Roland Dürre
Dienstag, der 11. August 2009

Im Juli fallen die Preise!?

BILD0243Die FAZ.net schreibt, dass die Preise im Juli um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormarkt zum ersten Mal seit 22 Jahren gefallen sind. Erwartet wurde sogar ein Preisverfall um 0,6 %.

Ist das nicht schön. Leider kommt der Wermutstropfen, die (statistische) Preissenkung begründet sich auf einer Sonderentwicklung im Energiesektor:

Heizöl 45 Prozent billiger, Kraftstoffe 20 Prozent

Die Verbraucher mussten für leichtes Heizöl 44,7 Prozent und für Kraftstoffe 20,0 Prozent weniger bezahlen als im Juli 2008.

Heute in den Nachrichten habe ich gehört, dass Pauschalreisen um 14,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Was schließe ich daraus? Dass man für Pauschalreisen kein Öl braucht? Oder dass unser Währungsvorteil gegenüber unseren beliebtesten Urlaubsländern abschmelzt?

Im selben Artikel lese ich aber auch:

Energie und Nahrungsmittel ausgeklammert, stiegen die Verbraucherpreise im Juli um 1,4 Prozent.


Das passt ein wenig besser zu meiner Warnehmung. Denn in meiner Welt erlebe ich laufend deutliche Preissteigerungen: Nicht nur bei Limo in der Waldwirtschaft. Die letzte Überraschung habe ich beim Kauf von Herrenschuhen erlebt. Da haben die besseren Herrenschuhe bei meinem letzten Besuch im Schuhgeschäft alle in Richtung 200,- EURO gekostet – ich hatte mich auf eine Preisrange von 100 – 150 EURO eingestellt. Früher haben nur wirklich exklusive Schuhe 400 DM das Paar gekostet.

Jetzt denke ich mir, wie hoch die Inflation a) wirklich ist (den Zahlen traue ich schon lange nicht mehr) und b) was wäre, wenn die Ölpreise nicht so stark zurückgegangen wären (Energiekosten stecken in Form von Produktion, Verpackung und Transport überall drin)? Und vor allem was passiert, wenn der Ölpreis dann wieder den nächsten Zack nach oben bekommt. Das könnte leicht noch in diesem Jahr passieren.

🙂 Aber wenn ich in die Zukunft sehen könnte, dann würde ich nicht hier sitzen und meinen Blog schreiben, sondern bei einer Flasche Champagner auf meiner Yacht in der Südsee umringt von (mindestens) zwei hübschen Blondinen …

RMD

P.S.
Der Satz geht:
„Energie und Nahrungsmittel ausgeklammert, stiegen die Verbraucherpreise im Juli um 1,4 Prozent.“
geht noch weiter:
„Fachleute sprechen deshalb nicht von einer Deflation.

Das finde ich dann schon fast ein wenig zynisch.

2 Kommentare zu “Im Juli fallen die Preise!?”

  1. Chris Wood (Mittwoch, der 12. August 2009)

    To me it seems dubious when people like you and me, living in comfort, complain about particular price rises, and cast vague doubts on the statistic. (On the other hand, do you have evidence that the statistics are being systematically, falsified)? Heating, travel and food are certainly important costs for most people in Germany.
    It is interesting to look at long term trends. But there are problems. My old PC would have been worth millions 40 years ago, but then nobody had one. My first car if new would have cost about DM3000; my latest, without premium, about DM30.000. Have prices inflated by a factor 10 in 40 years, (about 6% per year)? Not really, although my old car was a posher model, the new one is larger, faster, more economical, much safer, much less rust-prone and needs less maintenance.
    Similarly, these days, most people buy rather good synthetic shoes, rather than leather.
    Tanning, in India, is work for untouchables, because they handle stuff that has died, and urine was (is still?) used for tanning. Probably the sacredness of cows is also relevant. Perhaps wages of untouchables are going up? Perhaps the workers at Wawi are also getting paid more. I think they are Irish again this year.

  2. Enno (Mittwoch, der 12. August 2009)

    The statistics of the inflation do usually adjusts the changes in prices which were caused by increased quality/better technology, so it should not matter what your computer costed years ago. At least as long as the adjustments are correct.
    (I hope I remembered this correctly)

    I don’t know whether there is an evidence of systematically falsified statistics which underestimate the inflation. In fact, it’s the other way round, the consumer price index (which is usually refered to as „THE inflation rate“) is in the average about 0.4 percentpoints higher than the real inflation, because it does not reflect the substitution of consumer goods.
    If this was the case now, we had a severe deflation.

Kommentar verfassen

*