Irgendwie kommt Kopenhagen nicht so recht voran. Deshalb noch mal ein Appell an die Regierenden und uns alle, obwohl es mir schon fast leid ist.

Wir leben (nicht nur) in Mitteleuropa über unsere Verhältnisse. Das tun wir schon seit längerem. Teils auf Pump. Teils basierend auf der Ausbeutung anderer Völker und Regionen, aber besonders zu Lasten unseres Planeten. Wir gefährden unsere Zukunft.

Schon früh haben uns Menschen wie Carl Amery oder der „Club of Rome“ darauf aufmerksam gemacht, dass es so nicht weitergehen kann. Die im Prinzip richtigen Vorhersagen haben sich aber in der detaillierten Ausprägung nicht bestätigt, so dass wir die Warnungen nicht ernst genommen haben.

Jetzt merken wir, dass es langsam los geht. 1 Milliarde Menschen hungern. Wasser wird knapp. Das Klima beginnt zu reagieren. Globale Bedrohungen werden wahrgenommen. Eine Verschiebung der Macht zu unseren Ungunsten findet statt.

Wir erkennen, dass selbst wenn wir die Wende schaffen, sich hässliche Bremsspuren wie die Polarisierung unserer Gesellschaft, soziale Spannungen, daraus folgende Gewalt, Massenarmut und manches mehr nicht vermeiden lassen werden.

Aber wir sind eben auch nur Menschen. Die unangenehmen Botschaft hören wir nicht gerne. Das Verhalten ändern macht keinen Spaß. Was machen wir also, wenn es knapp wird?

Ganz einfach – wir greifen unsere Reserven an. Wir verschulden uns kollektiv und individuell. Wenn das nicht mehr geht, dann plündern wir die Substanz. Und sparen an notwendigen Zukunftsinvestitionen.

In Deutschland haben wir z.B. seit längerem die Bildung als zu schlachtendes Sparschwein entdeckt. Da waren wir in Deutschland mal so richtig gut und haben auch viel Geld dafür ausgegeben. Wie das Geld knapp wurde, kam die Bildung unter die Räder. Schuldentilgung, soziale Ausgaben, Medizin, Autobahnen und manches mehr war uns wichtiger.

Bildung der Wahrung von Wohlstand zu opfern, ist dumm und leichtfertig.

Die Ausgaben für Bildung sollten wir erhöhen. Die richtigen Technologien fördern und die falschen verteuern. Auch wenn es weh tut.

Und nicht nach Kopenhagen und auf andere Nationen schielen. Und gleichzeitig versuchen, mit geborgtem Geld das Wachstum zu beschleunigen durch ein „Wachstumbeschleunigungsgesetz“.

Ich finde es schade, dass von Kopenhagen auch rein gar nichts in Richtung eines gesellschaftlichen Aufbruchs ausgeht, sondern nur um Zahlen zum eigenen Vorteil geschachert wird. Das kann es irgendwie nicht sein.

RMD

2 Kommentare zu “„Kopenhagen funktioniert nicht!“ oder „Bildung, eine Wohlstandsreserve?“”

  1. six (Donnerstag, der 17. Dezember 2009)

    Ist die Steigerung der Bildung, auf einer Insel namens Europa, wirklich die Lösung aller Probleme? Oder andersrum, wenn wir mehr wissen, handeln wir dann auch besser?

  2. rd (Freitag, der 18. Dezember 2009)

    Die Lösung aller Probleme sicher nicht. Aber ich glaube schon, dass Ausbildung als Voraussetzung von Aufklärung schon helfen kann, ein wenig klüger im Sinne evolutionärer Bedürfnisse zu handeln. Und vielleicht auch, ein wenig menschlicher miteinander umzugehen.
    RMD

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