Roland Dürre
Mittwoch, der 5. August 2015

Leben erweitern – Gewohnheiten ändern – Radfahren.

AutobahnkleeblattAm 4./5. Januar 2016 werden wir in Unterhaching das erste Barcamp für
Aktive Mobilität
im Alltag starten. Der Hashtag wird #AktMobCmp heißen. Mir ist das Thema sehr wichtig, weil ich meine, dass der motorisierte Individual-Verkehr spätestens in der heutigen Zeit zum großen Irrweg geworden ist.

Nicht nur, dass diese Art von Mobiltät weltweit 1,3 Millionen Verkehrstote im Jahr und dazu ein Mehrfaches an Schwer- und Leichtverletzten als Tribut fordert.

Zudem dürfte dieser Lebensstil gepaart mit (sinnlosen?) Warentransporten und einem exzessiven Flugverkehr einen wesentlichen Beitrag zu den Emissionen darstellen, die den Temperaturanstieg und damit die Klimakatastrophe verursachen und so zumindest das menschliche Leben auf unserem Planeten massiv bedrohen.

Er verursacht also wesentliche Umweltschäden und generiert zusätzlich Lärm ohne Ende. Gerade der Lebenswert in den Städten wird durch die Autolawinen, die sich permanent durch die Straßen wälzen gewaltig geschädigt. Aber das Auto schädigt auch den Körper und die Psyche der Fahrer. Es macht abhängig, dick und bequem, schafft soziale Isolation und generiert schlechte Laune.

Deshalb hier ein paar persönliche und hoffentlich Thesen zum Thema „motorisierter Individualverkehr“.

„Ich habe nicht mehr die Zeit um Auto zu fahren.“

Diese Aussage überrascht viele Menschen. Aber es ist wahr. Ich kann es leicht belegen. Und als älterer Mensch ist die Zeit mein wichtigstes Gut.

„Die meisten Menschen brauchen ihr Auto gar nicht.“

Die Abhängigkeit vom Auto ist nur eine eingebildete. Kritisch hinterfragt gibt es sie nur in ganz wenigen Fällen und wäre auch dort durch eine Änderung der Lebensumstände vorteilhaft für den betroffenen zu beseitigen.

„Wie soll jemand, der  seine Mobilität nicht in den Griff kriegt sein Leben in den Griff kriegen?“

Ein ähnlicher Satz könnte sein: „Wie soll jemand sein Leben in den Griff kriegen, wenn er dies bei seinem Fernsehkonsum nicht schafft“. Zu groß ist die Gefahr, in unserer Gesellschaft ein Leben aus zweiter Hand zu führen. Und das reelle Leben zu verpassen. So geht es auch dem Autofahrer.

„Autos machen immobil und unfrei!“

Das ist die sensationelle Erfahrung eines jeden Menschen, der auf sein Auto verzichtet. Er fühlt sich unabhängiger und freier und ist viel mobiler als vorher. Weil Autos uns genauso wenig mobil machen wie uns der Konsum von Zigaretten frei macht.  So steigen Mobilität und Freiheit nach dem Autoverzicht deutlich und man gewinnt viel Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens.

„Autofahren gefährdet den Charakter.“

Am Steuer wird das Gefühl von Omnipotenz suggeriert. Mit geringster Kraftanstrengung werden in kürzester Zeit und mit großer Leichtigkeit körperlich fast unüberwindbare Hindernisse und Entfernungen überwunden. Gleichzeitig wird man faul und bequem, die soziale Isolation und die permanente (bewusste oder unbewusste) Anstrengung ohne körperlichen Ausgleich macht dann oft auch noch aggressiv.

„Autofahren schadet der Gesundheit.“

Ein Burnout zum Beispiel hat in der Regel viele Ursachen, die zusammen dann eine Art von besonderer Depression bewirken. Dazu können eine starke Unzufriedenheit im privaten wie beruflichen Leben gehören, der falsch gelebte Alltag, die falschen Lebensrituale und manches mehr. Autofahren ist so ein falsches Lebensritual, dass die Unzufriedenheit fördert. Ich kann mir gut vorstellen, dass die schlechte Laune im Stau wie das eingesperrt sein im Blechgefängnis den Frust im Alltag noch verstärken kann.

„Das neue Auto ist die falsche Freude.“

Wie viele Menschen kenne ich, deren größtes Glück die Vorfreude auf das nächste Auto zu sein scheint. Man freut sich auf etwas ein neues Luxusgut und Statussymbol. Und kaum hat man es, kommt wie immer bei solchen Gütern die nächste Depression, weil es jetzt ja da ist.

Ich glaube, ich könnte noch viele solche Thesen finden, will es jetzt aber mal sein lassen.

RMD

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