Roland Dürre
Sonntag, der 17. März 2013

Knigge im 21. Jahrhundert

Heute zum Thema Kommunikation, Mail und Message!

Mich dürfen alle Menschen immer anrufen. Die meisten meiner Freunde aber wissen, dass man andere Menschen nur dann anrufen sollte, wenn es etwas ganz, ganz Wichtiges ist. Deswegen werde ich relativ selten angerufen. Es gibt aber auch ein paar Ausnahmen 🙂 Die rufen mich öfters an. Und da das ganz liebe Menschen sind, verzeihe ich Ihnen.

Aber im Ernst: In den Knigge 2013 würde ich zur Kommunikation manches Neue rein schreiben.

Beim Buchstaben K unter „Kommunikation“ zum Beispiel folgende Gebote:

  1. Rufe keinen Menschen ohne Not an!
  2. Die Telefonfunktion Deines kleinen mobilen Computer verwende nur, wenn Du in einer ausweglosen Situation bist!
  3. Besonders vermeide den leichtfertigen Anruf von unterwegs, gleich ob Du zu Fuß, auf dem Fahrrad, im Auto oder im Zug unterwegs bist!
  4. Telefoniere nur dann, wenn das Gespräch vorher vereinbart ist!
  5. Wenn Du schon telefonieren musst, dann prüfe ob nicht die Kommunikation über ein Hangout oder notfalls Skype die bessere Alternative ist!
  6. Und bereite Dich auf das Gespräch gebührend vor. Fass Deine Gedanken und bereite alle Unterlagen, die Du brauchst rechtzeitig vorher vor.
  7. Und sei dann nicht zu geschwätzig und langatmig!

Bei M unter „Mail“ würde ich folgendes formulieren:

  1. Schreibe eine E-Mails nur dann, wenn Du keine bessere Alternative hast!
  2. Lies mal nach, was TOFU war!
  3. Wenn Du eine Mail schreiben musst, dann verzichte auf einen langen Footer!
  4. Vermeide unbedingt Anhänge mit irgendwelchen vermeintlich juristisch notwendigen und doch so sinnlosen Floskeln!
  5. Sende die E-Mail wenn möglich immer nur an einen Teilnehmer!
  6. Verwende „cc“ wenn überhaupt nur im Sinne der alten Technik „Kopie an“!
  7. Das „bcc“ ist eh verboten!
  8. Ja – und wenn das so eine Ping-Pong-E-Mail ist, dann kürze sie doch mal um den ganzen Quatsch und die vielen Footer!

Bei M unter „Messages“ würde ich formulieren:

  1. Verzichte wenn es geht auf SMS!
  2. Wenn Du unbedingt Leute mit Kurznachrichten versorgen musst, dann verwende das vom Partner bevorzugte Medium. Das könnte „What’s App“, FB Messenger, Twitter DM oder ähnliches sein!
  3. Mach die Kurznachrichten nicht unnütz lang!

Und unter A wie „Allgemeines“ würde ich als Grundregel festlegen

  1. Denke nie in Verteilern sondern immer in Communities!
  2. Transparenz und Offenheit sind die zentralen Werte auch der Kommunikation!
  3. Wenn Du über Menschen schreibst, dann immer so, als ob der Betroffene dies lesen würde!

Da könnte man sicher noch mehr dazu schreiben. Und bei Bedarf bin ich gerne bereit, jeden einzeln dieser Punkte zu begründen. Und werde auch versuchen, mich in Zukunft auch persönlich noch besser an diese meine Regeln zu halten.

RMD

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6 Kommentare zu “Knigge im 21. Jahrhundert”

  1. Chris Wood (Montag, der 18. März 2013)

    Roland, you do not mention blog comments.
    Your attitude fits your special situation, where you prefer output to input. Myself, I am happy to get friendly messages and calls, except during the night.

  2. six (Montag, der 18. März 2013)

    Lieber Roland, ich schlage Dir ein Tauschgeschäft vor: Du schreibst nie wieder Twitter-Blogger-Weisheiten und im Gegenzug rufe ich Dich nie wieder an, schreibe nie wieder eine email, und, das habe ich in vorauseilender Willfährigkeit immer schon nicht getan – das Gesimse lasse ich auch in Zukunft bleiben. Ist das ein Angebot?

  3. rd (Montag, der 18. März 2013)

    Detlev – ich freue mich, von Dir per Kommentar zu hören 🙂

    Bei den Twitterblog-Weisheiten habe ich einen Trost – bin bald beim Buchstaben „ZET“, dann ist’s aus!
    (Weiß, dass manche die nie mögen – nur die Amerikaner lieben die ins Englische übersetzte. Die Tweets sind sozusagen ein Export-Artikel wie die Wolpertinger).

    Ansonsten:
    Bei Dir würde ich die Kommunikationsform des persönlichen Wiedersehens möglichst bei einem oder mehreren Glas Bier bevorzugen …
    Und auf die Ferne würde ich mit Dir am liebsten über Facebook oder in einer schönen community von Gleichgesinnten in Google+ kommunizieren!

    In Freundschaft – Roland!

  4. Chris Wood (Dienstag, der 19. März 2013)

    I have given up hope of finding a „Gleichgesinnten“. For you, it must be even harder.

  5. Hans Bonfigt (Mittwoch, der 20. März 2013)

    –> Chris Wood:
    Im Gegentum, ich befürchte, daß Roland hier und anderswo jede Menge Gleichgesinnter findet.

    Hätte er die für EDV-Fritzen quasiobligatorische „Raumschiff Enterprise“ – Serie verfolgt, so wie sich das gehört, dann hätte er die Chance gehabt, den Spruch von ‚Scotty‘ hinreichend zu internalisieren:

    „Für jeden Zweck das richtige Werkzeug“

    Wenn jemand von mir eine präzis ausformulierte Antwort haben will, dann schickt er mir eine Mail und weiß, daß mit einer Antwort innerhalb einer Woche zu rechnen ist.

    Wenn jemand schnell eine Telephonnummer oder Adresse von mir haben möchte, dann schickt er eine SMS. Genau so verabredet man sich spontan.

    Ein Problem erörtert man zur Not per Telephon, mit dem unglaublich innovativen Hyperfeature der Gegen- und Einrede.

    Besser, schneller und damit ungleich effektiver macht man das natürlich persönlich, von Mann zu Mann.

    Idealerweise natürlich, ohne sich dabei von IRC, „Twitter“ oder anderem unsozialem Netzwerkmüll ablenken zu lassen.

    Wer mich ärgern will, schickt mir ein Fax.

    Für nervige Berufsgenossenschaften und ähnliche Parasiten schreibt man Briefe, damit haben die am meisten Arbeit.

  6. six (Mittwoch, der 20. März 2013)

    Gleichgesinnt – das erinnert mich spontan an das Betäubungsmittelgesetz von Heiner Geißler: konform, uniform, chloroform. Das erlebe ich zur Zeit als Verwöhnungsgriff von google beispielsweise, nach dem Motto: 6 Treffer unter den ersten 5. Wo ich auch auftauche, lande ich in einem filter bubble und sehe nur noch das, was Maschinen glauben, dass ich sehen möchte. Fremde, unartige (ungleichgesinnte?) Informationen werden fürsorglich von mir ferngehalten. Ergebnis: The Least Objectionable Programm. Da hilft mir auch mein Twitter-Motto nichts: Ich möchte das Gegenteil von mir kennen lernen! Rettet mich vor dem webbasierten Autismus! Und was schlägt mir Twitter daraufhin vor? Gleichgesinnte! Klar, wenn wir nicht ein deutliches Bekenntnis zu einer bestimmten Form des Argumentierens hätten, würden wir hier im Blog nicht miteinander kommunizieren können. Das ist die Schnittmenge, ohne die nichts geht. Aber ansonsten: Mehr Sprengstoff bitte!

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