Roland Dürre
Freitag, der 4. Januar 2013

Gefahren und Schrecken der neuen Welt.

Früher habe ich die Gruppenfunktionen von Yahoo gerne genutzt. Heute bin ich ein begeisterter Google-Nutzer. Die Vielfalt der Werkzeuge von Google+ wie Drive, Hangout und manches mehr ergänzt durch weitere Tools für verschiedene Zwecke bilden ein geniales System für gemeinsames Arbeitens, das sogenannte coworking, auch über große räumliche Distanzen hinweg.

Auch liebe ich Facebook. Viele Dialoge mit mir nahestehenden Menschen führe ich fast ausschließlich über Facebook. Beziehungen zu lieben Freunden auch in anderen Erdteilen leben so sehr einfach weiter. Auch Twitter nutze ich intensiv, nicht nur zu Großereignissen wie #pmcamp.

Meine Kommunikation übers Handy realisiere ich am liebsten mit WhatsApp oder FB Messenger. Ohne diese tollen Hilfsmittel würde ich wahrscheinlich wirklich in „Kommunikationsstress“ kommen. Aber so geht das ganz locker vom Hocker – obwohl ich mich mit sehr vielen Menschen verbunden fühle und kommuniziere.

Aber jetzt kommt das Schlimmste – meinen Zahlungsverkehr realisiere ich am liebsten mit Paypal!

Viele meiner Zeitgenossen sind ob dies allem entsetzt. Ich wäre doch arg leichtsinnig, meinen sie. Menschen mit Zivilcourage warnen mich ernsthaft. Meine ganzen persönlichen Daten würde ich anonymen Kräfte wie Google anvertrauen. FaceBook würde mich für Werbezwecke ausspionieren. WhatsApp alle meine Telefonnummer stehlen und missbrauchen. Und ein absolutes NOGO wäre die Nutzung von Paypal. Das wäre doch ein ganz großes Risiko. Nicht nur für meine Daten, auch für mein Vermögen (Als ob die Banken ein geringeres Risiko für mein Vermögen wären).

Und ich denke mir dann:

Wovor habt Ihr eigentlich Angst? Es gab da mal eine Innovation, die nannte man Automobil oder Kraftfahrzeug. Und da sind wir auch alle aufgesprungen. Dabei war das wirklich gefährlich. Es gab Jahre, da hatten wir nur in der BRD 20.000 Verkehrstote! Damals bin ich Auto gefahren. Und wäre ein paar mal beinahe umgekommen.

War das nicht sehr leichtsinnig? Wenn man die Zahl auf Europa oder gar auf die Welt hochrechnet, hat diese Technologie Millionen von Menschen auf dem Gewissen. Und wahrscheinlich mehr als eine Milliarde Verletzte und sonst irgendwie massiv Geschädigte verursacht. Von der Zerstörung von Natur und Lebensraum und der Reduktion der Lebensqualität gar nicht zu sprechen.

Und so entgegne ich meinen besorgten Mitmenschen: Ihr habt Angst vor FaceBook, Google, Paypal, Twitter und WhatsApp! Aber Autofahren tut Ihr noch? Mit Euren Sorgen hättet Ihr nie Autofahren und bei den bösen Konzernen wie BP, Esso oder Shell auch nicht tanken dürfen.

Denn diese Innovation hat absehbar massiven Schaden an Menschen- und Vermögen bewirkt. Und tut dies immer noch. Eure Ausrede ist dann, dass das Auto alternativlos wäre. Ist es aber nicht. Seitdem ich nicht mehr Auto fahre, geht es mir sogar besser.

RMD

5 Kommentare zu “Gefahren und Schrecken der neuen Welt.”

  1. tural (Freitag, der 4. Januar 2013)

    Früher hatten wir die erste und die dritte Welt. Heute nur die eine.

  2. Chris Wood (Montag, der 7. Januar 2013)

    Roland, yes, I am shocked and frightened by all the computer software and hardware that you constantly use. I am amazed that you have the energy to learn to use them, as well as posting so much in your blog, running Interface, giving talks, etc. I can well understand that you cannot also consider my comments thoroughly. I cannot even properly learn one chess opening per year.
    After 40 years as a software professional, I am frightened that even my wife and daughters are leaving me behind, as regards competence in this brave new world. When will you and I completely lose touch with each other?
    Should I be consoled by the thought that Word or a simple browser is beyond many of my friends? I fear that this situation is part of the cause of growth of primitive religion. People can feel very competent in a globalised capitalist world, without understanding science.

  3. Hans Bonfigt (Dienstag, der 8. Januar 2013)

    > After 40 years as a software professional, I am frightened that even my wife and daughters are leaving me behind, as regards competence in this brave new world.

    Add me.
    My wife and my daughter let me far behind already after 30 years as a software professional.

    But i don’t care.

    Relevance matters.

  4. Chris Wood (Mittwoch, der 9. Januar 2013)

    Dear Hans, are you and I relevant?

  5. Hans Bonfigt (Samstag, der 12. Januar 2013)

    For ourselves, our families, customers and frends – and enemies – :
    I hope so.
    Not so long ago i read an article fom Ludwig Boltzmann, meanwhile 100 years old – and it was pure relevance. Unfortionately, this kind of relevance I will never gain.

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