Roland Dürre
Samstag, der 18. August 2012

Gut angekommen

Die ja fast dreitägige Reise zu unserem Zeltplatz in Porto Ageranos 10 km südlich von Gythio verlief äußerst angenehm. Am letzten Mittwoch, an Maria-Himmelfahrt,  ging es ganz entspannt in Riemerling um 8:30 los.

Es war ein wunderbarer Tag zum Reisen. Keine Lkws auf den Straßen und auch kein Stau, dies auf der kompletten Strecke von München nach Venedig.

Am Nachmittag nach einer gemütlichen Autofahrt mit schönen Pausen kommen wir in Venedig an. Dort ist Trubel wie immer. Das Einschiffen, diesmal auf die Kriti II der Anek Lines, verläuft exzellent. Kaum angekommen, durften wir schon aufs Schiff. Das mitgebrachte und gut gekühlte kleine Bierfass (eine 5-Literdose) wurde pünktlich zum Ablegen um 18:00 geöffnet und gemeinsam mit dem verbliebenen Reiseproviant vertilgt.

Noch ein gutes Abendessen im „Self Service“ und die erste Nacht auf See kann kommen. Wir haben eine Viererkabine, die ich mit Barbara und unseren Töchtern Anna und Maresa teile. Martin und Patrick finden am Heck auf Deck 6 ein gemütliches Plätzchen.

Die Kriti II (das Schwesterschiff der baugleichen Kriti I) ist nicht so hoch wie die modernen Fährschiffe, dafür um so breiter. Das Schiff hat 32.000 Pferdestärken und schafft 22 Knoten. Die Länge ist 191,8, die Breite 29,4 Meter. Auf 8 Decks finden 1.477 Passagiere und 719 Fahrzeuge Platz. Nur das Baujahr findet man wohlweislich nirgends im Prospekt.

Aber trotz des Alters macht die Kriti II einen gepflegten Eindruck. So haben wir am Donnerstag einen wunderschönen Tag auf dem Meer, der dann am Nachmittag mit dem Erscheinen der albanischen Küste backbord gekrönt wurde. Traumhaft, wie das Schiff an dem Land der Skipetaren förmlich vorbei schwebt, um dann um 21:00 in Igoumenitsa anzulegen, Von dort geht es weiter über Korfu zum Zielhafen  – Patras. Und auch die zweite Nacht auf See ist sehr angenehm.

Erfreulich auch, dass die Kriti II am nächsten Morgen nicht pünktlich um 5:30 in Patras ankommt sondern sich ihren Passagieren zu liebe Zeit lässt und ein wenig bummelt. So legt sie erst um 6:30 im Hafen von Patras an, fürs „out boarding“ doch eine ein wenig für uns Menschen freundlichere Zeit als 5:30.

Die Weiterfahrt in Richtung Korinth und nach Süden via Tripoli und Sparta verläuft ohne Schwierigkeiten. Wenig Verkehr und auch keine Reifenpanne – wie das letzte Jahr – also alles bestens.

Und gestern am Freitag Nachmittag sind wir schon auf unserem Lieblingsplatz in Porto Ageranos. Die Zelte sind aufgebaut, die Fahrräder stehen bereit und das Kajak ist auch schon aufgerüstet.

Auf dem Zeltplatz angekommen fällt auf, dass keine deutschen Nummernschilder zu sehen sind. Viele Griechen, ein französisches Paar und eine italienische Familie, das ist es. Schon bei der Herfahrt haben wir die deutschen Autonummernschilder vermisst, die normalerweise die Urlaubsstraßen auch Griechenlands dominieren.

Deutsche scheinen hier irgendwie selten geworden zu sein. Nicht mal mehr die Wohnmobil-Opas sind uns begegnet. Sind zwar auch nur persönliche Einzelerlebnisse. Wir aber bekommen schon den Eindruck, dass „die Deutschen“ Griechenland jetzt als Urlaubsland meiden würden. Eigentlich schade.

Hoffe, dass mein Eindruck trügt. Wäre ja wieder mal typisch deutsch, wenn meine Landsleute nur wegen der EURO-Krise (was ist das eigentlich) dieses wunderschöne Land meiden würden.

Wir haben aber auch dieses Jahr unsere griechischen Gastgeber freundlich wie immer erlebt. Und genießen ihre Sympathie und geben gerne unsere uneingeschränkt zurück. Verrücktes Europa.

Jetzt werden wir es uns nur noch gut gehen lassen. Einfach leben, treiben lassen, viel schwimmen, Gutes und Frisches essen wie Tomaten, Weintrauben, Melonen, Fisch … Und viel Radeln – so wir wie heute am Samstag am ersten Tag schon mal Gythio besucht haben. Das übrigens immer schöner wird – weniger Müll wie früher, alles ein klein wenig gepflegter – aber nach wie vor komplett frei von der nervigen Touristifizierung so mancher griechischer Ferieninsel.

Und ganz wichtig. Wir werden uns von nichts ärgern lassen. Und selbst wenn in den nächsten zwei Wochen der EURO untergeht – die Welt wird für uns nicht untergehen!

RMD

P.S.
🙂 Und wie das Bild zeigt, bin ich auch energiemäßig vom EURO unabhängig.

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