Roland Dürre
Mittwoch, der 1. Juni 2011

Gandhi und Unternehmenskultur

„Achte darauf, dass Du die richtigen Mittel wählst, dann wird sich das Ziel von selbst einstellen.“
Mahatma Gandhi
(* 2. Oktober 1869 in Porbandar, Gujarat; † 30. Januar 1948 in Neu-Delhi, Delhi)

Dieses schöne Zitat ist mir vor kurzem wieder (in Twitter) begegnet. Und hat mich an meinen Vortrag beim IF-Forum Mensch&Management mit dem Titel Strategie: schlechte Ziele – schlechte Strategie erinnert (siehe Bericht und Video) am 11. April 2011 erinnert.

Denn meinen Vortrag würde ich heute in diesem einen Satz zusammen fassen:

Die Entwicklung und Pflege einer nicht feindseligen und die Menschen nicht über Gebühr belastenden Unternehmenskultur muss das primäre Ziel eines erfolgreichen Unternehmertums sein.

Auch so ein Satz, über den man mal nachdenken sollte. Der Satz von Gandhi aber tut mir wohl. Ich verstehe ihn so:

Mache Deine Arbeit richtig und gut – dann wirst Du Erfolg haben und ein schönes Ziel erreichen!

Oder anders herum:

Warum soll ich künstlich ein Ziel kreieren und in die Zukunft projizieren. Dann dazu akribisch Erfolgskriterien entwickeln, damit ich am Ziel angekommen meinen Erfolg messen kann?!?

Ist es der Grund, dass ich meinen Ehrgeiz als Movitationsfaktor einsetzen soll/muss, weil ich halt dem aktuellen Menschenbild folgend leider extrinsisch und nicht intrinsisch motiviert bin?!?

Oder soll einfach die Möglichkeit ausgeschlossen werden, dass ich mich über einen Erfolg erfreue, der so gar nicht vorher von mir abverlangt war?!?

Soll ich mich Jahre meines Lebens (oder mein ganzes Leben!) mit all meinem Handeln dem gesetzten Ziel unterwerfen?!?

Versklavt vom Wunsch, zu einer Elite zu gehören, die Spitzenleistungen erbringt, um eine eingegangene Wette (auf die Zielerreichung) zu gewinnen?!?

Von der ich beim Abschluss (der Wette) aber gar nicht wissen kann, ob sie gut ist – für mich, für meine Freunde und für den Rest der Welt?!?

Oder ist es nicht besser, wenn ich Gandhi folge und versuche, einen guten Job zu machen. Und bereit bin, dabei immer dazu zu lernen?! Und das Dazugelernte auf dem weiteren Wege einzubringen!?!

Und mich so über vielleicht bescheidenes aber nachhaltiges Wachstum in Qualität und Quantität erfreuen kann!?!

Nur mal so zum Nachdenken …

RMD

 

Be Sociable, Share!

2 Kommentare zu “Gandhi und Unternehmenskultur”

  1. Chris Wood (Mittwoch, der 1. Juni 2011)

    Yes, Ghandi is one of my great heroes. I get a lump in my throat when I see the great film about him. I don’t mind much about his strange behaviour towards women. I am proud of my countrymen in north England who supported him, although his boycott was putting them out of work in the cloth factories.
    But I am not very convinced about his achievements. He failed to hold the Indian sub-continent together, and India has remained in a state of war or near war with Pakistan ever since. India is supposed to be a democracy, but the dreadful Hindu caste system still largely applies. The total wealth of India is growing fast, but there is still terrible poverty, and a growing population. Things have worked well for the class into which he was born, but the common people might well have been better off in the British Empire. He was great as a martyr, but were the results really good?
    Roland, you think it is good enough to work well, without bothering about a target/objective, („Ziel“). But how can one recognise good work unless there is some target? You dodge out at the end, by giving as general objective „modest sustainable growth in quantity and quality“. What should grow, life, knowledge, complexity? Do only people matter?
    Still, it’s good to remind us that the way is the aim.

  2. rd (Mittwoch, der 1. Juni 2011)

    Vielleicht wäre nach zu tragen, dass das Gegenteil von „feindselig“ wohl „menschenfreundlich“ ist. Und neben „nicht über Gebühr belasten“ wäre vielleicht noch durch „vertrauensbasiert“ verbesserbar.

Kommentar verfassen

*