Roland Dürre
Samstag, der 25. Juli 2009

Microsoft schockiert mit Zahlen, Amazon enttäuscht …?

Soweit Schlagzeile und Inhalt des zentralen Artikels auf der ersten Seite im Wirtschaftsteil der Süddeutschen von heute.

Was ist passiert? Bei Microsoft ging der Umsatz um 17 % auf 13,1 Milliarden Dollar zurück. Der Gewinn sank um um 29 % auf 3,1 Milliarden. Immerhin beträgt der Gewinn immer noch ein Viertel des Umsatzes! Laut eines Analysten wäre das echt enttäuschend.

Aber was ist da so schlimm dran? Natürlich wissen wir, dass Vista kein Markterfolg war. Kunden warten deshalb auf Windows 7, das ab Oktober zu haben sein soll.

Aber das gehört doch auch dazu. Man muss doch auch mal ein Modell entwickeln dürfen, das am Markt nicht ankommt. Und dass Microsoft durch Google und Apple Konkurrenz bekommt, ist so schlecht auch nicht.

Microsoft ist erst 34 Jahre alt und hat wohl wie kein zweites SW-Unternehmen seit seinem Börsengang 1986 „performt“ (Wie es auf Neudeutsch heißt). Das sind gut 20 Jahre. Hat Microsoft nicht das Recht, auch mal durchzuatmen?

Weiter heißt es in der SZ: „Zu den enttäuschenden Zahlen von Microsoft kam die Bilanz von Amazon“. Amazon hat einen Umsatz von 4,7 Milliarden Dollar erzielt (plus 14 %), dabei einen Gewinneinbruch von 10 % (!) auf 142 Millionen Dollar.

Jetzt merke ich auch persönlich als Amazon-Kunde, wie konsequent Amazon versucht, seinen expansiven Kurs zu halten. Und das kostet natürlich Geld. Als Ursache für den Gewinnrückgang gibt die SZ übrigens an, das „in der Videospielabteilung von Amazon die echten Knaller fehlen würden“ und „das ein Rechtsstreit mit Toys’R‘ US das Ergebnis belasten würde„.

Dann sehe ich die Welt aber doch wieder gelassen und kann mich der am Anfang des Artikels erwähnten Aussage nicht anschließen, dass „die beiden Konzerne aus der Informationstechnologie (IT) so die Hoffnung auf eine schnelle Erholung des Technologiesektors zu Nichte gemacht hätten„.

Nach meiner Meinung ein leichtfertiger und unzulässiger Schluss. Die schnelle Erholung wurde übrigens angenommen, weil IBM, Apple, Ebay und Yahoo gute Jahresbilanzen vorgelegt hatten.

Wenn ich aber daran denke, das die „Abwrackprämie“ in einem halben Jahr 5 Milliarden EURO kostet und dann diese Zahl mit den Jahresumsätzen von Microsoft und Amazon (in USD) vergleiche, dann wird mir wirklich schlecht. Anscheinend haben wir in Deutschland mittlerweile jedes Gefühl für große Zahlen verloren.

RMD

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