Roland Dürre
Freitag, der 3. September 2010

Nochmal Multikulti

Vor kurzem habe ich zynisch die exotische Farbenpracht der deutschen Fahne als neues Symbol nicht mehr für einen vergangenen Nationalstaat sondern für ein neues Multikulti-Deutschland vorgeschlagen.

Detlev hat mir widersprochen und auf die Gefahren einer falschen „Multi-Kulti-Romantik“ aufmerksam gemacht.

Deshalb versuche ich die in meinem Artikel versteckten Gedanken einfach mal ganz linear aufzulisten.

Ich stelle fest:

  • Deutschland wie auch England oder Frankreich und weitere europäische Staaten sind Multikulti-Staaten. Die Fußballmannschaften dieser „Nationen“ machen das so richtig anschaulich. Jedes Nationalstaats-Getue ignoriert die Fakten, ist unehrlich und nur schädlich.
  • Der Multikulti-Status wird sich aus demographischen Gründen und aufgrund der Migration weiter massiv verstärken.
  • Nationalstaaten sind nicht in der Lage Multikulti-Gesellschaften zu organisieren. Das hat noch nie funktioniert. Auch nicht in den USA. Deutschland, Frankreich oder Großbritannien werden die Probleme nicht mit nett gemeinten Versuchen lösen, wie einer Verpflichtung zum Deutsch lernen für alle Menschen, die auf „unserem Territorium“ leben.
  • Die einzige Chance, die Entwicklung friedlich in den Griff zu kriegen, wird ein Europa der Regionen sein. Das bedeutet, dass kulturell autonome, lokale und dezentrale Strukturen geschaffen werden (oder sich entwickeln) müssen, die sich in eine tolerante aber starke europäischen Ordnung einfügen müssen.
  • Und dazu wird gehören, dass in Deutschland im Raum Berlin oder Frankfurt oder in Frankreichs Süden auch Regionen entstehen werden, denen wir aufgrund unserer Xenophobie (vielleicht nach aufklärten Regeln völlig zu Recht) sehr skeptisch gegenüberstehen. Aber die türkische Region in Berlin und die arabische in Marseille werden sich nicht vermeiden lassen.

Also:

Ein starkes Europa der Vielfalt, das sich an den Werten von Aufklärung und Toleranz orientiert.Und bei Toleranz immer daran denken: Gegen Intoleranz darf es keine Toleranz geben!

Aber:

Bitte keine nationalen Träumereien und Illusionen mehr.

Deshalb sollte es bei uns auch keine Schwarz-Rot-Gold-Orgien im Sinne eines Nationalstaates Deutschland mehr geben.

Das sollte jetzt verständlicher und sachlicher Klartext sein, frei von jedem Zynismus.

RMD

P.S.
Ich glaube, dass dies auch der einzige Weg ist, den nationalsozialistischen Aktivisten in all diesen Multikulti-Ländern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

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2 Kommentare zu “Nochmal Multikulti”

  1. Chris Wood (Donnerstag, der 16. September 2010)

    Hi Roland. I agree with most of this. But you confuse culture with skin colour! I cannot remember hearing an England footballer talking with anything but an English accent. Regarding culture, I believe it is decades since one of them had a university education. (I know nothing about their religions, if any).
    The cricket team had an exceptionally good captain named Nasser Hussain, born in Madras, with Moslem parents. But he belonged to English native culture. He had a degree – English cricket is more multi-cultural than the football. It used to be that the best batsmen were amateur, while the bowlers were proletariat professionals!

  2. rd (Donnerstag, der 16. September 2010)

    Lieber Chris, ich kann mich sehr wohl an deutsche Nationalspieler mit recht mangelhaftem Deutsch erinnern.

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