Roland Dürre
Sonntag, der 1. April 2012

Zukunftsforschung und Wikileaks

Ich getraue mir ja fast nicht, es hier öffentlich zu gestehen – aber ich habe einen ganz direkten Draht zu „wikileaks“. Und meine (natürlich anonym bleiben wollenden) Freunde haben mir ein paar Geheimnisse verraten. Demnächst sollen sie – nach gründlicher Prüfung – der Bild-Zeitung zugespielt werden. Ich darf aber heute schon darüber berichten …

Also Psst! Und vor allem – nichts weitersagen!

Eine geheime Studie, die von der Hanns-Seidel-Stiftung bei Z_punkt und Future Matters über die Zukunft der Parteien in Auftrag gegeben wurde, enthält eine für die Deutschland oligarchisch beherrschenden Parteien entsetzliche Prognose.

Deutschland droht zu einer Zwei-Parteien-Demokratie zu werden! Ähnlich der USA!

Die Vorhersage verblüfft aufs erste, kann dann aber doch gut nachvollzogen werden. Erstaunlich ist aber, welche Parteien die beherrschenden Kräfte in Zukunft sein werden. Man höre und staune – das sind die GRÜNEN und die PIRATEN.

In der Vorhersage wird die GRÜNE Partei die konservativen, religiös beeinflussten und eher esoterisch angehauchten Wähler gewinnen. Sie wird zur Partei der Menschen werden, die glauben, dass die großen Probleme der Zukunft nur durch eine globale Ökokratur gelöst werden können.

Anders die in Zukunft andere große Volkspartei – die PIRATEN. Hier gehen die Zukunftsforscher davon aus, dass die Piraten eher die liberalen Wähler besonders aus den gebildeten Schichten für sich gewinnen werden. Wer diese Ergebnisse der Zukunftsforschung nicht glauben will oder nicht für möglich hält, sollte bedenken, dass die mit der Studie beauftragten Institute sehr renommierte Unternehmen sind, die von ihren Kunden genau deshalb so geschätzt werden, weil ihre Vorhersagen in die Zukunft mit bis zu 98 % zutreffen.

Die vorliegenden Wikileaks-Dokumente enthalten aber nicht nur die Ergebnisse dieser Politikstudie sondern auch zahlreiche Protokolle und E-Mails, ja sogar DMs (direct message) aus Twitter und Facebook! Daraus entnehmen wir:

Die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung hat aufgrund der bedrohlichen Lage die Ergebnisse der Studie nicht nur der Schwesterpartei CDU sondern auch allen bürgerlichen Parteien wie SPD, „Die Linke“, FDP, „Freie Wähler“ und NPD zu gemailt. Ich empfinde dies einen großartigen Akt von Solidarität unter konkurrierenden und sich ja eigentlich immer bekämpfenden Parteien.

Besonders interessant sind die unterschiedlichen Reaktionen der betroffenen Parteien und Politiker, die wir sie in unserem „Geheimmaterial“ finden:

Die FDP als sehr pragmatische Partei hat in wirklich echter Größe beschlossen, ihrem vorhergesagtem Verschwinden durch Selbstbeseitigung zuvor zu kommen. Diese Konsequenz verdient Respekt – wer hätte das einer Klientel- und Wechsel-Partei zugetraut. Hut ab!

Die NPD trennt sich jetzt von ihren V-Mann-Mitgliedern um so den Weg für ein Verbot freizumachen. So könnte sie ihr vorprogrammiertes Verschwinden einfach begründen und den erhofften Märtyrer-Status erreichen. Wie ich finde, eine infame Strategie.

Die SPD ist nach dem Bekanntwerden dieser Geheimstudie in einen Status der paradoxen Lähmung geraten. Der Schock bei der Führungs-Troika sitzt tief. Als Devise wurde ausgegeben „Annäherung an Alle und Niemanden“. Meine aber, dass das zu erwarten war.

Besonders bemerkenswert sind die persönlichen Reaktionen der beiden großen Protagonisten im „christlich-demokratischen“ Lager, soweit wir diese in den Unterlagen von Wikileaks finden.

Unser bayerischer Ministerpräsident Seehofer hat sich blitzschnell entschieden, ein Pirat zu werden und möchte den Wechsel zum richtigen Zeitpunkt vorbereiten. Allerdings zeigt der uns vorliegenden E-Mail-Verkehr, dass sich die Verhandlungen über seinen Transfer schwierig gestalten.

Anders bei unserer Kanzlerin. Folgen wir den diversen Facebook-Kommunikationen, ist der Wechsel zu den Grünen schon unter Dach und Fach. Die Grünen werden sie mit erstaunlich wenig Widerstand sofort nach ihrem Wechsel zu ihrer Spitzen-Kandidatin küren und freuen sich schon auf die so mögliche Ökodiktatur in den nächsten drei Legislaturperioden in Deutschland.

Aber Psssttt .. alles unter Geheimschutz – nichts weiter sagen!

RMD
(Inspired by EG)

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1 Kommentar zu “Zukunftsforschung und Wikileaks”

  1. Chris Wood (Sonntag, der 1. April 2012)

    My friends in the „Linke“ party tell me that they are not fooled by this report. It cannot be true, because dictatorship of the proletariat is inevitable.

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