Roland Dürre
Sonntag, der 3. März 2013

Ich liebe Clowns ♡

Gestern war in Ottobrunn so richtig Wahlkampf. Weil heute die Wahl des Bürgermeisters statt findet. So standen an den zentralen Stellen des Unorts die Stände der vier Parteien mit ihren Kandidaten und Protagonisten. Sinnlose Geschenke wurden verteilt, eine Blasmusik auf- und der Kandidat der CSU im Elektromobil vorgefahren. Dumme Sprüche auf den Plakaten wie „Einer von uns“ dominierten den Ort, an Argumenten und Werteaussagen war mal wieder Mangelware.

Mich hat das nicht betroffen, bin ich ja Bürger noch von Riemerling/Hohenbrunn und bald Neubiberg. Die alberne „Marketing-Show“ aber hat mich wieder mal abgeschreckt. Aber auch aufgeschreckt, denn ich darf/soll/muss ja auch bald wieder wählen. Die Wahl des Land- und Bundestag finden ja in diesem Jahr statt.

Am Stand der SPD habe ich auch ein Bild ihres Spitzenkandidaten entdeckt. Das ist der Herr, der für mich die Wahl der SPD bei der Bundestagswahl unmöglich macht. Ein leicht cholerischer „Sozi“ (?), der gerne SPD-regierte Kommunen abkassiert, Rechtsbruch als legitim betrachtet, die Kavallerie in neutrale Staaten schicken will und manches mehr dieser Art von sich gibt.

Und der auch mit wenig Sachkenntnis belastet zu sein scheint, weil er zum Beispiel vergisst, dass beim Kanzlergehalt auch eine ganz gute Altersversorgung dabei ist, von der ein normaler Bürger nur träumen kann. Wie auch eine Beschäftigungsgarantie als Lobbyist für die Zeit nach dem Amt. So eine Art hochwertiger Kündigungsschutz nicht nur für ehemalige Kanzler und Minister.

Wie soll auch ein Politiker mit einer gesunden Selbstbedienungsmentalität an so etwas wie die Altersvorsorge denken. Ist doch für den normalen Politiker eine Selbstverständlichkeit. Wie die staatliche Luxuslimousine – für die ich mich schämen würde. Besonders wenn ich sie auch noch auf Kosten der Bürger fahren würde.

Aber eines muss man dem Herrn S. lassen. Mit Sprache kann er umgehen. Vor allem findet er die richtigen Begriffe für die Dinge. So hat er vor kurzem Politiker als Clowns bezeichnet. Waren zwar ausländische. Aber hat damit doch mal wieder voll ins Schwarze getroffen. Großartig!

Wenn ich mir anschaue, was die Politik heute so bewirkt, sei es in Bayern oder Deutschland, in der EU oder auch in den USA, dann gibt es doch nur einen Begriff, der wirklich passt: Die meisten Politiker sind doch  Clowns. Danke Peer. Das bringt es auf den Punkt und macht es auch ein wenig menschlicher und versöhnlicher.

Wie werden von eifrig geschaftelhubernden Clowns regiert. Und diese Clowns schaffen es auch noch, mich immer wieder zum Lachen bringen. Obwohl es gar nicht zum Lachen ist.

Einen der italienischen Clowns mag ich übrigens. Der ist nämlich gegen alles. Und mir geht es ja auch schon so. Die politische Hilfslosigkeit gefährdet die Zukunft meiner Kinder auf dieser Welt immer mehr. Und ich kann nichts machen.

So überkommt mich die Versuchung „einfach gegen alles zu sein“ immer öfters. Besonders seitdem für mich auch die Piraten nicht mehr wählbar sind. Die haben schlichtweg vergessen, dass sie mit dem Willen zur Veränderung angetreten sind. Und dafür ein dämliches Parteiprogramm mehr geschrieben. Veränderung tut weh. Sie darf nicht von Interessensgruppen gesteuert sein. Nicht auf Besitzstandwahrung basieren und von Buchführermentaltität geprägt sein. Sondern muss einem gesellschaftlichen Konsens folgen, der die Menschen eint und die Gesellschaft nicht spaltet.

Jetzt mahnt mich mein Überich,  zum „Wählen zu gehen“. Weil ich die Demokratie gut finde und dem Rechtsstaat sehr dankbar bin. Und als Bürger eine große Verantwortung habe.

Aber wen soll ich wählen? Die Alternativen sind so alternativlos, dass sich bei mir nur noch Ratlosigkeit breit macht.

RMD

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3 Kommentare zu “Ich liebe Clowns ♡”

  1. Hans Bonfigt (Sonntag, der 3. März 2013)

    Jetzt beleidigen Sie aber – ganz ernst gemeint – einen jeden Clown.

    Die Clowns hatten immer eine ganz wichtige Aufgabe.

    Nehmen wir Till Eulenspiegel, der den mißgünstigen, gierigen, neidzer-
    fressenen und verlogenen Kleinbürger mit seinen eugenen elenden
    „Waffen“ schlug.

    Oder nehmen Sie wirkliche Helden wie Werner Finck oder Victor Borge.
    Deren lockere „Witzchen“ dem Publikum sehr, aber der lokalen GeStaPo
    so gar nicht zusagten. Z.B. Finck, zu mitschreibenden Denunzianten im Publikum gewandt, „Kommen Sie mit, meine Herren ? Oder soll ich mitkommen ?“
    Unvergessen auch die causa mit der „Hitler-Eiche“, ich schreib‘ gerne einen
    Gastartikel über die Notwendigkeit der Hofnarren.

    Vor diesem Hintergund:
    Bitte beleidigen Sie keinen Clown, indem sie abgehalfterte Schwätzer und
    Opportunisten wie Steinbrück als solchen bezeichnen.

    .

    „Kommen Sie

  2. rd (Sonntag, der 3. März 2013)

    Lieber Hans,
    vielen Dank für diese Antwort. Natürlich wertschätze ich und liebe ich Clowns. Nicht zuletzt wegen diesen bin ich ein begeisterter Zirkusgänger.
    Nach Ihrem Kommentar hätte ich eher Lust einen Artikel zu schreiben, dass unser Meister des unverantworteten Geschwätzes Peer mit seinen Plattitüden nicht das italienische Volk sondern die Weltgemeinschaft der Clowns beleidigt hat.
    Dass mein Artikel vor allem zynisch gemeint war, wissen Sie ja. Ich möchte das aber für alle, die dies nicht wissen, hier noch mal unterstreichen:
    Also:
    Ich liebe, achte und wertschätze die Clowns dieser Welt! Und sie haben nichts mit den Narren dieser Zeit zu gemein, von denen ich geschrieben habe!
    Auf Ihre Gastartikel – gerade zu solch wichtigen Themen – freue ich mich.

  3. Jörg Rothermel (Sonntag, der 3. März 2013)

    … ausserdem sollten wir nicht vergessen, dass einer der „Clowns“ in Wirklichkeit ein Mafioso ist – das ist auch nicht richtig lustig!

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