Roland Dürre
Donnerstag, der 17. September 2015

Moral und Unmoral

Ein paar Gedanken, die vielleicht die Essenz meines philosophischen Lernens darstellen:

Annahmen:

I.
Die aktuell gültigen Paradigmen der Gehirnforschung scheinen darauf hinzuweisen, dass das menschliche Gehirn „Gutes Handeln“ belohnt. Das „Schlechte Gewissen“, das sich oft nach einer „Bösen Tat“ bildet und uns dann plagt und quält, wird dagegen nicht originär vom Gehirn verursacht sondern wird uns durch Sozialisierung „antrainiert“.

II.
Ein „Moralischer Mensch“ denkt in der Kategorie von „Gut und Böse“. Ein „Unmoralischer“ (= Freier Mensch) denkt in der Kategorie von „Richtig und Falsch“. Er weiß, dass es keine Wahrheit gibt und die Angst wie vieles mehr eine Kopfgeburt ist. Wird er nach dem Gegenteil von „Gut“ befragt, wird er den Begriff  „Schlecht“ aber nicht „Böse“ nennen.

III.
Das Unterbewusstsein dominiert das Bewusstsein (die Ratio oder Vernunft). Es hat die Macht und die Geschwindigkeit und bestimmt unsere Entscheidungen wie unser Leben. Die vielleicht Jahrtausend alte Annahme, dass dies durch unsere Vernunft (unser Bewusstsein) geschieht, ist falsch.

IV.
Es gibt also keinen expliziten freien Willen. Unsere Vernunft macht uns da etwas vor, das nicht valide ist. Wenn es die Freiheit des Menschen gibt, dann findet diese im Unterbewusstsein statt. So folgt das Bewusstsein dominant dem Unterbewusst.

V.
Wir müssen uns lösen von der Vorstellung, dass wir „Böses Tun“ im Bewusstsein frei entscheiden können. So kann eine Bestrafung nicht aufgrund „Unmoralischem Tun“ legitimiert werden; Bestrafung aufgrund von „Schuldhaftigkeit“ ist Unsinn. Es könnte sein, dass dieser Erkenntnis folgend in Zukunft die Bestrafung legitimiert wird, um „Schädliches Tun“ am „WIR“ zu vermeiden.

Ende meines „Philosophischen Diskurs“.

Vier ergänzende und von einander unabhängige Gedanken dazu:

Meine Utopie ist eine eine prinzipiell straffreie Gesellschaft – die natürlich das Recht hat, sich gegen schädliches Tun zu wehren.

Weiter zeigt mir die Wunderwelt der Tiere, ganz gleich ob Säugetiere (und natürlich auch der Menschen), Insekten, Fische …  die enorme Leistungsfähigkeit des Unterbewusstseins.

Der Teil des Gehirns, der die Ratio, unsere Vernunft und unser „Denken“ realisiert, müsste sich noch ganz schön weiterentwickeln, um es mit dem Unterbewusstsein aufzunehmen.

Wer will aber wissen, ob dies passieren wird und wie die Evolution den Menschen noch verändern wird? Ober ob die Gattung Mensch nicht eh bald aussterben wird.

RMD

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