Roland Dürre
Mittwoch, der 21. Juli 2010

Kleine Klimakleinigkeiten

Diese kurze aber wahre Geschichte aus diesem heißen Sommer wurde mir vor kurzem erzählt.

Zwei Frauen teilen sich ein Büro. Das Büro liegt auf der Ostseite, schon am morgen sticht der Planet ins Zimmer. Deshalb wird der Vorhang bis auf einen Spalt runter gekurbelt. Eigentlich ist es noch ausreichend hell im Zimmer. Trotzdem macht die eine von den beiden „automatisch“ Licht an. Und die andere ärgert sich, weil sie großen Wert auf einen verantworteten Umgang mit Energie legt.

Ich kann das nachvollziehen. Auch ich ärgere mich, wenn ich abends nach Hause komme und in den Räumen grundlos das Licht brennt oder wenn ich morgens ins Büro komme und im Gang genauso grundlos das Licht brennt. Oder wenn meine Kinder oder Kollegen ihr Zimmer für längere Zeit verlassen und das Licht anlassen. Ich mag aber auch nichts sagen oder machen, denn ich will niemanden bevormunden oder als Geizhals dastehen. Also schweige ich, und und ab und zu stinkt er mir (ein wenig).

So kommt Frust auf. Den einen stört die Energieverschwendung, er andere nimmt sie gar nicht wahr. Aber sagen will man nichts, man will ja nicht als Kleingeist da stehen.

Vor 29 Jahren habe ich aus einem ganz anderen Grunde unter einem Kollegen gelitten. Es war die Zeit, als man in den Büros noch rauchen durfte. Ich hatte gerade so Größenordnung ein Jahr mit dem Rauchen aufgehört. Und teilte mein Büro, mit einem Kollegen, der noch rauchte. Gauloise. Der Kollege war mir sehr sympathisch.

Und natürlich fragte er mich, ob er in meiner Anwesenheit in unserem Zimmer rauchen dürfte. Und natürlich habe ich gesagt, dass mich das nicht stören würde. War zwar gelogen, aber ich hatte keine Lust, zuzugeben, was für ein intoleranter Nichtraucher ich geworden war.

So saß ich da und wenn er rauchte, hat es mir gestunken. Der Frust wurde von Tag zu Tag größer. Aber sagen wollte ich nichts. Bis ich dann psychologisch ganz gemein zurückgeschlagen habe. Aus Notwehr. Und ganz unterbewusst angefangen habe, Nase zu bohren. Irgendwie war in mir das Wissen, dass mein Kollege dies gar nicht mochte.

Es gab eine wunderbare Eskalation … Und wir haben uns ausgesprochen und waren bessere Freunde als vorher. Er hat nicht mehr geraucht und ich nicht mehr Nase gebohrt. Dann haben sich unsere Wege getrennt. Ein paar Jahre später haben wir uns durch Zufall wieder getroffen, da war er übrigens auch strenger Nichtraucher 🙂 .

Aber so entsteht Frust – und schlechtes Klima. Im mehrfachen Sinne des Wortes!

RMD

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1 Kommentar zu “Kleine Klimakleinigkeiten”

  1. Chris Wood (Mittwoch, der 21. Juli 2010)

    Dear Roland, unfortunately the deep meaning of this posting is not clear to me, so I can only comment on unclear details.
    1. Under what circumstances can the sun still be referred to as „der Planet“?
    2. When you met your colleague again after years, had you become a nose picker?
    3. Would it have been better at the start to object to smoking?

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