Roland Dürre
Montag, der 9. Juli 2012

Deutschland – Land der Verbände

Ich wundere mich immer über die vielen Verbände und Institutionen aller Art, die wir in unserem Lande wie auch in Europa so haben. Die sich oft von ihrem historischen Zweck genauso wie von ihren Mitgliedern entfernt haben. Die über eine eigene expandierende, florierende und teure Organisation verfügen. Mit zahlreichen Angestellten und Geschäftsführern, die dafür sorgen müssen, dass der Verband weiterlebt, auch wenn er sich eigentlich überholt hat.

Der Zweck der meisten dieser Verbände ist die Mehrung der eigenen Macht.

Der Nutzen verkommt zum Selbstzweck. Manche Verbände leben von den Beiträgen der Mitglieder. Diese leisten die Beiträge, weil sie sich irgend eine konkrete Gegenleistung erwarten (meistens von der Art Lobbyismus), weil sie meinen, da müsse man Mitglied sein (weil es schon immer so war und man ja nicht weiß, was für negative Folgen ein Austritt haben könnte) oder im schlimmsten Fall, weil sie Mitglieder sein müssen (Zwangsmitgliedschaft wie bei der IHK). Manche Verbände schaffen es auch regelmäßig die öffentlichen Hände anzuzapfen.

Aber wie sind die Verbände überhaupt entstanden?

Ich meine, dass bei Menschen wie auch bei Firmen ein elementares Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Verbündeten vorhanden war und ist. Das hat zur Gründung von Bündnissen geführt. Die haben sich als Verbände organisiert, die eine Art Gemeinschaft von Gleichgesinnten im Beruflichen oder Geschäftlichem bildeten. Man wollte so für die eigenen oft sehr speziellen Interessen – ob berechtigt oder unberechtigt – in der Öffentlichkeit werben und beim Staat ein gewisses Maß an Unterstützung einfordern.

Die meisten Verbände bieten heute aber kaum noch Zugehörigkeit oder Heimat. Sie haben sich oft vom Bündnis zum Lobbyistenverein entwickelt. In der Regel ist ihr erstes Ziel nur noch das eigene Überleben und die Stärkung des eigenen Systems.

Sind Verbände noch notwendig?

Heute braucht man wahrscheinlich die meisten Verbände nicht mehr. Man kann sich auf Augenhöhe mit Gleichgesinnten treffen. Dazu gibt es viele Angebote. Neben virtuellen Plattformen im Internet gibt es für fast alles auch reelle und lokale Treffen. Alle mögliche Instanzen wie auch Unis bieten da alles mögliche an – wahrscheinlich viel zu viel. Und wenn es wirklich noch kein solches Angebot für ein spezielles Bedürfnis gäbe, so ist es einfach, selbst eins zu machen.

Meine Empfehlung:

Kündige die Mitgliedschaft bei allen Verbänden, denen Du angehörst. Lasse Dich nie als Mitglied werben. Und vor allem: Gründe auch keinen Verband!

RMD

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