Roland Dürre
Samstag, der 2. November 2013

Goa …

… ist ein Traum

Ich habe schon viele schöne Strände an den Ozeanen dieser Welt gesehen. Goa spielt da sicher in der ersten Liga mit. Zwei Tage und zwei Nächte durften wir im „Ozran Heights Beach Resort“ an der „Small Vagator Beach“ den „arabischen Ocean“ genießen.

Wir haben in einer einer kleinen Anlage mit 16 sehr schön ausgestatteten „Hütten“ gelebt, und zwar in Cottage Nummer 3 und 4. Der Service war wie immer in Indien sehr personal intensiv und freundlich sowie aufmerksam. Die Gäste kommen aus erstaunlich vielen Nationen, es gibt auch einen starken russischen Anteil.

Vom Hotel aus geht es gleich bergab zu einem wunderschönen Strand. Dort ist so ein richtiges Tourismus-Paradies. Sandstrand mit Wellen, alles malerisch, nicht überbevölkert, eher einsam, aber dennoch mit diversen Bars.

Am Strand fallen mir gleich die vielen Kühe auf. Kühe am Strand, das sehe ich hier zum ersten Mal in meinem Leben. Die Kühe erinnern mich an unsere Radtour in Bombay. Da haben wir mitten in der Stadt in einem gepflegten und einem Tiergarten ähnlichen Areal 350 Kühe gesehen. Die leben in einer Stiftung, deren Aufgabe es ist, Kühe vor dem Schlachthof zu bewahren. Der Guide hat auf der Tour von 500 Millionen Kühen in Indien berichtet. Und ich habe gelesen, dass Indien der größte Exporteur von Rindfleisch in der Welt ist. Wie so oft eine fremde Welt.

Das Paradies Goa hat auch seine Schönheitsfehler: Einer ist der Plastik-Müll. Er hat leider auch vor den Stränden Goas nicht halt gemacht. Zwar laufen Frauen mit großen Körben am Strand herum und sammeln ein. Aber sie nehmen nur verwertbaren Müll mit. Plastikflaschen, Blechdosen und vieles mehr lassen sie einfach liegen. Es tut mir immer weh, wenn ich alle paar Meter eine Plastik- oder Glasflasche oder sonstigen Müll sehe. Wäre es doch so einfach, dies zu vermeiden. Und möchte eigentlich immer am liebsten beginnen, den Müll aufzusammeln.

In Goa hatten wir die erste ruhige Nacht seit unserem Ausbruch aus Deutschland. Ich habe geschlafen wie ein Gott. Die einzige Lärmquelle in der Nacht ist das Seufzen von Vögeln. Ab und zu bellen die vielen Hunde.

Auch in Bombay waren überall Hunde. Hunde sind in Indien überhaupt nicht aggressiv. Ganz im Gegenteil zu unseren Erfahrungen aus dem Mittelmeerraum. Auf unserer Radtour durch Bombay hat uns auch ein Hund begleitet. Solange wir durch sein Revier gefahren sind, wurde er von seinen Artgenossen immer freundlich begrüßt. Wie wir dann da aber raus gekommen sind, ist er immer kräftig verbellt worden. Community ist in Indien wohl nicht nur bei den Menschen von großer Bedeutung.

Nach vier Nächten in Bombay/Mumbai wird mir mal wieder klar, wie schlimm der nächtliche Lärm ist. Der unvorstellbare Lärmpegel in Bombay hat auch bei mir Hektik verursacht, ich habe sehr unruhig geschlafen. Am Morgen war ich angespannt und stressanfällig. Ich glaube nicht, dass man sich daran gewöhnen kann und verstehe die Menschen, die am Wochenende für 2 Nächte aus Bombay in die Ruhe flüchten.

Wir sind aber jetzt in Goa. Am zweiten Tag nehmen wir uns drei „Scooter“ und gehen nach einem ausgedehnten Strandbesuch mit Schwimmen auf Tour. Zuerst fahren wir nach Mapuso, dort ist am Freitag ein großer Markt, der wirklich sehr beeindruckend ist. Weiter führt unser Weg Danaji, dem „Old Goa“.

Auf der großen Einfallstraße in den Ort hinter der Brücke steht ein Polizeiauto (Nummer: GA 07 G 0058). Zwei Polizisten winken uns raus. Sie beschäftigen sich gerade intensiv mit einem russischen Pärchen. Wahrscheinlich hätten wir das einfach ignorieren und weiter fahren sollen. Aber brav, wie wir sind, halten wir an.

Unsere Verstöße sind zahlreich – fahren ohne gültige Fahrerlaubnis, ohne Helm und noch einiges mehr. Die beiden Polizisten machen einen zufriedenen Eindruck, sie scheinen heute schon reichlich Beute gemacht zu haben. Von uns wollen sie pro Scooter 1.900 Rupien. Die Verhandlungen mit Mr. Shetka (so heißt einer der Polizisten) sind hart aber sehr freundlich. Wir drohen, die Scooter stehen zu lassen und mit dem Taxi nach Hause zu fahren. Die beschlagnahmten deutschen Führerscheine tauschen wir gegen die Schlüssel der Mopeds ein. Die Mopeds werden angekettet.  Wir drohen zu gehen. Die beiden Polizisten wollen wohl ihre Schicht beenden. Die Diskussion wogt hin und her.

🙂 Nach einer guten Stunde können wir weiterfahren – für 1.000 Rupien (umgerechnet 12 Euro) pro Scooter. Beide Parteien sind zufrieden.

Mit den Scootern besuchen wir dann noch ein paar Sehenswürdigkeiten und einen ganz großen Strand. Bevölkert mit Menschen aller Nationen, denen es sichtlich allen sehr gut geht. Man merkt: Wer im Wohlstand lebt, der lebt angenehm.

Gr0ße Hotelbunker haben wir auf unserer Fahrt übrigens keine gesehen. Die touristischen Einrichtungen erschienen mir alle sehr mittelständisch, das Essen war überall gut und obwohl wir eigentlich nur in Kategorien der besseren Klasse eingekehrt sind für europäische Verhältnisse sehr preiswert.

Die zweite Nacht verlief genauso erfreulich wie die erste. Noch einmal richtig gut ausgeschlafen. Heute morgen sind wir dann noch mal geschwommen, um 11:00 haben wir die Zimmer geräumt und um 12:00 fährt uns das Taxi zum Flughafen.  Es geht zurück nach Bombay.

Jetzt liegt wieder eine laute Nacht in Bombay vor uns – und morgen geht es dann weiter …

RMD

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