Gestern habe ich berichtet, dass die Länder den bestellten Impfstoff abbestellen wollen.

So ein Rücktritt von einem Kaufvertrag ist aber eine schwierige Sache. Die Länder sind zur Abnahme des Impfstoffs verpflichtet.

Jetzt wurde im Kaufvertrag eine ominöse Klausel gefunden. Da soll etwas von der Notwendigkeit einer Zweifach-Impfung stehen. Ist für mich ganz neu, habe ich zwar nie etwas von zwei Impfgängen gehört. Anscheinend wird krampfhaft nach Argumenten gesucht, um die (eigentlich aussichtslose) Verhandlungsposition mit den Lieferanten wie dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline verbessern?

Unsere Politiker sind klug. Sie versuchen auch, raffinierte psychologisch Mittel anzuwenden. So verkündet man, dass man auf die Kulanz der Hersteller hoffe. Denn eine öffentlich gezeigte Großzügigkeit würde das Image der Pharma-Unternehmen verbessern!?

Die Hersteller werden sich von so etwas nicht sehr beeindrucken lassen. Sie werden ganz nüchtern rechnen. Das Maß an Kulanz wird ganz einfach davon abhängen, ob es andere Interessenten für den Impfstoff gibt. Wenn ja, dann wird vom Altkäufer ein Teil des Preises als Rücktrittsgebühr einbehalten und die Ware an einen anderen verkauft. Wenn nein, dann wird halt auf das Einhalten der Verträge bestanden und auf Lieferung verzichtet, bzw.kulanterweise die Entsorgung übernommen. In beiden Fällen bleibt ein schöner Profit.

Warum hat man in unserer sonst so total geplanten Welt vor der Bestellung der riesigen Impfmengen keinen Forecast erstellt. Die niedrige Impfbereitschaft der Bevölkerung war doch vorhersehbar. Jede Umfrage hat dasselbe Ergebnis gebracht.

Man hätte ja auch eine kleinere Menge mit einer Option bestellen können. Aber nein, wie immer, mit großem Gedröhns macht man eine Maximalbestellung und dann fängt man an nachzudenken.

RMD

1 Kommentar zu “„Keiner will impfen“ oder „Der Rücktritt vom Kaufvertrag“”

  1. Edwin Ederle (Freitag, der 8. Januar 2010)

    Warum sollten Politiker einen Forecast machen oder kleine Menge mit Option bestellen?
    Sie geben ja nicht das eigene Geld aus und haben keinerlei Nachteil aus Fehlentscheidungen!

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