Roland Dürre
Freitag, der 22. November 2013

Indische Götter

Hier noch eine kleine Nachlese zu meiner Reise durch Indien, von der ich vor knapp zwei Wochen zurückgekommen bin.

shiwaDie Religiosität der Inder – soweit ich diese durch unsere Guides und eigenes Beobachten vermittelt bekommen habe – verwirrt mich. Offensichtlich gibt es in Indien sehr viele Götter.

Da gibt es natürlich böse und gute. Es gibt „Gebrauchs-Götter“, die man für einen bestimmen Zweck nutzt. Zum Beispiel, damit man als Kaufmann zu Wohlstand gelangt oder als Dieb nicht erwischt wird. Manche Götter scheinen nur aus Luxus dazusein. Man braucht sie nicht, aber sie sind ganz beeindruckend. Für die Liebenden soll es auch ganz romantische geben.

Die Götter stehen auch immer irgendwie in einem Bezug zu einem oder mehreren Tieren. So wurde mir berichtet, dass sich im Magen einer Kuh mehr als drei Millionen Götter befänden, die alle gleichwohl irgendwie verschieden wären.

Ich habe auch den Eindruck gewonnen, dass Inder sich gelegentlich auch ihren eigenen Gott kreieren. Diesen Gedanken finde ich sympathisch – sich einen „do it yourself“-Gott genau für die persönlichen Bedürfnisse zu schaffen. Sind wir doch alle einzigartig und haben unsere ganz eigene persönliche „Welt“, warum dann nicht auch einen privaten/persönlichen Gott haben?

Oft habe ich den Eindruck, dass man in Indien religiös sehr frei ist. Allerdings gibt es da auch die Christen und den Islam. So sahen wir in Südindien ganz viele Kirchen. Dies ganz besonders in den Gebieten wie GOA, in denen der portugiesische Einfluss sehr stark war. Die christlichen Götter sind vor allem Jesus und Maria, man findet viele Darstellungen von diesen, oft in rührend kitschiger Anmutung.

Den Islam habe ich vor allem bemerkt, weil ich überall nachts den Ruf des Muezzin zum Gebet gehört habe. In islamischen Gebieten sind dann in meiner Wahrnehmung weniger Frauen auf den Straßen und wenn dann überwiegend in der Burka. Kopftücher habe ich nicht so häufig gesehen. Der süd-indische Islam scheint also eher eine strengere Variante zu sein. Gottesabbildungen sieht man hier natürlich nicht.

RMD

P.S.
🙂 Das Bild zeigt meinen Büro-Gott Ganesh. Er steht in meinem Vorstandszimmer und hilft, dass die Geschäfte der InterFace funktionieren.

Be Sociable, Share!

Kommentar verfassen

*