Roland Dürre
Sonntag, der 13. Februar 2011

Nachtrag zum Bahnunglück in Sachsen-Anhalt

Zu meinem Artikel zum Zugunglück in Sachsenanhalt bekam ich diverse Zuschriften. Eine davon möchte ich zitieren:


In der letzten Woche bekam ich ein paar traurige Nachrichten von Betriebseisenbahnern. Sie hatten leider recht, die Schlamperei der Bahn ist ungeheuerlich.

Hier die Fakten:

-> Eine Schutzweiche, von deren Existenz ich einfach mal ausgegangen war, die den das Haltsignal überfahrenden Zug abgewiesen hätte, war nicht vorhanden, obwohl sie leicht hätte eingebaut werden können.

-> Die Nachrüstung einer „einfachen“ Indusi wäre technisch ein Kinderspiel gewesen, die am Gleis befindlichen „Magnete“ sind keine solchen, sondern einfach nur auf bestimmte Frequenzen abgestimmte Schwingkreise, die bei Bedarf kurzgeschlossen werden und damit ein am Fahrzeug befindliches Gegenstück beeinflussen. Man braucht also keine externe Stromversorgung, um ein Signal mit Indusi auszurüsten. Der Einbau hätte ein paar tausend Euro gekostet.

ABER:

Eine Strecke mit Sicherungstechnik von 1912 genießt Bestandsschutz, die kann bis zum St. Nimmerleinstag befahren werden. Wenn diese Strecke jedoch geändert wird, dann muss diese Strecke dem aktuellen Sicherheitsstandard angepasst werden. Das hätte bedeutet: „PZB 90“, was wiederum mit einer halben Million Euro zu Buche geschlagen hätte anstatt mit wenigen tausend.

-> Die Bahn hat wohl damit geliebäugelt, die Strecke stillzulegen und daher die Modernisierung hinausgeschoben.

Trauerspiel oder Groteske?

Gier in seiner Ausprägung von Börsenwahn und Dummheit in Gestalt „harmonisierter“ Bahnvorschriften sind eine tödliche Mischung.


Diese Wortmeldung erscheint mir sehr kompetent. Entweder totale Sicherheit oder keine. Da muss man nichts mehr hinzufügen.

RMD

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