Roland Dürre
Samstag, der 4. April 2009

Gedanken zur Evolution (des Menschen) und …

Charles Darwin wurde im Februar vor 200 Jahren geboren, man spricht davon, dass 2009 das Jahr des Darwins ist. Neben den Urvätern dieses Themas wie Jean-Baptiste de Lamarck gilt er als der Vater der Evolutions-Theorie. Geschmäht wird er von den Kreationisten, die glauben, dass die Welt vor 6000 Jahren durch ein „Intelligentes Design“ erschaffen wurde wie sie ist und die weitere Entwicklung vorbestimmt ist. Darwin bedrohte mit seiner Evolutionstheorie das Weltbild der „Kreationisten“, nach wie vor gibt es zahlreiche „Kreationisten“, die die „Evolutionisten“ gar nicht mögen.

Die Geschichte des Menschen als (kleiner) Teil der Evolution begann vor 8 Millionen Jahren. Damals begann unser Urahnen, die Menschenaffen als Untergruppe der Primaten, sich aufzurichten. Das gilt als der erste Entwicklungsschritt hin zum Menschen. Die Wiege der Menschheit stand in Afrika und unser Urahn lebte im Dschungel, der ihm in Form von Früchten reichhaltig Nahrung gab. Durch eine derzeit noch nicht verstandene Veränderung der Rahmenbedingungen verschwand der Regenwald und unser Urahn musste sich seine Beute woanders suchen. Er fand sie in den vielen Flüssen und Seen, die damals Afrika bedeckten. Unser Urahn konnte aber noch nicht schwimmen, deshalb lernte er bei der Jagd im Wasser, sich aufzurichten. Das fand er wohl so praktisch, dass er diese Innovation auch auf Land beibehielt.

Afrika gilt als Wiege der Menschheit, weil alle frühen Funde von Menschen aus Afrika stammen. Erst vor 800.000 Jahren gibt es Hinweise auf Menschen außerhalb von Afrika. In Asien gab es vor 8 Millionen Jahren unserem Urahn sehr ähnliche Lebewesen. Die haben aber keinen aufrechten Gang gelernt, weil dort der Regenwald vor 8 Millionen Jahren nicht zerstört wurde. Soweit der aktuelle wissenschaftliche Stand. Der Schluss liegt nahe, dass es ohne die Zerstörung des Regenwaldes vor 8 Millionen Jahren in Afrika heute keine Menschen geben würde.

Die Wissenschaft der Evolution erfährt selbst auch eine Evolution. Vor ein paar Jahren ging man noch davon aus, dass unser Urahn sich aufzurichten lernte, um besser über das Steppengras hinausschauen zu können. So ist auch in der Wissenschaft „das Bessere der Feind des Guten“. So gut war die Erklärung mit dem Steppengras  aus meiner Sicht auch nicht – man denke nur an die Giraffe. Ein langer Hals erscheint doch zweifelsfrei nützlicher für besagten Zweck als ein aufrechter Gang.

Es ging weiter, der Mensch lernte seine Nahrung zu erhitzen. Dies ermöglichte ihm die Entwicklung des Gehirns, denn nur aus garer Nahrung konnte die für das Gehirn benötigte hohe Energie effizient gewonnen werden. Dann entwickelte der Mensch Bewusstsein, Sprache, Schrift und dann ganz viele Technologien – vom Buchdruck bis hin zum Internet.

Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass es auf der Erde vor dem Menschen keine intelligenten Wesen gab. Genauso gehen Sie davon aus, dass nach dem Aussterben des Menschen nicht zwangsläufig neue intelligente Kreaturen auf der Erde entstehen müssen. Im Gegenteil, diese Variante wird als äußerst unwahrscheinlich bewertet.

Und jetzt kommt die für mich spannende Frage:
Wäre es möglich, dass intelligente Kreaturen die Evolution positiv beeinflussen können? Kann dies durch gesteuerte Evolution geschehen?
Bisher scheint mir dies noch nicht so zu sein, aber für ausgeschlossen halte ich es nicht. Denn ich bin ein Optimist.

RMD

Reklame in eigener Sache: Dieser Artikel befindet sich auch auf meiner Website duerre.de unter Stichworte bei Evolution. Stichworte sind die Worte, die mir einen Stich :-) geben, d.h. wenn ich sie höre, piekst es bei mir, positiv oder negativ. Deswegen formuliere ich zu jedem Stichwort auf meiner privaten Website ein paar Gedanken oder erzähle eine passende Geschichte.

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