Roland Dürre
Montag, der 30. Januar 2012

ISARNETZ für MÜNCHEN

Letzten Freitag war die erste Beiratssitzung „ISARNETZ„. Vom 7. bis 13.  Mai 2012 wird ISARNETZ die erste Münchner Webwoche organisieren. Die soll helfen, die innovativen Kräfte hierzulande besser sichtbar zu machen und zu vernetzen. Damit der Standort München und Oberbayern wieder für junge Menschen attraktiver wird.

Denn einige Städte in Deutschland und besonders Berlin haben München in der Disziplin „attraktiv für junge Menschen“ ziemlich abgehängt.

So finde ich ISARNETZ gut. Und hoffe, dass die Münchner Webwoche erfolgreich wird. Will da gerne auch ein wenig mithelfen.

Jetzt muss man schnell ein kleines aber feines Team aufstellen, das die Webwoche voranbringt. Nur – wie überall gilt auch hier: „Ohne Kohle nichts los“. Die Initiatoren wollen die „Kohle“ von Sponsoren bekommen. Das ist ja auch in Ordnung.

Hier haben wir ein Henne-Ei-Problem: Sponsoren bekommt man nur, wenn man ein attraktives Angebot hat. Ohne Geld ist es schwer, ein attraktives Angebot zu gestalten.

Als Vorbereitung für das erwähnte Beiratstreffen hat ein Freund von mir nachgeforscht, was denn in Berlin so alles passiert. Ich war überrascht – da passiert sehr viel. Und da passiert nicht nur viel, da wird auch viel gemacht.

Besonders wenn es darum geht, den Boden für innovatives und kreatives Unternehmertum zu bereiten. Die Berliner und Brandenburger geben da so richtig Gas – und Geld aus. Und es trägt Früchte. Schon wandern nicht nur die Venture Capital Unternehmen von München nach Berlin.

Die SZ berichtet von der Gründerszene, aber nicht in München, sondern aus Berlin. Die Ted.com – Konferenz hat natürlich auch in Berlin stattgefunden, re:publica und die Berliner Webwoche gibt es schon lange – dies mit großem Erfolg. Und alles wird kräftig vom Senat und dem Land Brandenburg unterstützt.

Und dann denke ich mir, das macht doch keinen Sinn: Bayern schiebt jedes Jahr einige Milliarden über den Länderausgleich nach Berlin. Und Berlin setzt das Geld dann ein, um sich ins Licht zu setzen. Die Unternehmen und Menschen zieht es auf die große Party in Berlin, die mit dem Geld aus Bayern finanziert ist. Zum Nachteil von München? Und unsere Landeshauptstadt hat kein Geld mehr, um die Webwoche voran zu bringen. So war das doch nicht gemeint.

Es wird schwierig. Deshalb, wer helfen will – am besten gleich eine E-Mail an die Initiatoren von ISARNETZ Thomas Pfeiffer und Wolf Groß senden. Freiwillige Helfer sind genauso erwünscht wie kreative Veranstalter und natürlich auch Sponsoren.

RMD

P.S.
Das Bild der Mauer ist aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons eingebunden, der Urheber ist Noir.

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2 Kommentare zu “ISARNETZ für MÜNCHEN”

  1. Daniel Koller (Montag, der 30. Januar 2012)

    Ich denke, die Frage Berlin vs. München anhand von Themen wie dem Länderfinanzausgleich aufzuziehen, trifft es nicht ganz:

    Berlin hat das bessere und nachhaltigere Eigenmarketing und auch eine größere kreative Masse von Unternehmern und Kreativen. (Sogar soweit, dass Kapitalgeber aus anderen Teilen der Welt eher auf Berlin als z.B. auf München aufmerksam werden)

    In München findet man eine Menge guter technischer Ideen (möglicherweise sogar weiter vorne als Berlin), einige Netzwerke und Veranstaltungen, aber das ganze ist mengenmässig wesentlich kleiner. Und diese kleinere Menge von Leuten ist untereinander weniger vernetzt und verschiedenste Organisationen bauen eher eigene Schauplätze auf, anstatt den Aspekt von München als Großraum für Gründer und Kreative zu betonen.
    (Stand jetzt würde ich sagen ist Berlin über dieses Stadium hinaus, weil ein etablierter Ruf da ist … München muss sich da auch zum Marketing nach außen was überlegen.)

    Zum Kontext mit der Webwoche: die Webwoche ist ein gutes Konzept um zu zeigen, was man jetzt bieten kann: die Münchner Szene braucht aber auch eine nachhaltige und stetige Lösung, z.B. (im Vergleich zu Berlin), Plätze, Orte und Gelegenheiten, bei denen man Gründer und Kreative trifft, auch ohne sich lange vorher organisieren zu müssen.

    (So kommt es zum Beispiel, dass ein spontan auf dem BarCamp entstandenes Gründer-Mittagessen drei Tage später massiven Zuspruch fand: davon braucht man mehr – und der Effekt davon hängt nicht primär davon ab, wieviel Marketingbudget die LH München hat)

  2. rd (Montag, der 30. Januar 2012)

    Gebe zu, dass mein Gedanke mit dem Länderausgleich ein wenig polemisch ist (vielleicht sogar ein Griff in die Kiste des Populismus 🙂 ). Hätte mir aber schon gewünscht, dass für so ein wichtiges Thema wie die Webwoche ein kleines Budget da wäre, um die Startanstrengungen zu finanzieren.

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