Gestern war wieder Weihnachtsfeier bei der InterFace AG. Wie immer war es ein schönes Fest – mit viel Musik, Tanz und Kommunikation. Diesmal im Rock-Café im Herzen von München.

Am Abend vorher bin ich gebeten worden, ein paar persönliche und weihnachtliche Worte zu sagen. Da habe ich mir viel Mühe gegeben, einen Beitrag formuliert und gestern Abend vorgetragen. Der Text findet sich in diesem Post dann unter dem Bild.

Inspiriert hat mich ALTO, das Saxophon von Knud Johanssen, dass uns bei unserem Auftritt am 22. Oktober 2017 bei der DOAG in Nürnberg so schön begleitet hat.

Also sprach ALTO – das Saxophon von Knud Johannsen.

Hier meine Gedanken zu  Weihnachten 2017. Ich habe den Text genannt:

FALSCH oder RICHTIG?


Es fing früh in meiner Kindheit an. Meine Erzieher wollten mich zu einem perfekten Menschen formen. Ein Musterkind sollte ich werden! Der Stolz einer jeden Mutter. Immer sollte ich brav, ehrlich, gehorsam, höflich und ordentlich frisiert sein; immer sollte ich ordentlich aufrecht stehen (“Mach keinen Buckel!”) sowie laut, deutlich und korrekt sprechen – aber nur wenn ich gefragt wurde. Und vor allem sollte ich ein guter Schüler sein.

Vieles davon ist meinen Unterdrückern misslungen, trotzdem war das für mich alles andere als angenehm. Allerdings hat mich deren Vorgabe geprägt.

So wollte ich später ein “guter” Mensch sein, ein ordentlicher Mitarbeiter, ein schneller (und fehlerfreier) Programmierer, ein liebevoller Ehemann, ein verständnisvoller Vater, ein Spitzen-Manager und später ein Super-Unternehmer.

Perfektion war mein Ding, ich wollte ein “Profi” und kein “Dilettant” sein.

Anders gesagt – ich wollte die Dinge “richtig” machen!

Dann habe ich verstanden, dass es gar nicht so wichtig ist, die Dinge “richtig” zu machen.

Viel wichtiger ist es, die “richtigen” Dinge zu machen!

Meine Begründung ist einfach:
Was passiert, wenn ich die “falschen” Dinge so ganz “richtig” mache? Das kann doch leicht in eine Katastrophe führen?

🙂 So bin ich froh, dass ich Zeit meines Lebens ein Dilettant geblieben bin. Denn dann ist und war es nicht so schlimm, wenn ich mal die falschen Dinge mache oder gemacht habe!

Wer aber weiß, was “richtig” und “falsch” ist?

Ich lebe im HEUTE. Oft weiß ich nicht, was von dem, was ich GESTERN gemacht habe, “richtig” war. Wie soll ich dann im HEUTE wissen, welche Wahrheit fürs MORGEN gilt?

Heute wird viel von TRANSFORMATION und INNOVATION geredet. Menschen leiden unter KOMPLEXITÄT (ganz gleich ob vermeintlich oder tatsächlich). Die KOMPLEXITÄT macht es nicht einfacher, zu entscheiden was “falsch” oder “richtig” ist. Ich meine, dass wir KOMPLEXITÄT nur mit PARTIZIPATION begegnen und auch nur so mit TRANSFORMATION und INNOVATION konstruktiv umgehen können.

Also:
Den “richtigen”, den guten, den schönen Weg werden wir nur gemeinsam finden. Möglichst viele müssen ihr Herz und ihre Weisheit einbringen, Wissen teilen und an einem Strang ziehen.

Zur Anregung eine kleine Anekdote:

1985 traf sich aus der Musikbranche alles, was Rang und Namen hatte, um für Afrika den Song “We are the world” aufzunehmen. An der Tür des Musikstudios war zur Ankunft all der Stars ein Zettel ausgehängt: “Please leave your ego out!”.

Wobei wir wieder bei richtig und falsch sind. Denn natürlich sollten wir die “richtigen” Teile unseres Egos so stark wie möglich einbringen. Und nur die “falschen” weglassen. 🙂

So stehe ich hier in großer Dankbarkeit und Liebe und wünsche Euch ein schönes Fest, einen guten Rutsch und ein gelingendes Jahr 2018! Thank you for everything, in love!

WE ARE THE WORLD!

Wer Lust hat, darf summen und/oder singen. Weil die Botschaft ist:

NICHT JAMMERN SONDERN JAMMEN (= GEMEINSAM)!


So wünsche ich allen Menschen und besonders denen, die in irgendeiner Art und Weise mit mir oder der InterFace AG zu tun haben, ein wunderschönes und frohes Fest, einen guten Rutsch und ein absolut gelingendes Jahr 2018!

RMD

Kommentar verfassen

*