Roland Dürre
Samstag, der 14. Februar 2015

Menschen.

Eine Geschichte, wie sie das Leben erzählt haben könnte.

Münze mit Januskopf (ca. 220)

Münze mit Januskopf (ca. 220)

Zwei Menschen arbeiten als Entscheider sehr eng zusammen. Eine enge Partnerschaft entsteht, die Jahrzehnte anhalten soll.

Die beiden sind in ihren Werten, Erfahrungen, Interessen und Bedürfnissen sehr verschieden. Ihre Talente jedoch scheinen sich gut zu ergänzen, beim „mindset“ haben sie eine große Gemeinsamkeit.

Was das „daily doing“ angeht sind die beiden allerdings grundverschieden. Der eine ist eher vorsichtig und gewissenhaft, der andere mehr der Agile und ein wenig Verrückte.

Zwei Protagonisten aus verschiedenen Welten haben sich gefunden. Man meint, dass die beiden sich perfekt ergänzen. Ganz so gut klappt es aber nicht. Schon früh kommt es zu gelegentlichem gegenseitigem Unverständnis. Es sind nur Kleinigkeiten, die manchmal Frust erzeugen. Der ist nicht wesentlich, die stabile Beziehung der beiden hält es aus.

Der gute Wille beider verdrängt die sich mehrenden Anzeichen des gegenseitigen Unverständnisses. Die Aufgabe geht vor den persönlichen Befindlichkeiten. Aber im Lauf der Zeit häufen sich Konflikte. Einmal kommt es auch zum Bruch zwischen den beiden, der wieder gekittet wird.

Beide sind Teil eines Teams mit einer komplexen Aufgabe. Sie wirken in einer verantwortlichen Stellung. Sie ordnen ihr Handeln der Sache und dem Gemeinwohl unter. Die Moral gebietet ihnen, die internen Probleme nicht zu zeigen. Das nützt aber nichts, sie leben sich mit jedem Jahr immer mehr auseinander. Langsam aber stetig läuft das so. Die beiden merken es selber kaum, ihre Umgebung gar nicht.

Über viele Jahre geht das so, mit langsam wachsender Geschwindigkeit. Dann scheint die Lösung scheint in Sicht. Ein Großteil des gemeinsamen Weges ist gegangen, das natürliche Ende der Zusammenarbeit absehbar. Nur noch ein paar Jahre müssen die beiden zusammen aushalten, dann ist es geschafft. Durchhalten ist angesagt. Das erweist sich aber alles andere als einfach.

Der eine der beiden kritisiert die Entscheidungen des anderen. Zuerst leise, dann lauter. Die Maßnahmen des Partners werden konterkariert. Sind diese erfolgreich, so sind sie nicht zielführend. Wenn sie misslingen ist das die Bestätigung für den falschen Weg.

Das gemeinsam Erreichte wird in Frage gestellt, die gemeinsam erbrachte Leistung als unter optimal bewertet. Die Schwächen und das eigene Versagen werden wiederholt thematisiert. Gleichzeitig werden die Risiken beschworen und ein düsteres Bild der Zukunft gemalt. Er versucht diese Bedrohungen abzuwenden.

Dieser beginnt unter der Situation zu leiden. Er ärgert sich immer häufiger. Er beginnt sich am Verhalten des anderen zu stören. Immer mehr Entscheidungen versteht er nicht mehr. Er weiß aber nicht, wie er der Entwicklung entgegen treten soll. Auch ist er sich nicht sicher, ob seine Wahrnehmung ihn nicht betrügt. Er beginnt sich jetzt wirklich Sorgen um die Zukunft zu machen. Die Situation eskaliert, sie wird unbeherrschbar. Es entsteht ein Strudel, der manchen Wegbegleiter mit reißt.

Und dann kommt es so, wie es kommen muss. Die große Explosion findet statt. Die löst zwar das Problem – zerstört aber vieles und schafft zuerst mal nur Verlierer.

RMD

P.S.
Das Foto ist eine Abbildung der „Janus coin“.
Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons

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