Roland Dürre
Sonntag, der 27. April 2008

InterFace Geschichte (#1)

Hier meine persönliche InterFace Geschichte:

Teil 1:

Wie ich Dr. Peter Schnupp entdeckte …

(Peter Schnupp war der Gründer von Softlab, 1980 hat er gemeinsam mit Maximilian Raimund Schulze-Vorberg die InterFace GmbH gegründet).

Für mich begann InterFace im Jahre 1975. Ich war in einem neuen Job als Werkstudent bei der Siemens AG (Hofmann-/Koppstraße). Das Vordiplom Informatik und zwei Jahre Programmiererfahrung hatte ich hinter mir. So fühlte ich mich schon wie ein richtiger Software-Ingenieur. Beim Siemens war es toll. Wir hatten große BS1000-Systeme und und konnten auch schon das neue BS2000 nutzen. Das waren natürlich ganz andere Systeme als wir bei der TU München hatten. Die Nutzung von „Datensichtgeräten“ war (fast) selbstverständlich (Hightec pur!) und es gab ein tolles (deutsches 🙂 ) Lexikon der Datenverarbeitung.

Aufbauend auf den ungeheuer schnellen Prozessrechnern der Serie 300 (wir hatten sogar das sündteuere High-End-Modell 306) entwickelten wir Prüfprogramme mit Namen wie Palog-A und Palog-B. Diese Systeme waren für den Test von Maxi-Flachbaugruppen gedacht. Maxi-Flachbaugruppen waren Riesenteile, die zum Teil mit richtig teuren Chips z.B. von Motorola mit einem Teilepreis von mehren 100.- DM bestückt waren.

Aufgrund der aufwendigen und komplizierten Herstellungsverfahren waren diese teuren Teile oft fehlerhaft und mussten aufgrund ihres hohen Stückwertes repariert werden. Der Test erfolgte durch die Eingabe von Prüfmustern und einem Vergleich mit dem erwarteten Ergebnis. Ziel war, aus den Abweichungen die defekten Elemente auf der Flachbaugruppe zu ermitteln, um diese dann zielgerichtet reparieren zu können.

Auf den großen Systemen wurde Code „cross“ compiliert für die 300-Serie. Die hatte einen lustigen 6-Bit-Assembler mit 2 Akkumulatoren (das waren die Vorgänger der Register). Die Sprache hieß Prosa – Jahre später habe ich dann mal am Flohmarkt ein Siemens-Bücherl zum Prosa-Assembler gefunden – Nostalgie Pur, fast so schön wie meine Isetta von BMW. Wir produzierten eine Unmenge Code – die Programme waren nicht so übersichtlich wie die BMW Isetta (ein Musterstück an klarem Design). Und so gab es viele für den Programmierer viele Höhen und Tiefen.

Mein Chef beim Siemens war Rolf Bieck, der später die Hardware-Entwicklung bei dem damals hochdynamischen IT-Unternehmen Kienzle übernommen hat. Er versorgte mich immer mit innovativen Aufgaben und Schriften. Und auf diesem Wege kam dann doch glatt eine Kopie einer Vorab-Version mit dem Titel „Strukturiertes Programmieren“ von Dr. phil. Christiane Floyd und Dr. rer. nat. Peter Schnupp auf meinen Schreibtisch. Es war wie Licht im Dunkel. Dieses kleine Papier war für mich der Wegweiser in Richtung von Datenabstraktion und Objektorientierung.

So kam InterFace durch die Person von Dr. Peter Schnupp ins Spiel. Peter Schnupp war der Gründer von Softlab – der Firma, der vor kurzem so ein komischer Name gegeben wurde, den ich immer wieder vergesse 🙂 .

Die Fortsetzung kommt dann in zwei Wochen. Ich erzähle dann, auf welchen lustigen Umwegen ich zu Softlab und so der InterFace-Idee näher kam.

RMD

P.S. 1

Hier zwei Bücher von Peter Schnupp:

Schnupp/Floyd – Software – Programmentwicklung und Projektorganisation (1978 – 2. Auflage) und

Peter Schnupp – Rechnernetze – Entwurf und Realisierung (1982)

Beide nostalgisch lesenswert, beim zweiten lugt schon das Internet raus.

P.S. 2

Maximilian Raimund Schulze-Vorberg ist heute Geschäftsführer (und Gründer) der Media Systems GmbH

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