Roland Dürre
Mittwoch, der 29. August 2012

Im Urlaub gelesen 2: Der Ethik-Rat soll’s richten …

Auch das lese ich so im Urlaub in meinen älteren Zeitungen:

Jetzt soll der Deutsche Ethik-Rat einen Vorschlag machen, wie man aus dem Problem mit der Beschneidung der männlichen jüdischen Säuglinge in Deutschland herauskommt. Die Tage davor hatte ich auch eine Reihe von Stellungnahmen diverser deutscher medizinischer Experten zur frühen Beschneidung gelesen. Da war ein Kinderarzt, ein Schmerzens- und Anästhesie-Experte, ein Medizinprofessor, ein Klinikchef und ein Psychologe dabei.

Das klang für mich alles nicht sehr aufmunternd und hat mich bestürzt gemacht. So eine frühe Beschneidung ist wohl alles anderes als eine schönes Ritual. Und auch kein trivialer und von Folgen freier Eingriff.

Dann habe ich auch gelesen, dass ein wohl relevanter jüdischer Rabbi gegen jede Art von Narkose während der Beschneidungs-Prozedur ist. Und dass die Türkei sich auch schon geäußert hat und „der türkische Europaminister Bagis die Religionsfreiheit in Deutschland gefährdet sieht“.

Das hat mich dazu gebracht, im Internet zu recherchieren. Gefunden habe ich unter anderem eine ausführliche (und für mich ziemlich absurd klingende) Stellungnahme des „Zentralrats der Juden in Deutschland“.

Es gibt aber eine Instanz, von der höre ich nie etwas. Die aber für mich besonders relevant wäre. Es sind die Frauen. Was denken denn die jüdischen Mütter, wenn ihre Säuglinge wenige Tage nach der Geburt schmerzhaft von fremden Männern verstümmelt werden?

Wie geht das zusammen mit der Mutterliebe? Wollen die Mütter das wirklich? Oder opfern sie ihre Kinder nur aus Schwäche und Angst, weil sie im Käfig einer jahrtausende Jahre bürgerlichen Unterdrückung nicht den Mut haben, einer unmenschlichen Tradition zu wider stehen?

Oder ist es viel komplizierter und spielt hier insgeheim so eine Art „anarchisches Sexualverständnis“ inklusive einer „besonderen Form von Penisneid“ eine Rolle? Sieht „Frau“ deshalb Beschneidung eigentlich ganz gerne? Als Bestrafung für „Mann“ und damit „Mann“ sauber ist und bleibt?

Über weiblichen Widerspruch würde ich mich freuen.

RMD

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1 Kommentar zu “Im Urlaub gelesen 2: Der Ethik-Rat soll’s richten …”

  1. rd (Donnerstag, der 30. August 2012)

    Meine wirklich, dass mehr „FRAU“ der Welt sehr gut tun würde.

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