Roland Dürre
Samstag, der 28. November 2009

„Nichts für Spaßbremsen“ oder „Journalismus heute“

Hans-Peter hat mich als Kommentar zu meinem 500. Post (Freiheiten) darauf aufmerksam gemacht, das dieser Post jetzt der 501. ist. Bin selbst überrascht. Jetzt hoffe ich, dass meine Mitautoren immer mehr schreiben werden und ich dann immer weniger schreiben darf. Bis dahin schreibe ich einfach mal weiter.

🙂 Und Unsinn, über den man schreiben kann, gibt es ja leider mehr als genug!

TeslaRoadster-frontEs wird schon viel Nonsens auf Papier gedruckt. Nicht nur in der Regenbogenpresse. Auch in der Süddeutschen. Am Mittwoch, den 25. November finde ich z.B. im ersten Teil der SZ „Mutmacher-Seiten“ mit dem Thema: Aufbruch aus der Krise!

Und zu Beginn auf Seite 9 ist da ein (zu) langer Artikel
Nichts für Spaßbremsen“ (Fromm/Mühlbauer) und ein kleiner Kasten „ABC des Aufschwungs“ (chof).

Toll denke ich. Und was finde ich: Den mittlerweile 25. Artikel zum Sportwagen von Tesla. Mit folgenden „Teaser“:

Batterie statt Diesel: Wie der kalifornische Sportwagenhersteller Tesla mit Elektroautos versucht, ein grünes Lebensgefühl für Luxusverwöhnte zu transportieren – und damit Geld verdient.

ODER

Schnell und gut für das Klima – der neue Sportwagen von Tesla.

ODER

Der Elektro-Motor des Sportwagens besteht aus fast 7000 wieder aufladbaren Lithium-Ionen-Batterien, wie man sie aus Handy und Notebooks kennt.

Der letzte Satz ist natürlich besonders schöner „Bullshit“.

Warum schreiben Journalisten so einen Unsinn? Ich glaube, weil sie Sachen schreiben (müssen), an die sie selbst nicht glauben. Und immer den Teslar als Lösung unserer Krise verkaufen zu müssen, kann ja wirklich keinen Spaß machen. Aber: Brot schützt vor Not.

Da sind mir dann die Blogger lieber. Die glauben zumindest das, was sie schreiben. Und haben Spaß dabei!

RMD
(Translated by EG)

P.S.
Wenn man nachrechnet, merkt man schnell, dass Elektromobile zwar beschränkt für eine vernünftige Individualmobilität genutzt werden können. Aber dass das nur funktioniert, wenn Verkehr, Fahrzeug und Nutzung sich gänzlich ändert.

P.S.1
Das Bild vom Tesla-Sportwagen stammt aus Wikipedia. Es ist lizenziert unter der Creative Commons-Lizenz Attribution ShareAlike 2.0. Der Urheber ist fogcat5.

1 Kommentar zu “„Nichts für Spaßbremsen“ oder „Journalismus heute“”

  1. Wolfgang (Freitag, der 18. Dezember 2009)

    Ich glaube, Journalisten schreiben solche Sachen, weil sie selber nicht verstehen sondern nur widerkäuen, was ihnen buntes Marketing vorkaut. Jedenfalls ist das meine eigene Erfahrung, wenn Journalisten über komplexe technische Zusammenhänge schreiben sollen/wollen.

    wolfgang

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