- und mittelfristig den falschen „Analysten“ gefolgt sind. Das gehört halt zu deren Geschäft dazu.

Dem Unternehmen Facebook selbst kann der Börsen-Kurs völlig gleichgültig sein. Da hat der Mark Zuckerberg immer noch die bequeme absolute Mehrheit und kann den Unternehmens-Kurs wie auch die Gewinnverwendung und was halt so alles dazu gehört ganz alleine weiter bestimmen.

Eigentlich ist nichts passiert. Ein paar haben Geld ausgegeben, das zumindest kurzfristig verloren ist. Mark&FB, Banken&Finanzamt haben genau dieses Geld eingenommen und untereinander aufgeteilt.

Vielleicht schafft Facebook langfristig den sensationellen kaufmännischen Erfolg, der das hohe Investment rechtfertigt. Oder sie schaffen es nicht. Das spielt aber eigentlich gar keine Rolle. Der Erfolg von Facebook wird garantiert nicht von den Ausschlägen an den Börsen oder gar der Bewertung durch Analysten abhängig sein.

Und die Zocker haben halt ein Pferd mehr bekommen, auf dass sie jetzt wetten können.

🙂 Ist doch für alle Beteiligten schön!

RMD

Be Sociable, Share!

Kommentar verfassen

*