Roland Dürre
Donnerstag, der 7. Mai 2009

Klima-Katastrophe – ganz simpel betrachtet!

Immer wieder lese ich komplizierteste Überlegungen zur Klimakatastrophe.

So habe ich in der letzten Woche einen Artikel in der SZ gelesen, der beschrieben hat, welche Unmengen Kohlendioxid ein Fleischesser mehr als ein Vegetarier erzeugt, wie viel mehr Kohlendioxid man im Winter bei einer Raumtemperatur von 22 Grad an Stelle von 18 Grad generieren würde. Oder wie viel Tonnen Kohlendioxid für eine Person beim Flug nach Mexiko erzeugt wird. Und dass dies noch viel schädlicher sei, als der Ausstoß in Bodennähe. An anderer Stelle in der SZ habe ich gelesen, dass dass die Produktion von Käse noch umweltschädlicher als die von Fleisch wäre.

Im Radio höre ich, dass eine Eiche in einem Jahr ungefähr soviel Kohlenstoff speichern kann wie ein Golf auf 80 km erzeugt. Oder ich lese Berechnungen genannte Spekulationen, wie viel Tonnen des weiteren Ausstoßes von Kohlendioxid die Temperatur weltweit um 2 Grad im Schnitt erhöhen würde. So werde ich laufend mit Aussagen und Berechnungen konfrontiert, die mir alle nicht so recht weiterhelfen.

Als Laie sehe ich das ganze viel einfacher – wir setzen einfach exponentiell zu viel Kohlendioxid frei. Dann denke ich mir oft, dass man vor lauter „Bäumen den Wald nicht mehr sieht“.

Dabei ist es doch ganz einfach:

saurier2Wenn wir allen Kohlenstoff, der als fossiles Gut in der Erde liegt, verbrennen, dann erreichen wir einen gefährlichen Zustand. Denn es gibt eine Grenze, die der Kohlendioxidanteil in der Luft nicht erreichen sollte. Denn wenn wir diese überschreiten, wird unser Planet gleitend für gewisse Arten von Säugetieren unbewohnbar. Das gab es schon mal – bei den Dinos.

Die Frage ist nur, wo diese kritische Grenze genau liegt. Es gibt wohl auch noch genug fossile Energie im Boden, die wir verbrennen können um dorthin zu gelangen.

Dass der Markt die Sache automatisch regelt, in dem der Verbrauch von fossilen Brennstoffen bei Verknappung der Ressourcen durch einen Preisanstieg ausreichend gebremst wird, ist nach heutiger Erkenntnis wohl eher eine naive Annahme.

Also bleibt doch gar nichts übrig, als dass wir global unser Leben ändern: Weniger Fleisch (und Käse!?), weniger Auto, weniger Fliegen. Dafür intelligente Mobilität und Energieversorgung basierend auf einem durch Elektrizität gestützten geschlossenen Kreislauf von Erzeugung und Verbrauch. Und nicht mehr Glück kaufen sondern in sich finden. Die Frage ist nur, wie Dr. Edwin Ederle es in seinem Artikel  Öl wird knapper … beschrieben hat, wer fängt an und wie kriegt man das hin?

Und wenn wir das geschafft haben, dann können wir nur noch hoffen, dass es dann schon irgendwie wieder klappen wird. Und wenn nicht, dann ist es halt aus mit der Menschheit. Das Leben geht trotzdem weiter.

RMD

Das Bild ist übrigens aus Wikipedia und zeigt eine plastische Rekonstruktion eines Tyrannosaurier vor dem Senckenbergmuseum in FFM auf dem Grünstreifen des Alleenrings (Senckenberganlage).

(translated by EG)

2 Kommentare zu “Klima-Katastrophe – ganz simpel betrachtet!”

  1. Wolfgang Stief (Freitag, der 8. Mai 2009)

    Roland,

    Du hast nicht zufällig Quellen (URL, Bücher) zu Deinen ersten beiden Absätzen (Kohlendioxid-Erzeugung) parat?

    wolfgang

  2. Chris Wood (Freitag, der 8. Mai 2009)

    I read some relatively simple facts about it recently:
    1. If we carry on with oil, as at present, almost all will be gone by 2050.
    2. So much CO2 will raise the average world temperature at least 2 degrees, with drastic effects.
    3. This leaves out the effect of coal, which produces more CO2 than oil does for a given amount of energy.
    4. Chinese coal is now producing more energy than all the oil coming from the Middle Easi.
    5. Coal will not run out until the world climate is really dramatically changed.

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