Roland Dürre
Dienstag, der 14. Juni 2016

Microsoft kauft Linkedin – spontane Gedanken.

Nur so ein paar Gedanken zum Deal …

 

Zeitgenössische Ganesha-Statue

Zeitgenössische Ganesha-Statue

Diese Meldung hat mich dann doch überrascht:

Microsoft kauft Linkedin für 26 Milliarden Dollar. 

Auch weil der Preis mir eigentlich günstig erscheint. Denn gleichzeitig bietet ein „deutsches“ Unternehmen wohl mehr als 60 Milliarden für ein Unternehmen, dass so mancher emotional als „kriminelle Klitsche“ betrachtet.

Für Microsoft mag es ja gute Gründe für den Deal geben. Auch in meiner Bewertung war Linkedin so ein wenig der unterschätzte Aussenseiter unter den ganz Großen des Internets.

Und auch die Einkaufs-Aktivitäten von Linkedin wie die Übernahme von video2brain und weiteren tollen Unternehmen wie slideshare empfand ich als schlüssige Strategie.

Jetzt erscheint es mir so, als ob diese Aktivitäten nur dazu gedient haben, um die Braut auf zu hübschen und Kasse zu machen.


Mein erster Gedanke zum Deal war:

Warum haben eigentlich die Kunden von Linkedin (eines Unternehmens) kein Mitsprache-Recht beim Verkauf von Linkedin (dieses Unternehmens)?

Und ich musste mich gleich selber berichtigen:

Die Kunden habe es ja – sie müssen nur ihren Account löschen!

Wenn das alle machen würden, dann wäre doch schnell Schluss mit dem Spuk. Nur hieße dies in letzter Konsequenz den Rückzug aus all diesen Systemen, von A bis Z. Also das persönliche Verschwinden aus der virtuellen Welt. Und das ist mir auch zu blöd.

Letzten Endes ist es eben nicht nur das virtuelle Leben und nicht nur die Internet-Unternehmen. Sondern es betrifft genauso mein reelles Leben – Wohnen, Nahrungsmittel, Mobilität, Kleidung, Energie …

So reduziere ich meine Gedanken letzten Endes aus diese Frage:

Was ist das für eine Wirtschaftsordnung, wenn laut Prof. Otte im vergangenen Jahr bei Übernahmen und Zusammenschlüssen (Merger and Akquisition; M&A) weltweit der Rekordwert von mehr als 6,1 Billionen Dollar bewegt wurde.

Und ich präzisiere meine Frage:

Wie kann es möglich und rechtens sein, dass Unternehmen so viel Kapital anhäufen oder bekommen können und so solche Deals so ratzfatz möglich sind?

Ich kenne ein Buch von Georg Zoche, das heißt Weltmacht Geld. Natürlich ist Geld gleich Macht. So macht es mich sehr nachdenklich, wie Konzerne so reich (= mächtig) werden können. Dies in einer Zeit, wo der Planet langsam aber sicher hopps geht und Menschen sich gegenseitig töten und foltern. Weil sie arm sind und deshalb zum Opfer der Kriegs-Unternehmer werden.

Wie heißt so schön in der vierten Szene des ersten Aktes von Shakespeares Trauerspiel »Hamlet« (entstanden um 1600):
„Etwas ist faul im Staate Dänemark.“

RMD

 

1 Kommentar zu “Microsoft kauft Linkedin – spontane Gedanken.”

  1. Bberlina (Mittwoch, der 15. Juni 2016)

    Nicht warten, nicht auf andere hoffen, sich selbst ändern.

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