Roland Dürre
Freitag, der 30. Dezember 2016

Mobil in Mittelamerika vom 9. – 16. Dezember (Erste Woche)

Ganz allgemein: Das Auto dominiert auch in Mittelamerika das „Mobile Leben“. Das war mir schon klar. Aber die Anzahl und Dichte der Staus in den großen wie den kleinen Städten hat mich dann doch überrascht. Wie die (wahrscheinlich ja nur scheinbare) Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor aller Art.

Zuerst mal zum Thema Kreuzfahrt:

Wir fuhren ja mit dem großen Schiff „MeinSchiff 4“ von TUI eine Runde durch die Karibik – mit 4 Seetagen und 10 Landtagen. Das Schiff dreht diese Route ein paar Mal in der Jahreszeit vom Dezember bis Februar, ein anderes „MeinSchiff“ fährt eine andere Runde im selben Raum mit anderen Zielen. Dann fahren sie weiter in neues Gewässer und drehen dort ihre Runden. Kreuzfahrt ist so zu einer Art „Linienverkehr“ geworden, was sicher die Logistik vereinfacht, aber das Reiseerlebnis eben auch ein wenig mehr „convenient“ macht. Und natürlich drehen in der Karibik verschiedene Schiffe von zahlreichen Reedereien ihre Runden.

Individuell gestaltete Weltreisen z.B. von Hamburg nach Hamburg über einen Zeitraum von einem dreiviertel Jahr mit immer wieder neuen Teilstrecken sind selten geworden. Das gilt für alle mir bekannten Reedereien, für die großen wie Costa, Celebrity oder eben MeinSchiff (TUI) wie auch für die kleinen.

Das ist aber nicht so schlimm, denn auch so hat das Reisen per Schiff einen großen Vorteil. Man ist tagsüber an vielen Orten in verschiedenen Länder und kann diese durchaus individuell und intensiv erleben. Der oft lästige Transport findet nachts und sehr komfortabel statt. So ist ein Schiff letzten Ende ein mobiles Hotel, in dem man jeden Morgen an einem anderen Platz ist.

Die Problematik von Kreuzfahrten (und Fernurlaub im allgemeinen) ist mir sehr wohl bewusst. In der Regel führt nur ein Langstreckenflug zum Ziel – und das Schiff ist ein starker „Umweltsünder“. So zerstört eine Kreuzfahrt im Jahr alle meine Versuche, meinen Kohlendioxid-Fußabdruck mit der Umwelt verträglich zu gestalten. Da hilft auch der Fakt nur wenig, dass ich nicht mehr Auto fahre und in Deutschland nur noch mit dem Fahrrad oder öffentlich unterwegs bin.

Aber der Reihe nach:

Auf unserer zweiwöchigen Rundfahrt durch Mittelamerika „checken“ die Menschen in zwei Häfen ins Schiff ein und wieder aus. Dies sind La Romana oder Montego Bay, beides Orte mit Hafen und Flughafen in Jamaika.

In der Regel verlässt man das Schiff dort, wo man eingestiegen ist. Man fliegt also bei solchen „convenient“ Kreuzfahrten von dem Ort zurück, an dem man angekommen ist. Es braucht also keinen Gabelflug. Wir sind in La Romana in der Dominikanischen Republik (R.D.) an Schiff gegangen und dort auch wieder ausgestiegen. Wir hatten das Glück, dass wir so von München die kürzeste Flugstrecke in die Karibik hatten.

Wir wollten viel vom Land sehen und unsere Eindrücke nicht nur durch Fensterscheiben von Autos und Bussen sammeln, sondern viel mit „Land und Leute“ in Kontakt kommen. Das haben wir auch geschafft. So waren wir häufig zu Fuß und – leider – nur ein Mal auf dem Fahrrad unterwegs. Dreimal nutzten wir ein Auto (Taxi). An vier organisierten Ausflüge haben wir teil genommen und sind dazu öfters Bus gefahren und auf unterschiedlich großen Booten gewesen. Einmal war eine Seilbahn als Verkehrsmittel dabei.

So fing es an:

Am 9. Dezember sind wir am Flughafen von La Romana in der Dominikanischen Republik gegen 16:00 nach einem über zehnstündigen Direktflug gelandet. Vom Flugfeld ging es direkt in den Bus. Der Transfer hat zirka 10 Minuten für die wenigen Kilometer vom Flughafen zum Hafen gedauert. Das Gepäck wurde direkt aus dem Flieger vor die Kabine geliefert – eine logistisch wirklich optimale Anreise.

Der Check-In ins Schiff hat allerdings ziemlich lange gedauert. Das Schiff hat auf dieser Route nur zwei „Wechseltage“ (früher hätte man An- und Abreise-Tage gesagt) und da kommen dann so um die 1.000 neue Passagiere mit eigenen Charterflügen innerhalb eines kurzen Zeitraumes gleichzeitig an. Wir kamen so ziemlich als die Letzten an. So hat es ein wenig gedauert, bis wir an Bord kamen, obwohl auch der „Check in“ recht gut mit vielen Schaltern organisiert war. Aber wie schon berichtet, die gute Nachricht: Das Gepäck stand da schon vor der Kabinentür.

Die Reise beginnt!

Am 9. Dezember sind wir angekommen. Der 10. Dezember war ein Seetag auf dem Wege nach Jamaika. Das war schon mal gut zum Erholen vom Flug. Die Ankunft im Hafen von Ocho Rios war am Morgen des 11. Dezember.

11. Dezember – Ocho Rios – Jamaika – – ZU FUSS
Ankunft um 7:00 / Abfahrt 20:00

Es ist der erste Landtag auf unserer Reise und ich bin das erste Mal in Jamaika, dem Lande Bob Marleys!

Eine der Attraktionen von Ocho Rios sind die Dunn’s River Falls. Das sind „Wasserfälle“, auf denen sich das Wasser auf einem „plateau-artigen“ Gefälle nach unten bewegt. Da kann man unten vom Meer zirka 50 Höhenmeter durch die Fluten wieder nach oben klettern. Das sieht gewaltig aus – und auch viel gefährlicher als es ist. Das Süßwasser ist angenehm warm, so dass das Ganze ein schöner Spaß ist. Die seichten Stellen findet man leicht und kommt so auch gut ohne Führer zurecht.

Die Barbara in den Dunn’s River Waterfalls auf dem Wege nach oben!

Auf dem Schiff gibt es jeden Tag (auch auf Papier) ein „Tagesprogramm“ und außer an den Seetagen eine „Hafeninformation“. Die enthält nützliche Infos und eine Karte des Hafen. Auf der sehen wir, dass es von unserem Anlegepunkt  in Ocho Rios zu den Dunn’s River Falls wohl gar nicht so weit ist. Die Entfernung vom Schiff dorthin schätzen wir so auf 5 bis 10 km.

Also machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Es ist ein bisschen wolkig, das ist natürlich gut für unsere Dezember-Blässe. Immer wieder regnet es zwischendurch, der Regen ist aber warm und stört uns nicht. Er ist eher eine wohltuende Erfrischung. Ab und zu stellen wir uns unter und haben die ersten Kontakte mit den Menschen, die hier leben.

Für uns Touristen kostet der Eintritt zu den Dunn’s River Falls 20 USD pro Person. 🙂 Eine Ermäßigung für Rentner gibt es nicht. Viele  einheimische Familien mit zahlreichen Kindern stehen auch an den Kassen an. Die Vorfreude steht ihnen schon in den Gesichtern. Sie zahlen die Hälfte. Der vom Schiff organisierte Ausflug zu den Wasserfällen hätte um die 50 USD gekostet, dann aber ohne Spaziergang dafür mit Bus und Führer.

Am frühen Nachmittag sind wir wieder auf dem Schiff, es waren dann vielleicht zusammen gut 15 Kilometer. Ist schon mal nicht schlecht. Am Nachmittag geht es dann nochmal raus ins „Dorf“. Die meisten Geschäfte sind geschlossen, es ist ja Sonntag, der 3. Advent. Mein Ziel ist, mir ein Bob Marley T-Shirt zu kaufen. Und in der Tat, wegen des Sonntags haben viele Geschäfte geschlossen, es gibt aber noch genug offene Läden.

Bob Marley wird hier wirklich verehrt. Er ist der Nationalheld Jamaikas. T-Shirts sind allgemein richtig billig, nur der Bob Marley kostet seinen Preis. Wir besuchen eine Reihe von Geschäften und finden ein offizielles T-Shirt, das mir sehr gut gefällt. Allerdings kostet es je nach Geschäft zwischen 36 und 20 USD. Im Gegensatz dazu gibt es die „normalen“ T-Shirts für 5 und (deutlich) weniger US-Dollar. Die Verkäufer wehren sich, das Bob Marley Shirt unter magische 18 USD zu verkaufen. Mir scheint, dass ein billigerer Verkauf des Nationalhelden ein Sakrileg wäre.

Im Dunklen legen wir ab und weiter geht es entlang der Küste von Jamaika nach Montego Bay (Mo Bay). Und in meiner „Suite“ ist ein schönes rotes Original-T-Shirt von Bob Marley. Das ziehe ich dann an Silvester daheim an.

12. Dezember – Montego Bay – Jamaika – – ZU FUSS, Taxi
Ankunft um 7:00 / Abfahrt 22:00; privat unterwegs

So sehen die Weihnachtsbäume in Jamaika aus. Dieser hier wird gerade im Zentrum von Montega Bay aufgestellt.

In Montego Bay war übrigens der zweite Wechseltag dieser Route. Das bedeutet, dass ungefähr 1.000 Menschen  das Schiff  verlassen und 1.000 neue kommen werden … Davon bekommen wir aber nichts mit. Denn wir wollen ja wieder aufs Land.

Die Karte in der „Hafeninformation“ zeigt uns, dass der Weg ins Zentrum so um die 7 km sein dürfte. Zu Fuß erscheint die Entfernung also durchaus machbar.

Also starteten wir, zuerst den Southern Cros Blvd, dann nach links den Howard Cooke Hwy. Diesmal gibt es wenig Wolken und Schatten, trotzdem sind wir nach gut einer Stunde am Montega Bay Market.

Wir amüsieren uns in Mo Bay ziemlich lange. Der Rückweg erscheint uns ein wenig länger und wir denken auf halber Strecke daran, für den Rest vielleicht doch ein Taxi zu nehmen. Da fragt uns ein Taxifahrer, der am Straßenrand steht, ob er uns zum Schiff bringen darf. Umsonst, weil er dann in den Taxibereich des Hafens darf. Dort gibt es nämlich wirklich gute Preise zu erzielen. Wir werden noch lernen, dass die Taxis vom Schiff im Hafen zu den diversen Zielen immer ein Mehrfaches von dem kosten, was üblich ist. Wir sind doch ein wenig ermattet und nehmen das verlockende Angebot an.

Am späten Abend geht es dann weiter in Richtung Mexiko. Zwischen Mo Bay und Cozumel liegt allerdings noch der zweite Seetag am 13. Dezember.

14. Dezember – San Miguel/Cozumel – Mexiko – – AUF DEM FAHRRAD
Ankunft um 6:30 / Abfahrt 20:00; privat unterwegs

Cozumel ist eine der östlichen Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán vorgelagerte Insel. Ziemlich früh verlassen wir das Schiff und strolchen erst mal in Richtung Innenstadt des kleinen Orts San Miguel. Der Weg sieht auf der Hafeninformation deutlich kürzer aus als es der nach Montega Bay war (und ist es auch). Trotzdem erzählen uns gefühlt um die 100 Taxifahrer, dass der Weg zu Fuß viel zu weit wäre.

Bis in die Innenstadt kommen wir allerdings nicht, weil wir  auf der rechten Seite stadteinwärts neben einem Motorradverleih (ausschließlich mit der Marke Harley-Davidson) einen Fahrradverleih entdecken. Der schließt zwar um 16:00 (es wird dann ja bald dunkel), aber da es früher Vormittag ist bleibt uns noch genug Zeit.

Im Angebot sind ganz einfache Räder zu 10 USD – nur mit Rücktrittbremse, ohne Schaltung und ohne ergänzende Handbremse. Für 15 USD gibt es dann so eine Art Trekking-Rad, mit Schaltung und Freilauf. Dann stehen noch ein paar elektrisch unterstützte „Fatboys“ herum, die man für 20 USD haben kann. Die Preise gelten jeweils für ein Rad und einen Tag.

Die elektrischen Fatboys auszuprobieren, das würde mir gefallen. Die Vermieter warnen uns jedoch, dass deren Akkus gerade geladen werden und noch lange nicht voll wären. Da ich mich nur mit Rücktritt ein wenig „ungewohnt“ fühle, nehmen wir zwei „Trecking-Räder“ für zusammen 30 USD.

Eine schöne lange Radfahrt führt uns an die Nordstrände der Insel Cozumel vor Mexiko.

Die Räder sind gut geölt, die Reifen fest aufgepumpt. Bei meinem Rad hat das Tretlager einen Schaden und knackst, trotzdem ist der Spaß am Radeln groß.

Zuerst fahren wir weiter hinein nach San Miguel. Dort gucken wir uns ein paar Geschäfte an.  Auch hier gibt es viele Schmuckgeschäfte, spezialisiert auf Diamanten. Die werden uns die ganze Reise verfolgen.

Dann geht es am Fahrrad-Geschäft vorbei zurück nach Norden, wieder am Schiff vorbei eine Straße entlang der Ostküste nach Norden. Wie Perlen, aber in angemessenen Abstand von ein paar 100 Metern bis zu auch mal ein bis zwei Kilometer, fahren wir an nobel und teuer anmutenden Hotelanlagen vorbei. Es geht ziemlich weit am Meer entlang und macht richtig Spaß – dann kommen Hunger und Durst auf. Wir kehren um, fahren wieder am Schiff vorbei zum Fahrradverleih, geben die Räder zurück und gehen den guten Kilometer zurück zum Schiff. Es war ein toller Tag. Am Abend geht es weiter nach Belize.

Fast vergessen:
🙂 In Cozumel, kurz nach dem Radverleih, besuchen wir eine kleine Bar in einer Nebenstraße  und haben dort „freies WLAN“. Gegen zwei Kaffee und eine Flasche Wasser zu drei mal drei USD durften wir inx Netz und konnten so unsere E-Mails lesen und schreiben, Chats beantworten, SZ runter laden und erledigen, was halt sonst noch so ansteht.

15. Dezember – Belize City – Belize – – BUS, BOOT, ZU FUSS
Ankunft um 9:00 / Abfahrt 20:00; organisierter Ausflug

Belize City hat wohl keinen Hafen, der für so große Schiffe wie die MeinSchiff 4 anfahrbar ist. Es ist auf dieser einzige Landbesuch, bei dem das Schiff nicht in einem Hafen anlegt sondern das Schiff ziemlich weit draußen ankert. Es muss also „tendern“. Normalerweise werden dazu  die eigenen Rettungsboote zu Wasser gelassen und pendeln dann zwischen Schiff und Festland hin und her. In Belize gibt es einen eigenen Tenderdienst, der diese Aufgabe übernimmt. Dawir uns einen organisierten Ausflug geleistet haben, der früh weggeht, dürfen wir schon mit dem zweiten „Tender“ ans Festland.

Unser Ausflug scheint sehr beliebt zu sein, es werden zwei Busse gebraucht. Alle wollen das Erbe der Mayas sehen. Wir sind zu früh, die Busse sind noch nicht da. So warten wir in im Hafengebäude. Ich fühle mich so ein wenig wie früher in der Grundschule – in Zweierreihen stehen uns warten. Dann kommt unser Bus und wir werden nach Tower Hill gebracht. Hier gibt es auch endlich mal „lokales Futter“ – Hühnchen mit eingelegten Zwiebeln an einem leckeren Gemüse. Dazu die übliche „Hochzeit“ – sprich Reis mit schwarzen Bohnen. Die „Hochzeit“ kenne ich von unserer Radtour in Cuba vor zwei Jahren, da ich keinen Reis mag verzichte ich darauf. Aber der Rest ist wirklich gut – einfach aber lecker.

Gesättigt steigen wir in kleine aber sehr schnelle Boote um, die uns nach Laimanai bringen sollen. Wir steigen als Letzte ein und sitzen so ganz hinten. Die Boote rasen in einem Affenzahn nach Laimanai, wir sehen nur links und rechts die Wasserfontänen. Auf der Rückfahrt werden wir das besser machen.

Endlich bei den Maya-Tempeln in Lamanai.

So wird es dann. Auf der Rückseite sitzen wir ganz vorne. Und haben eine wunderbare Sicht. Das Boot kommt uns auch nicht mehr ganz so irre schnell vor.

Die Maya-Stadt Laimanai war wirklich sehr beeindruckend. Aber auf der Rückfahrt kommt es zu kleinen Problemen. Zuerst muss unser Kapitän einem liegen gebliebenen Boot helfen. Und dann kommt der Bus in einen Megastau.

So wird es 19:30 Uhr, Ende des Landganges. Für einen Bummel durch Belize City ist keine Zeit mehr. Wir können nur das berichten, was wir vom Bus so gesehen haben. Belize hat auf uns sehr britisch gewirkt, nicht nur wegen des Linksverkehrs, den wir von Jamaika her ja schon gut kennen.

Kaum sind wir auf dem Schiff, dann legt es auch schon ab. Zwar nicht ganz so pünktlich wie sonst, sondern ein wenig nach 20:00 ab. Es musste noch auf eine ein wenig verspätet andere Ausflugs-Gruppe warten. Auf geht es nach Honduras.

16. Dezember – Roatán – Honduras – – ZU FUSS, Taxi
Ankunft um 9:00 / Abfahrt 20:00; privat unterwegs

Der Blick vom Schiff – in Richtung West Bays, da wo wir hin wollen.

Roatán ist eine Insel und liegt eine halbe Schiffstunde vor dem Festland Honduras. Wir wollen heute zu den „Westbays“. Weil da der Strand so schön sein soll. Und wenn möglich, mal wieder radeln.

Wir gehen also zuerst mal in die kleine Stadt östlich vom Hafen und fragen dann Einheimische, wo man Räder mieten könnte. Die Antwort: Hier nirgendwo, aber es könnte sein, dass es auf der Nord-Seite der Insel, also hinter den Bergen auf der anderen Seite, einen Fahrradverleih gäbe. Da könnten wir mit dem Taxi hinfahren.

Das ist aber nicht der Sinn der Sache. Dann versuchen wir raus zu bekommen, wie weit es bis zu den „Westbays“ ist. Wir kriegen unterschiedliche Angaben und einigen uns auf die Zahl sieben. Allerdings in Meilen. Also gehen wir dann mal los. Und entdecken vorher noch im Ort einen besonderen Platz. Es ist eine kleine Parkanlage mit Bänken, die wohl den Freunden Honduras aus Taiwan gewidmet ist. Hier gibt es recht gutes öffentliches WLAN. Das zweite Mal auf der Reise sind wir im Netz und laden alles runter, was wir brauchen.

Dann marschieren wir los. Zurück zum Schiff, am Schiff vorbei in Richtung der „Westbays“. Es regnet immer wieder. Zuerst stellen wir uns bei Schauern unter die Palmen am Straßenrand. Da das nicht viel nutzt , laufen wir schließlich auch bei Regen weiter. Der Regen ist ja schön warm.

Immer wieder halten Taxis an und bieten uns unsere Dienste an. Und warnen uns, dass der Weg zu den „Westbays“ ganz schön weit und sehr beschwerlich wäre. Dann haben wir die Hälfte geschafft. Wir machen Pause und gehen in eine Bar. Und trinken ein paar Fläschen Salva Vida, eines der lokalen Biere von Honduras. Und genießen auf einem Steg die mittelamerikanische Sonne. If paradise is half as nice …

Bisher ging die Straße schön flach die Südküste entlang. Es war ein schöner Weg. Jetzt müssen wir ins Land abbiegen. Wir überlegen uns, ob wir umkehren sollen. Oder bis ans Ziel gehen und uns von einem Taxi heimbringen lassen.

Es regnet wieder. Ziemlich heftig. Bisher sind wir immer wieder „getrocknet“, bis der nächste Regenschauer kam. Das funktioniert nicht mehr. Der Regen hat endgültig die Kleider komplett durchnässt, der Weg führt jetzt in die Berge. Der Blick wird immer schöner – der Weg immer steiler. Zuerst geht es nur hoch, dann plötzlich immer auf und ab. Ganz oft. Und wenn wir nach einem kräftigen Abstieg denken, jetzt geht es endlich wieder runter ans Meer, kommt die nächste Steigung.

Unterwegs kommen wir an einer Reihe von Touristik-Attraktionen vorbei. Mehrere „Flying Dogs“, „Cool Runnings“, ein Monkey-Park und ähnliches sollen den Wanderer locken. Allerdings sieht alles geschlossen aus – vielleicht auch wegen des Regen.

Wir schaffen es und kommen an den schönen Stränden der Westbays an. Die sind sicher sehr schön, aber voller Liegestühle. Im Wasser davor liegt ein Boot neben den anderen. Ein wenig ernüchternd. Aber was soll es, wir haben es geschafft und unser Ziel erreicht.

Es war ein anstrengender Spaziergang. Wir sind jetzt wirklich durch und durch nass. Und finden ein Taxi. Es bringt uns für 10 USD heim zum großen Schiff. Im Taxi frieren wir. Also: Klimaanlage aus, Fenster auf und schon geht es wieder. Was für ein toller Tag!

Durch und durch nass, ein wenig erschöpft aber sehr glücklich, angekommen am Strand der West Bays in Roatán in Honduras.

Soweit mal die erste Woche! Im nächsten Post berichte ich dann die zweite Woche vom 17. bis zum 23. Dezember dran. Die dann mit einem Seetag beginnt.

RMD

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