Roland Dürre
Freitag, der 6. Mai 2011

„Geld, Macht, Frauen“ oder „Tatsächlich erlebt“

Diese Geschichte passierte auf einem meiner frühen Managementseminare. Ich war noch ziemlich jung und befand mich in einer beeindruckenden Runde. Lauter ehrgeizige Unternehmer, Manager und Lobbyisten saßen neben mir im Seminarraum eines Hotels in der Nähe des Flughafen Frankfurt. Alle ein Stück älter als ich und in feinem Zwirn.

Zu Beginn sollten wir kurz beschreiben, was wir uns vom Seminar erwarten würden. Alle sagten aus, dass sie gekommen waren, um (noch) erfolgreicher zu werden.

Der Trainer fragte uns dann, was wir eigentlich unter Erfolg verstehen würden?

Von einem Teilnehmer, gut aussehend, dynamisch wirkend und offensichtlich sehr erfolgreich, kam wie aus der Pistole geschossen folgende Antwort:

Erfolg, das wäre Geld, Macht, Frauen.

Er hat dann noch hinzugefügt, dass ihm die Reihenfolge gleich wäre.

Der Ton macht die Musik. Ich weiß nicht mehr, wie er es gesagt hat: kokett, zynisch, leichtfertig, lustig …? Oder um sich zu profilieren?

Aber irgendwie war es eine ehrliche Antwort. Zu leugnen, dass der Wunsch nach Macht und Geld (und auch Frauen) für Männer ein starker Antrieb ist, wäre doch ein wenig geheuchelt.

RMD

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4 Kommentare zu “„Geld, Macht, Frauen“ oder „Tatsächlich erlebt“”

  1. kuhn hans-peter (Samstag, der 7. Mai 2011)

    Hallo Roland,

    Bin eigentlich erstaunt, dass hier kein tropischer Regen an Kommentaren gekommen ist.

    Ich bin verwundert über Deinen Untertitel „Tatsächlich erlebt“, der suggeriert, dass hier etwas völlig unerwartetes, fast unvorstelbares passierte. Mitnichten, Dein Coseminarist gibt eine eindeutige, stocknormale, nachvollziehbare, für die meisten anstrebenswerte Definition von Erfolg. Ist das einen Artikel Wert? Oder erwartest Du, dass irgendjemand, besonders in Managerkreisen, Erfolg mit Nachhaltigkeit, Ethik und einigkeit definiert?

    Dein Typ hat Dir übrigens einiges voraus, er etabliert keine Präferenzordnung unter, Geld Macht und Frauen.

    Du fabrizierst eine eindeutige, Geld und Macht kommen vor Frauen, die nicht nur erst an dritter Stelle sondern auch noch in Klammern stehen. Ich halte derartiges nicht nur für diskriminierend und jenseits all dessen, was man als charmant bezeichnet sonder auch für schlechthin und objektiv falsch.

    Denk mal an James Brown „This is a man’s world but it would be nothing, nothing without a woman or a girl.“

    Schreib Dirs hinter die Ohren!!!

    Schönes Wochenende

    Hans-Peter

  2. rd (Dienstag, der 10. Mai 2011)

    Lieber Hans-Peter,

    danke für Deinen langen Kommentar.

    Aber für mich war das wirklich nur eine erlebte Geschichte, die ich ganz witzig fand. Die Frauen standen nur in Klammern, weil ich politisch korrekt sein wollte.

  3. hans-peter kuhn (Mittwoch, der 11. Mai 2011)

    Aus welchem Grunde ist es politisch korrekt Frauen in Klammern zu setzen? Ich meine du hast ein Selbsttor geschossen.

  4. rd (Mittwoch, der 11. Mai 2011)

    Vielleicht wollte ich auch den armen Männern gegenüber meine „political correctness“ erweisen 🙂 Und Eigentore gehören halt zum Fußball dazu …

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