Roland Dürre
Sonntag, der 27. September 2015

Großes „Muster brechen“ im PM-Camp Dornbirn #PMCampDOR

pmcamp-logo-dornbirnKeine zwei Monate sind es noch hin bis zum PM-Camp in Dornbirn am 20./21 November. Ich freue mich schon, aufs Treffen am Vorabend und aufs Camp.

Es ist schon das
5. PM-Camp in DornbirnPM-Camp feiert Jubiläum!

So schnell vergeht die Zeit! Mit Dornbirn schließen wir ein tolles PM-Camp-Jahr 2015 ab. Wir hatten wunderbare PMCamps dieses Jahr – in Stuttgart, Zürich, Bad Homburg, München, Berlin, Karlsruhe, Barcelona und Wien. Hoffe, dass ich keines vergessen habe.

Das OrgaTeam Dornbirn will wieder Gastgeber eines ganz besonders PM-Camps sein. Da liegt die in diesem Jahr die Latte sehr hoch. Im Orga-Team haben wir für Dornbirn „MUSTER BRECHEN“ als Metapher gewählt. Da mir Veränderung und Umdenken sehr angezeigt erscheint habe ich auch dafür gestimmt.

In den letzten Tagen musste ich lernen, dass „MUSTER BRECHEN“ hoffähig, ja zum Hype geworden ist. Auf Tagungen von bayerischen Schuldirektoren habe ich es im Programm gefunden, auf der Story-Telling-Übung ist es mir begegnet und es rauscht auch nur so durch die Medien. Zum PM-Camp gib es eine Blog-Parade mit Anker in der Website von #PMCampDOR.

So habe da jetzt schon viel Schlaues dazu gehört und gelesen. Aber mir noch keine Meinung bilden können. Denn um Muster zu brechen muss man sie wahrscheinlich vorher erkennen. Weiter könnte es auch sein, dass kollektiv gültige Muster zu individuellen Gewohnheiten führen. Und lieb Gewonnenes zu verändern ist immer schwierig. Heißt es nicht oft ganz richtig „Das haben wir immer schon so gemacht“. Weil wir es ja wirklich immer schon so gemacht haben! Und jetzt sollen wir es anders machen? Ist schon schwierig.

Aber vielleicht ist es ja auch ganz einfach. Vielleicht fängt man am besten damit an, „die Dinge mal auf den Kopf zu stellen“.

Hier ein Beispiel:

Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz in unserer „Freien-Markt-Gesellschaft“, dass ein Gut desto billiger wird je mehr man davon kauft. Das gilt sogar für mittelfristig knappe und langfristig endliche Güter wie Erdöl. So auch für den Strom oder Lebensmittel. Wenn Du 10 Autos (oder Fahrräder) kaufst, kriegst Du auch einen besseren Preis als wenn Du nur eines nimmst. Man nennt das einen Mengenrabatt, -nachlass oder -bonus.

Jetzt betrachten wir mal den Zusammenhang zwischen „Klima“ und „Fliegen“. Unzweifelhaft erzeugt die Luftfahrtindustrie Unmengen von Treibhausgasen. Die werden auch noch in großer Höhe ausgebracht, wo die schädliche Wirkung höher als am Boden ist.

Das Ziel der Flugindustrie ist, möglichst viele Menschen durch möglichst niedrige Preise in die Flieger zu bringen. Andererseits konvergieren die Modelle und Berechnungen verschiedener Wissenschaftsdisziplinen in der Aussage, dass die Erwärmung der gesamten Welt mit der zwangsläufig daraus resultierenden Veränderung unserer Lebensbedingungen wesentlich von unserem Verhalten (Verbrennen von fossilen Energien) abhängt.

So wird jedem – zumindest nicht abergläubischem Menschen klar – dass wir unter anderem auch weniger fliegen müssen, um den Sturz in die (Klima-)Katastrophe auch nur ein wenig abfedern zu wollen. Wir haben einen Widerspruch. Wir sollen mehr fliegen, denn (ein zweites Muster zum brechen) wir brauchen Wachstum. Überall. Und wir sollen weniger fliegen. Für die Zukunft.

Wie löst man dieses Dilemma?

Ein allgemeines und totales Flugverbot ist nicht durchsetzbar und wäre auch für Menschen in besonderen Lebenssituationen faktisch unzumutbar.
🙂 Die Frage ist natürlich ob die Folgen der Klimakatastrophe zumutbar sein werden.
Das Fliegen absolut wesentlich zu verteuern, wäre vielleicht unsozial. Eine einfache Lösung könnte sein:
Man stellt das Gesetz vom Mengen-Rabatt auf den Kopf und führt ein neues Gesetz ein, den Mengen-Malus. Das würde bedeuten, dass jeder Bürger ein paar Tausend Meilen pro Jahr zu ähnlichen Preisen fliegen kann wie bisher. Hat der „Flugkäufer“ diese Grenze erreicht, dann kostet jede Meile mehr, dies möglichst geometrisch steigend. So wäre es möglich, einerseits eine vernünftige Mobilität zu belassen, aber zumindest die schlimmsten Auswüchse zu kappen. Und den erzielten Überschuss in den vernünftigen Fortschritt zu investieren.

Dieses neue Muster würde auch zum Beispiel beim elektrischen Strom Sinn machen. Warum soll die Fabrik, die Alu-Dosen fürs Bier produziert und astronomisch viel verbraucht, den Strom wesentlich billiger kriegen als der kleine Familienhaushalt, der fast nichts braucht?

Es wäre doch besser, wenn diese industrielle Verschwendung teuerer wäre als das wenige, was ein Haushalt verbraucht. Das würde dann nicht nur den Verbrauch aus dem Kostendruck heraus senken sondern auch noch die menschliche Kreativität dazu bringen, sich mehr um die (mögliche) Lösung solcher zentraler Probleme kümmern. Oft sind die besseren Technologien ja schon vorhanden und werden nur nicht eingesetzt, weil der Rohstoff halt viel zu billig ist.

Mit „Dinge auf den Kopf stellen“ könnten wir schon mal anfangen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass „Muster brechen“ noch viel mehr bedeutet. Gut, dass wir bis zum PM-Camp noch ein wenig Zeit zum Nachdenken haben.

RMD

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