Roland Dürre
Freitag, der 11. Dezember 2015

Für (noch) bessere Barcamps!

pmcamp-logo-dornbirnBarcamps wie #AktMobCmp oder #pmcamp haben noch viel Luft nach oben. Denn auch Unkonferenzen kann man – wie wohl alles im Leben – verbessern.

Die erste Regel könnte sein.
Ein kleines Barcamp ist besser als ein großes!
Im Sinne von „klein“ aber „fein“.

Weil:
Es geht nicht darum, dass viele Menschen kommen!
Obwohl das uns gefällt. Weil wir einfach auf Wachstum getrimmt sind und alles immer möglichst groß sein soll. Aber das ist es nicht.
Anmerkung: Wahrscheinlich gehen auch große Barcamps. Die müsste man dann als ein n-Tupel von vielen kleinen organisieren.

Sondern:
Es geht darum, dass man in Gemeinschaft über zwei Tage viel Spaß hat!
Und dabei noch viel begreift, versteht und tolles Neues entdeckt.
Und das wird eher in kleineren Gruppen möglich sein.

Nur – wie geht das?

Da muss man sich als Veranstalter sicherlich bei der Einladung etwas einfallen lassen. Indem man präzise beschreibt, warum es im Barcamp geht – das Thema also klar definiert, es aber nicht einschränkt sondern so offen wie möglich hält. Und ein klares Motto wählt. So haben wir es auch beim AktMobCmp versucht.

Es geht nicht um die richtigen und falschen Teilnehmer. Es geht um weiblich und männlich, um jung und alt. Es geht um die Bereitschaft, auf Augenhöhe, im gegenseitigem Respekt und in Wertschätzung in der Gemeinschaft auf dem Barcamp Erfahrung, Meinung und Wissen zu teilen. Mit Motivation, Mut, Herz, Kompetenz, Interesse, Engagement, Kritik, Sachwissen, Toleranz … Dies provokativ wie konstruktiv, achtsam und offen, vorsichtig wie mutig, optimistisch und pessimistisch, neugierig und frech, transparent und auf einfache Art und Weise.

Die Veranstalter sind auch in besonderer Art und Weise gefordert. Denn das Barcamp ist Gastgeber und bietet „nur“ den Rahmen, der es möglich macht, dass aus den vielen ICHs ein WIR wird. Die für ein barcamp üblichen zwei Tage sind eine kurze Zeit, die optimal genutzt werden möchte. Umgebung und Atmosphäre müssen passen, der Einstieg muss gelingen.

Für die Themen sind die Veranstalter allerdings nicht verantwortlich. Die Themen werden von den Teilnehmern eingebracht, die wir ja auch „Teilgeber“ nennen. So kommt es auf die gemeinsame Erarbeitung der „Sessions“ an. Das muss für jeden Tag getrennt gemacht werden. Auch innerhalb des Tages kann sich hier dynamisch etwas ändern, nur muss man dann gut aufpassen, dass man nicht unachtsam die Interessen von Teilnehmern verletzt.

Je besser die Sessions gemeinsam (vor)qualifiziert sind, desto besser werden sie gelingen. Gerade das Format der Sessions sollte vorher gemeinsam besprochen und beschlossen werden.

🙂 Die wichtigste aller Sessions ist also die Session, in der die Sessions des Tages beschlossen werden. Was das Anliegen ist, wie es gemeinsam beackert werden soll und welche Früchte man ernten will.

Die Formate von Sessions können sein:

  • Debatte
    Auch „Battle“ genannt. Das ist eine Zwiegespräch zweier Gruppen – ganz im Sinne der klassischen Dialektik – bei der beide Seiten versuchen mit ihren Antworten immer präzise auf die Argumente der anderen Seite einzugehen. Es gibt also zwei Parteien, einen „Schiedsrichter“, der unter anderem die Zeit nimmt und ein Publikum, dass abstimmt, wer die einzelnen Schritte gewonnen hat. Das besondere ist, dass man vorher verlost, wer welche Seite vertritt – so übt man sich auch im negativen Denken)
  • redlicher Diskurs
    Da gibt es von Habermas eine einfache Regel. Jeder gibt sein Argument ab, es geht nur um Argumente und dies ohne Ansehen von Person oder Position.
  • Fishbowl
    Den Begriff findet auch in Wikipedia. Ich würde die „Fishbowl“ als normale Diskussion bezeichnen, die sich auf originelle Art und Weise selbst moderiert
  • Moderierte Konsens-Findung
    Da gibt es diverse Methoden, die alle aufzuführen hier den Platz sprengen würde. Als Beispiel bringe ich hier nur die „Art of Hosting Methode“, wie wir sie beim PM-Camp in Dornbirn 2015 (#PMCampDOR) recht erfolgreich genutzt haben.
    PMCampDOR Intro 2015
  • Kreativer Raum
    Schön ist es immer, wenn etwas Bleibendes entsteht. Das könnte eine Werkstatt- oder Design-Session sein, in der man zum Beispiel einen Trickfilm oder einen Video-Film erstellt. Das geht im guten Team oft erstaunlich schnell und gut.
  • Story-Telling
    Ein paar schöne Fragen, ein ruhiger Raum und schon beginnen die Geschichten. Wichtig ist, dass hier eben nicht debattiert und diskutiert, sondern zuerst mal erzählt und zugehört wird. Hier ein Bericht von einer Veranstaltung dieser Art, bei der ich dabei war.
  • Spiele
    Da gibt es ja vom berühmten SeriousPlay mit Lego die verschiedensten Ansätze. Muss

actmobcmp_100-300x86Wahrscheinlich gibt es noch mehr – wie natürlich auch den normalen Vortrag …

Die Themen kommen natürlich von den Teilnehmern. Wenn die Teilnehmer schon Themen mitbringen, dann können diese wählen, in welcher Form sie ihr Thema vorstellen bzw. interaktiv bearbeiten wollen. Am schönsten ist es natürlich, wenn die Dinge sich in der Veranstaltung entwickeln.

Das bewusste Nutzen solcher Methoden soll den Wert für die Teilnehmer erhöhen, weil sie Neues erleben, aber auch weil so bessere Ergebnisse und Erkenntnisse erreicht werden können.

🙂 Ich kann nur versprechen, beim ActMobCmp oder auch AktMobCmp (beide Schreibweisen sind erlaubt) werden wir uns dazu einiges einfallen lassen.

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RMD

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