Roland Dürre
Samstag, der 29. August 2009

Noch eine Geschichte von Autos und Volvos!

Der Beitrag von Edwin mit seinem Auto hat mich an mein Erlebnis mit Volvos erinnert.

VolvoEs war Ende der 80iger. Volvo war der Stolz Schwedens (und noch nicht eine der Premium-Marken von Ford).

In Deutschland galten die Volvos als richtige Autos, wie früher mal Mercedes und waren der Inbegriff für Sicherheit.

Ich war mit einem Freund verabredet, der ein Unternehmen mit ungefähr 20 IT-Beratern leitete. Er kam zum Treffen in einem nagelneuen großen Volvo.

Wir tauschten den typischen „Unternehmer-Gruß“ aus: Wie geht es Euch denn so?“ und aufgrund des neuen Volvos konnte ich mir nicht verkneifen, auf das Auto zu deuten und zu sagen: Man sieht es ja, dass es Euch so richtig gut geht! (ich war damals Fahrer eines spießbürgerlichen Passat Variant mit Dieselmotor und immer ein wenig neidisch auf die Fahrer von schönen Autos).

Mercedes1Seine Antwort war verblüffend. Die Volvos seien mit ein Grund, dass es Ihnen so gut gehen würde. Jeder Mitarbeiter seines Unternehmens würde jedes Jahr einen nagelneuen großen Volvo bekommen und das wäre für die Motivation ausgezeichnet.

Ich war baff und fragte, wie das zu bezahlen sei.

Die Volvos kosteten ihm nichts, meinte er. Die Liquiditätslage seines Unternehmens wäre gut und so würden sie alle Autos kaufen und nicht leasen. Und sie würden nur Volvos kaufen und die immer nur ein Jahr fahren. Ein Vorteil wäre so, dass man keine Kosten für Verschleiß (Reifen, Bremsen, Scheibenwischer etc.) hätte. Alles würde immer auf Garantie behoben werden!

Aber der Wertverlust! meinte ich.

Mercedes2Was für ein Wertverlust? war die Antwort. Er würde die Autos immer mit einem Mengenrabatt von 25 % kaufen. Und er hätte einen garantierten Rückkaufpreis von 78 %. So blieben ihm drei Prozent. Mehr Zins würde er für sein Geld auch nicht kriegen.

Und der Kapitaleinsatz wäre bei diesem Rabatt und nach Abzug der Mehrwertsteuer auch nicht so groß. Es gebe nur einen kleinen Nachteil. Bei der Konfiguration müsse man sich nach dem Händler richten, weil die Autos sich ja gut wieder verkaufen lassen müssten. So könne man die Ausstattung nicht individuell beeinflussen.

Die 25 % und 78 % weiß ich nicht mehr genau und habe sie nur beispielsweise aufgeschrieben. Ich bin mir aber sicher, dass der Autopreis nach dem Mengenrabatt beim VOLVO-Händler höher war als der garantierte Rückkaufswert nach einem Jahr durch den selben Händler.

Das erscheint mir auch plausibel. Ich habe mal einen Vortrag eines Vorstandes von SIXT gehört. Der hat berichtet, dass der Profit bei SIXT nicht durch das Vermieten der Autos generiert, sondern beim Wiederverkauf der Autos erzielt wird.

Das Automodell meines Freundes klingt zu schön um wahr zu sein. Aber so hat es tatsächlich funktioniert. Alle Beteiligten waren zufrieden:

Der Volvo-Händler, weil er einen Stammkunden hat, der ihm jedes Jahr 20 große Autos abnimmt.

Mein Freund, weil er wirklich 20 große Autos zum Nulltarif (außer Versicherung, Steuer und Sprit) im Unternehmen zur Verfügung hat.

Seine Mitarbeiter, die ein wunderschönes Geschäftsauto fahren durften. Und am Schluss gab es offensichtlich sogar Käufer eines Jahreswagen, die über das vermeintliche billige Schnäppchen glücklich waren.

Und ich bin zufrieden, weil ich eine gute und wahre Geschichte zu erzählen habe.

Aber so war das in der guten alten Zeit. Geht natürlich nur bei einem unendlichen Markt. Und jeder merkt, dass so etwas natürlich nicht ewig gut gehen kann.

RMD

Den Volvo habe ich hier  auf dem Zeltplatz gefunden. Er gehört einem sympathischen Lehrer aus Regensburg. Der Mercedes steht ganz nahe vom Zeltplatz vor einem kleinen Haus und gefällt mir trotz Beulen besser als der Volvo.

4 Kommentare zu “Noch eine Geschichte von Autos und Volvos!”

  1. Edwin Ederle (Samstag, der 29. August 2009)

    Jemand scheint bei dem Spiel verloren zu haben, denn jetzt gibt es keine Händler mehr! 😉

    Aber im Ernst: Das kann nur gehen, wenn die Preise für Jahreswagen hoch genug sind – und seit der Abwrackprämie stapeln sich gebrauchte Mittelklasse-Autos auf den Parkplätzen der Händler.

  2. rd (Samstag, der 29. August 2009)

    Edwin, Du hast natürlich recht. Aber die Geschichte muss so 1988 gewesen sein. Und da war da wirklich so.

  3. Chris Wood (Montag, der 31. August 2009)

    I had a similar situation with Nixdorf and Volkswagen. I could buy with Nixdorf discount and sell 6 months later for practically the same price. This worked well for a couple of years, but I carried the risk of falling used-car prices, and it wasted a bit of my time.

  4. Chris Wood (Montag, der 31. August 2009)

    It reminds me of a smart guy who started a firm (Leasco) that bought IBM computers and rented them out. He made a fortune. The value of hardware fell rapidly, but people kept computers longer than one might expect, because of the problems of changing over.

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