Roland Dürre
Samstag, der 1. März 2014

Kameralistik – vielleicht doch nicht so schlecht?

Projekte werden immer größer, große Projekte immer gigantischer. Und immer mehr und immer öfters geht es schief. Und wenn es nicht schief geht, ist der Nutzen meistens beschränkt und die Belastung hoch. Vielleicht stimmt es ja, dass klein aber fein besser ist.

Im öffentlichen Bereich hat man früher nur Kameralistik angewandt. Das heißt, eine einfache Ein- und Ausgabenrechnung durchgeführt. Ohne Aktiva, mit denen Verschuldung gerechtfertigt werden konnte. Schuldenfreie Kameralistik heißt, dass man  in einem Zeitabschnitt (in der Regel ein Jahr) nur soviel Geld ausgeben kann, wie man auch einnimmt.

Das bedeutet: Wenn ein Opernhaus oder eine Straßenbrücke gebaut wird, dann muss man jedes Jahr das, was man fürs Projekt ausgibt auch einnehmen. Und darf solche Investitionen nicht als Sachwerte aktivieren und so die Verschuldung rechtfertigen.

Die Gemeinden, die bei diesem Verfahren geblieben sind, wurden viel kritisiert. So wurde die Kameralistik auch im öffentlichen Bereich weitgehend abgeschafft.

Rückwirkend meine ich aber, dass Kameralistik gar nicht so dumm war. Denn natürlich erschwert die Kameralistik zuerst mal große Investitionen mit fragwürdigem „return of invest“.

Und vielleicht könnte uns das Prinzip der Kameralistik ein wenig von Mega-Finanz- und gigantischen Großprojekten bewahren, die zu Ende gedacht viel zu oft einen eigentlich sehr fragwürdigen Mehrwert bringen.

Also spiele ich mal wieder den Ketzer und fordere die Kameralistik zurück.

RMD

P.S.
Hier auch der Begriff in Wikipedia.

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