Roland Dürre
Montag, der 24. Mai 2010

Inflation ♫

Beim Heimradeln am Pfingstsonntag vom Ticket kaufen am Ostbahnhof ( für die Radtour in Italien in der zweiten Woche der Pfingstferien) lockt nach langer Zeit mal wieder „die Forschung„.

Und da das Wetter so richtig sonnig und schön war, haben wir uns spontan den Luxus geleistet und sind auf eine Maß eingekehrt.

Die Barbara hat ein Radler getrunken, ich habe mir einen St. Jacoubs geleistet. Zusammen also zwei Getränke à 1 Liter Flüssigkeit. Verzehren durften wir nichts, denn das Abendessen hat zu Hause auf uns gewartet.

Dann kam die Rechnung: Das Radlermaß kostet 7,20 € und die Maß St. Jakobus Blonder Bock 7,80 €, macht zusammen 15,- €, dies ohne Trinkgeld. Das hätte mal 30 DM entsprochen.

Jetzt würde ich gerne wissen, was dieselben Getränke anno 1970 bei meinem ersten Besuch in der Forschung dort gekostet haben. Gehe mal davon aus, dass damals 2 Surhaxn und Brot (und wahrscheinlich noch eine zweite Maß) im Preis mit enthalten gewesen wäre.

Von 1970 weiß ich nur, dass das sündteure Bier in der verruchten Diskothek GOGO in der Pferseer Str. in Augsburg 1,80 DM gekostet und uns das damals wahnsinnig geärgert hat. Die Disko war damals und heute (deutlich) teurer als die Forschung – das war angemessen, denn dort gab es ja auch Musik und viele nette junge Disko-Hexen, eine davon sollte ich ja später mal heiraten

Ach wie schön, dass wir keine Inflation haben.

Eine etwaige Empfehlung, ich solle halt das deutsche Billigbier von Oettinger vom Cash&Carry-Markt oder noch besser die Eigenmarke von Liedl und Aldi trinken, hilft mir nicht weiter.

Vielleicht ist die Inflation ja unsere heimliche Geliebte, die uns ein Leben lang begleitet. Ich glaube sogar, dass ich sie mag. Weiß nur nicht, ob ich sie schön finde oder eher in die Kategorie „Schlampe“ einordnen soll.

Da muss ich an ein Lied des großen Charles Aznavour denken, der aus einem Land kommt, das mir in der Jugend so richtig nah war (und heute noch ist). Vielleicht passt das ja auch auf eine andere große Liebe, wie die Bundesrepublik oder die phönizischen Königstochter, die Zeus in Stiergestalt schwimmend nach Kreta entführte und dort verführte (Lösung in Wikipedia)

RMD

P.S.
Die Tickets kaufe ich am Ostbahnhof, weil man die Plätze fürs Fahrrad nicht übers Internet reservieren kann, telefonisch der Kauf sehr schwierig ist und am Ostbahnhof der nächste Fahrkartenschalter zu Ottobrunn ist.

P.S.1
Wenn man ein wenig Komfort will, kostet die Fahrkarte für 2 Personen nach Orvieto mit Fahrrad 460,- € (einfach!). Auch hier wäre interessant, was man 1970 gezahlt hätte. Und wir mussten froh sein, dass es an einem halbwegs für uns geeignetem Termin noch Bett und Fahrradplatz im Nachtzug in Richtung Rom gab.

P.S.2
Vor kurzem habe ich in einem Vortrag von einem Fachmann erfahren, dass beim Hellen Bier nach Augustiner in Deutschland Oettinger Nummer 2 und die Eigenmarken der Discounter Nummer 3 im Markt wären (nach Ausstoß in Hektoliter). Und mit welchen Maßnahmen es Oettinger und die Discounter geschafft haben, so billig zu produzieren. Oettinger z.B. mit einer Mindestabnahme im Handel in Höhe eines LKW mit Hänger. Und die Discounter durch intensive Nutzung von Restkapazitäten bei Brauereien und Bierlogistik-Unternehmen. Und dass der Weltmarktführer im Bereich Bier einen Ebit von um die 30 % des Umsatzes hat.

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2 Kommentare zu “Inflation ♫”

  1. Chris Wood (Montag, der 24. Mai 2010)

    You see Roland, the money for research beer goes mainly in personnel costs (Bedienung). We can be happy that these people now earn much better. This work is hard to mechanise, or otherwise through science to make more efficient. For the price of a Maß, you can buy a whole crate and drink it all in your lovely garden, even including the cost of chilling it.

  2. rd (Dienstag, der 25. Mai 2010)

    Genau, das ist das Problem. Die Leute fahren im SUV 10 km einfach zum Einkaufszentrum. Das kostet roundabout 10 EURO. Dann kaufen sie dort einen Träger Billigbier für 3,99 EURO und noch irgend ein „Gimmick (?)“, das sie nicht brauchen. Und freuen sich, wie viel sie gespart haben.

    Da lobe ich mir die Forschung, in der das Bier noch im großen Kupferkessel dann links von der Gaststätte vom Chef persönlich gebraut wird (Bild folgt bei Gelegenheit).

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