Roland Dürre
Dienstag, der 16. August 2011

„Kleine persönliche Namenslehre“ oder „Für alle Rolands“

Mit meinen Vornamen war ich nie glücklich. Wie übrigens auch nicht mit meinem Nachnamen.

Den Roland mochte ich nie. Noch weniger die Abkürzung Roli. Kannte auch immer andere Rolands, denen es genauso ging.

Weiß auch nicht, was meine Eltern dazu gebracht hat, mich Roland zu nennen. Ist ja nicht ein mal ein christlicher Name. Obwohl meine Mutter immer sehr stark auf katholisch gemacht hat. Mein Vater war ja evangelisch. Die Beweggründe für diese Namensgabe habe ich bei meinen Eltern nie abgefragt. Heute ist es wohl zu spät.

Mein zweiter Vorname ist Maria. Ich bin mir nicht sicher, ob da die Ursache dann doch der katholische Einfluss oder der heimliche Wunsch meiner Mutter war, dass ich ein Mädchen hätte werden sollen?

Immerhin bin ich nach meiner Annahme zwar ein Wunschkind. Bin aber wohl auch als Einzelkind geplant gewesen. Bis dann fünf Jahre später meine Schwester zur Welt kam – in meiner späteren Vorstellung als Folge eines „Silvesterunfalls“. Aber wer will das alles schon so genau wissen.

So musste ich viele Jahre mit meinen ungeliebten Vornamen Roland Maria leben. Viel später habe ich mich ein wenig damit versöhnt, zumindest hat sich das M. zwischen Roland und Dürre ganz gut gemacht.

Bis durch Zufall die RADWELT Nr. 6 (Dezember/Januar) des Jahres 2007 anlässlich eines Besuchs der FREE 2011 (!) ihren Weg zu mir fand. Als Frei-Exemplar auf dem Stand des ADFC.

Dort fand sich unter Nachrichten auf Seite 6 ein kurzer Bericht zur „Ersten Roland-Radsternfahrt in Sachsen-Anhalt“ mit der Überschrift:

Radfahrer radeln auf Rolands Spuren

Im Artikel las ich, dass Roland in der Legende ein Volksheld und die Symbolfigur für die Freiheit der Stadt war. Und dass es Roland-Figuren in Quedlinburg, Halberstadt, Brandenburg, Haldensleben, Magdeburg, Stendal, Zerbst und Calbe gibt.

Jetzt bin ich getröstet. Roland als „Symbolfigur für Freiheit“, das gefällt mir. Ist mir auch lieber, als ein katholischer Schutzpatron oder gar ein Fußballstar als Namensgeber.

🙂 Und überlege mir, ob ich Mitglied im ADFC werden soll.

RMD

 

2 Kommentare zu “„Kleine persönliche Namenslehre“ oder „Für alle Rolands“”

  1. Rolo Zollner (Dienstag, der 16. August 2011)

    Dem kann ich mich vollumfänglich anschliessen. Besser wurde es dann, als meine Freunde begannen, mich Rolo zu nennen. Denen sei an dieser Stelle herzlichst gedankt:
    „Vielen Dank, dass Ihr mir das peinliche Roli erspart habt und mir den das geniale Rolo beschert habt! Ihr seid wahre Freunde!“

  2. Chris Wood (Dienstag, der 16. August 2011)

    I thought Roland and Oliver were historical characters. But wikipedia tells me they were characters in a 1000 year old French poem. They fought less for freedom, than against Moslems, so the names do have a religious background. Strangely, wikipedia does not mention whether the poem might have a factual background, (as King Arthur may have).

    Our blog chief may have to thank his name for his love of cycling (rolling). For instance significantly too many dentists are called Denis. This phenomenon is called „nominative determinism“. My excessive interest in religion perhaps comes from being „Christopher Baruch“.

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