Roland Dürre
Dienstag, der 29. Juli 2008

Flieger für die Wüste

Anfang 2008 bin ich mit der MS Europa und mit lieben Freunden von CAIRNS in Australien nach MANILA auf den Philippinen gereist. Das war vor meiner flugfreien Zeit. Hin bin ich für unglaubliche 750 EURO mit Quantas und Jetstar Airline von Frankfurt via Singapur und einem Zwischenstop in Darwin nach CAIRNS geflogen. Es war die „Holzklasse“ und gerade die Jetstar Airline hat doch stark an die deutsche BA von Herrn Wöhrl erinnert. Rückwärts von Manila via Abu Dhabi nach München sind wir dann für ebenso unglaubliche 700 EURO mit Etihad in der Business-Klasse geflogen!

Zwar kannte ich damals Etihad noch nicht, aber meine nicht nur in touristischen Fragen sehr kundige Tochter Sabine konnte mich schnell beruhigen, dass dies eine Airline vergleichbar mit Emirates wäre und ich mir keine Sorgen machen müsse. Meine Freunde hatten übrigens ein wenig früher gebucht und für den gleichen Flug in der Business Klasse nur 650 EURO bezahlt. Die Business Class in den Etihad-Maschinen war von maximalem Luxus, nur die Stewardessen machten einen leicht „zombi-haften“ Eindruck. Mir ging es aber nur darum, im Flugzeug flach liegen zu können, auf den ganzen Techno-Schnickschnack verzichte ich gerne. Immer wieder frage ich mich, warum die Langstreckenflieger nicht einfach Liegen haben (wie im Liegewagen der Eisenbahn). Das wäre billiger und könnte mit ein wenig Nachdenken sicher genauso platzsparend gelöst werden wie die Bestuhlung.

Im Juli las ich dann in der Süddeutschen im Wirtschaftsteil, dass Etihad am ersten Tag der Farnborough Air Show 45 Maschinen des Typs Boeing 777 und 787 (mit Optionen fast 100) bestellt habe und außerdem bei Airbus zehn A380, 20 A350-1000 und 25 A320 kaufen wolle. Weiter hätte Etihad einen Jahresverlust erwirtschaftet, der ungefähr den Öleinnahmen eines Tages von Abu Dhabi entspräche. Und dass Abu Dhabi in den nächsten Jahren etwa 200 Milliarden Dollar investieren wolle, um sich unabhängiger von Öleinnahmen zu machen. Die Frage sei mir gestattet, wie man sich mit dem Aufbau einer Airline vom Öl unabhängig machen kann?

Im Juli 2008 lese ich auch folgende Presse-Mitteilung:

„IEA-Direktor Tanaka glaubt nicht an ein wirkliches Absinken der Ölpreise. In den kommenden zwei Jahren mag es zu Preisentspannungen kommen, da neue Ölförderprojekte die Produktion aufnehmen. Danach werde die Förderleistung aber sinken, bei gleichzeitig steigender Nachfrage aus Entwicklungsländern.“

Dies erscheint mir eine recht realistische Prognose. Und Abu Dhabi hat ja auch genug Platz in der Wüste, um dann seine wahrscheinlich nicht mehr benötigten Jets abzustellen. Vielleicht passen dann auch die ja noch mal auszuschreibenden Tankflugzeuge der US Army (im zweiten Anlauf dann von Boeing) auch noch hin.

RMD

1 Kommentar zu “Flieger für die Wüste”

  1. IF-Blog » Blog Archiv » “Porsche und Katar” oder “Der Kreislauf des Geldes” (Mittwoch, der 17. Juni 2009)

    […] Villen auf künstliche Inseln bauen, gründen Fluggesellschaften (z.B. Etihad – siehe meinen Artikel “Flieger für die Wüste”) und kaufen sich Anteile an Porsche und […]

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