Roland Dürre
Donnerstag, der 12. November 2009

„Hohe Einkommen II“ oder „Urheberrecht+Fans=Geld“

Oder auch

„Joanne K. Rowling und Michael Ballack“

Vor kurzem habe ich die Forderung kommentiert, die Einkommen von Managern zu begrenzen. Sportler, diverse Stars und Autoren verdienen aber oft mehr als Vorstände. So liegt die Frage nahe:

Ist es in Ordnung, dass ein junger Sportarbeiter im Jahr ein Mehrfaches von dem verdient, was ein qualifizierter Ingenieure in seinem ganzen Leben nicht verdienen wird?

Oder:

Kann es sein, dass ein Autor aus dem Nichts superreich wird?

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Das Vermögen von Michael Ballack habe ich nicht in Wikipedia gefunden. Von Joanne K. Rowling ist bekannt, dass sie mit der Erfindung von Harry-Potter in wenigen Jahren ein Vermögen von einer Milliarde US-Dollar generiert hat.

Obwohl es wahrscheinlich für eine Einzelperson keinen Sinn macht, soviel Geld zu besitzen, gönne ich ihr den Reichtum. Ihre Geschichten sind von hintergründiger Menschlichkeit, fast schon philosophisch.

Exorbitante Einkommen sind nur möglich, wenn viele dafür bezahlen. Die Medienunternehmen kassieren für begehrte Inhalte so richtig ab. Überall lauern Lizenzen. „Raubkopien“ (!) werden streng geahndet. Wer Fußballspiele (die ehemals öffentliche Ereignisse waren) im Fernsehen sehen will, muss Gebühren bezahlen (Pay TV).

Eine ganze Industrie profitiert durch Massenverwertung der Kreativität von Stars wie Michael Ballack und Joanne K. Rowling. Die Verbraucher müssen sowohl die Stars wie dann noch ein Mehrfaches an die Verwerter zahlen.

Geschützt werden Stars und Verwerter vom Urheberrecht. Bei den Vorstandsgehältern plant der Gesetzberger eine Limitation. Wie das Urheberrecht eingeführt wurde, war es aufgrund der technischen Rahmenbedingungen kaum möglich, innerhalb kurzer Zeit so absurd hohe Vermögen wie heute zu generieren.

So könnte man wie bei den Vorstandgehältern fordern, dass aus Urheberrecht generierte Einkommen materiell begrenzt werden. Wenn zum Beispiel eine Privatperson 100 Millionen mit „Urheberrecht“ verdient hat, wird der Inhalt zum Gemeingut „common“. Ist aber alles nicht so einfach.

Das aktuelle Urheberrecht ist genauso überholt wie extrem hohe Vorstandseinkommen und bedarf einer Reform. Es soll sogar eine Partei geben, die sich über so etwas Gedanken macht.

RMD

1 Kommentar zu “„Hohe Einkommen II“ oder „Urheberrecht+Fans=Geld“”

  1. Marta (Mittwoch, der 24. Februar 2010)

    Eine Milliarde? Wow 😉

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